Toshiba NB200: Design-Netbook kommt in zwei Versionen
Das NB200 ist Toshibas zweite Netbook-Generation, und trotzdem ist bis auf den in der höherwertigen Serie verbauten Atom N280 mit 1,66 GHz der Rest nur die Netbook-Technik des Jahres 2008. Das gilt insbesondere für den stromhungrigen Chipsatz 945GSE von Intel, der auch das einkanalige Speicherinterface und die lahme GMA-950-Grafik stellt. Das 10,2-Zoll-Display und das in einem einzelnen Slot steckende 1 GByte RAM nach DDR2 schreibt ohnehin Microsoft für die ULCPC-Lizenz von Windows XP vor.
Zwei Geräteserien sollen im Laufe des zweiten Quartals in Europa auf den Markt kommen. Die einfachere kommt in Deutschland laut Toshiba bereits Mitte Mai 2009 in den Handel, sie verfügt über einen Atom N270 (1,6 GHz). Das Gehäuse ist in Schwarz oder Weiß erhältlich, darin steckt auch ein UMTS-Modul. Beim Preis wollte sich der Hersteller auch auf hartnäckiges Nachfragen nicht festlegen, sondern gab nur rund 400 Euro als groben Rahmen vor. Die endgültige Entscheidung will Toshiba von der Marktlage bei der Einführung des Produkts abhängig machen.
Die einfachere Serie besitzt eine für 10-Zoll-Netbooks standardmäßige Tastatur. An einem Vorserienmodell wirkte sie recht präzise und gab nicht nach, die Tasten vermittelten einen klaren Druckpunkt.
Das lässt sich leider nicht von der eigentlich höherwertig angelegten Serie des NB200 sagen, die zunächst in Braun und einem zarten Altrosa erscheinen soll – weitere Farben sind noch nicht festgelegt, aber möglich. Die Tasten dieser Netbooks stehen einzeln aus dem Gehäuse, wie das auch bei Rechnern von beispielsweise Apple und Sony der Fall ist. Da sie zudem völlig flach sind und einen Abstand von über 2 Millimetern zueinander besitzen, fiel das Tippen ohne Eingewöhnungszeit recht schwer. Zudem wirkten die Tasten in ihrem Hub recht schwammig und ließen sich auch, einzeln mit zwei Fingern angefasst, deutlich verdrehen. Dieses Spiel in der Mechanik sorgt für ein recht unpräzises Tippgefühl. Der Rest der Verarbeitung wirkte hochwertig.
Wesentlich genauer arbeitete bei den kurzen Versuchen das Touchpad, das auch leicht aufgeraut ist. Nur bei den kleineren Modellen ließ sich an den Vorseriengeräten mit dem Rand des Pads scrollen, was aber noch am Treiber liegen dürfte. Multitouch beherrschen beide Serien nicht. Die Versionen in Braun und Rosa kommen zudem nach Toshibas Angaben zunächst ohne UMTS-Modul auf den Markt und sollen trotzdem mit rund 500 Euro teurer als die schwarzen und weißen Geräte sein.
Als einen der Gründe führt Toshiba die erweiterten Designelemente an. Dies bezieht sich nicht nur auf die Tastatur, sondern auch auf eine spürbare Textur der Notebookrückseite. Vereinfacht gesagt würde man das aber nur als Riffelung bezeichnen, für Netbooks ungewöhnlich ist diese Gestaltung dennoch. Das gilt auch für den beleuchteten Einschalter in der Mitte des Displaygelenks, der den Stand-by-Zustand auch bei zugeklapptem Gerät zeigt.
Bei den Anschlüssen herrscht jedoch Netbook-Einerlei: VGA, Fast-Ethernet und ein Card-Reader für SD-Stecklinge sind geboten. Von den drei USB-2.0-Ports ist einer auch im ausgeschalteten Zustand mit Strom versorgt, so dass sich andere USB-Geräte damit aufladen lassen. Drahtlos funken beide Serien maximal nach 802.11g, optional gibt es auch Bluetooth 2.0.
Die Festplatte von 160 GByte Größe im 2,5-Zoll-Format ist durch einen Schocksensor namens "3D Sensor" gesichert und soll die Köpfe des Laufwerks bei Erschütterungen in wenigen Millisekunden parken. Der Sensor steckt nicht im Laufwerk selbst und kann seine Funktion Toshiba zufolge auch erfüllen, wenn eine andere Festplatte eingebaut wird.
Zusammen mit der USB-Ladefunktion sind das funktional die beiden einzigen Besonderheiten der Serie NB200. Der Schwerpunkt auf Design drückt sich auch bei der Größe aus. Die Grundfläche von 26,3 x 19,2 Zentimetern ist schon kompakt, und mit 25,4 bis 32,25 Millimetern ist das NB200 auch recht flach. Nicht so flach allerdings wie das Nobel-Netbook Eee PC S101 von Asus mit seinen 18 bis 25 Millimetern, das inzwischen für rund 550 Euro erhältlich ist.
Unter den 10-Zoll-Netbooks ist das NB200 mit 1.180 Gramm auch recht leicht – wenn man es mit dem Drei-Zellen-Akku kauft, der laut Toshiba 4,5 Stunden durchhalten soll. 9 Stunden sollen es mit dem 6-Zellen-Akku sein, der allerdings hinten übersteht und das Gesamtgewicht auf 1.330 Gramm erhöht. Inwieweit diese Angaben realistisch sind, müssen aber erst Tests zeigen. Die Akkus der Vorseriengeräte waren bei der 3-Zellen-Version mit 25 Wattstunden beschriftet, die 6-Zeller mit 63 Wattstunden.
In verschiedenen europäischen Ländern sollen die Geräte zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf den Markt kommen. In Deutschland sind es zuerst die einfacher gestalteten NB200 in Schwarz und Weiß mit herkömmlicher Tastatur, in der Schweiz beispielsweise soll die braune Variante zuerst erscheinen. Auch die Ausstattungsvarianten können sich dabei unterscheiden, so dass es bei Angeboten, die nur "Toshiba Mini NB200" als Modellbezeichnung nennen, gilt, sehr genau hinzusehen.
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