Spieletest: Book of Unwritten Tales - zauberhaftes Abenteuer
Allzu ernst geht es im Werk des Bremer Entwicklerstudios King Art Games nicht zu. Das Programm zieht fröhlich alle möglichen Fantasyepen durch den Kakao. Vor allem auf Der Herr der Ringe gibt es zahlreiche teils sehr direkte Anspielungen. Aber auch auf Rollenspieler – etwa in einer Szene, in der ein Magier und sein Kumpel an einem Rollenspielautomaten sitzen und es genießen, sich in einer virtuellen Welt aus Finanzämtern, Steuerbescheiden und Bürojargon zu verlieren. Helden, Zauberer und Orks haben sie schließlich selbst genug in ihrem Leben.
Die Rätsel sind in The Book of Unwritten Tales durchgehend logisch und auch für Einsteiger lösbar; eine programminterne Hilfefunktion gibt es nicht. Falls es mal ansatzweise komplexere Aufgaben gibt, weisen meist die Texte und Beschreibungen den Weg. Oder es hängt, wenn Ivo in Indiana-Jones-Manier einen Lichtstrahl per Diamant basteln muss, eine altertümlich anmutende Illustration an der nächsten Wand.
The Book of Unwritten Tales ist nur für Windows-PCs erhältlich und kostet rund 40 Euro. Es benötigt einen Rechner mit mindestens einer 1,5-GHz-CPU sowie 512 MByte RAM sowohl unter XP als auch unter Vista. Auf der Festplatte belegt das Programm rund 5 GByte an Speicherplatz, die Grafikkarte muss über 128 MByte RAM verfügen und sowohl mit Pixel Shader 2.0 als auch mit DirectX 9 klarkommen. Die Auflösung lässt sich – bei Adventures keine Selbstverständlichkeit – auf bis zu 1.920 x 1.200 Pixel hochschrauben und kommt sowohl mit 4:3- als auch mit Breitbildmonitoren klar.
Das Programm ist vollständig mit Sprachausgabe unterlegt, wobei die Qualität der Sprecher über Genrestandard liegt – im Ensemble der Synchronstimmen sind einige bekannte Profis zu hören. Die USK hat dem "Book" eine Freigabe ab zwölf Jahren erteilt. Der Kopierschutz ist sehr einfach gehalten: Es muss sich die DVD im Laufwerk befinden.
Fazit
Fans von Fantasy, die am liebsten schon zum Frühstück eine Tasse Drachenblut trinken würden und ohne Schwert nicht zur Arbeit gehen, sollten lieber die Finger von The Book of Unwritten Tales lassen – denn Sinn für Humor gehört dazu. Dabei ist die Handlung nicht nur auf eine möglichst hohe Gagdichte ausgelegt, sondern erzählt ein interessantes und spannendes Abenteuer. Auch die Rätsel sind gut gelungen: Erst wirken die Puzzles ganz schön komplex, aber wer die Beschreibungen liest und ein bisschen aufpasst, kommt ohne größere Probleme voran. Adventurefans, zumal solche mit einem Faible für Tolkien & Co, sollten unbedingt einen Blick auf das Programm werfen.