Internetsperren: FoeBuD richtet Anti-Zensur-DNS-Server ein
Der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBuD) hat als Protest gegen Internetsperren einen eigenen freien DNS-Server aufgesetzt. DNS-bezogenes Filtern lässt sich umgehen, indem in der Internetkonfiguration des Computers oder DSL-Routers die IP-Adresse des DNS-Servers verändert wird. Im Internet gibt es bereits eine Anzahl zensurfreier DNS-Server(öffnet im neuen Fenster) . Der FoeBuD fordert statt Sperrlisten eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung der zuständigen Polizeibehörden sowie eine Verbesserung der Betreuungs- und Therapieangebote für Betroffene.
"Die Existenz einer nicht öffentlichen Zensurliste ist unvereinbar mit dem Gebot der Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit" , sagte Rena Tangens vom FoeBuD. Es gebe keine Garantie dafür, dass die "Zensurliste in Zukunft nicht ausgeweitet werde, beispielsweise auf Webseiten von politischen Organisationen, Gewerkschaften oder allzu kritischer Presse, so Tangens.
Wer mit scheinbar noch so guten Gründen ein Zensurinstrument schafft, müsse sich bewusst sein, dass dieses missbraucht werden wird. Der Bundesinnenminister und die Musikindustrie stünden dafür bereits in den Startlöchern, so Jörn Wunderlich, familienpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke. Er erinnerte zudem daran, dass viele der Websites auf ausländischen Sperrlisten in Deutschland ansässig seien.
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