Streit um Fallout Online
Interplay bastelt seit längerem unter dem Arbeitstitel "Project V13" an Konzepten für das Spiel, besonders weit ist das kleine Team aber noch nicht gekommen. Am 2. April 2009 – also zwei Tage vor Ablauf der Frist – hat Interplay eine Kooperation mit dem bulgarischen Entwicklerstudio Masthead bekanntgegeben. Masthead produziert bereits ein Science-Fiction-Onlinerollenspiel namens Earthrise, die dafür programmierte Engine soll auch beim Fallout-MMOG Verwendung finden.
Interplay gibt nun bekannt, Bethesda habe sich gemeldet und wolle seine Lizenz zurückhaben. Bethesda sei der Auffassung, Interplay habe es nicht geschafft, rechtzeitig die volle Entwicklungsarbeit an einem Fallout-MMOG zu beginnen und dafür eine tragfähige Finanzierung aufzubauen. Interplay sieht das anders; noch hat keine der Seiten rechtliche Schritte eingeleitet. Interplay selbst rechnet zumindest theoretisch damit, dass es die Lizenz verlieren könnte.
Bethesda hat sich zu dem Thema öffentlich noch nicht geäußert, aber wahrscheinlich möchte das Unternehmen früher oder später selbst ein Onlinerollenspiel im Fallout-Universum entwickeln. Das höchst erfolgreiche Fallout 3 hat die Serie neu aufgebaut, das Szenario der postnuklearen Welt eignet sich prächtig für ein MMOG. Aber selbst wenn Bethesda keine derartigen Pläne hat, könnte ein bei Interplay halbgar produziertes Onlinerollenspiel für negative Schlagzeilen sorgen und so den Wert der Marke "Fallout" mindern.
Das 1983 gegründete Unternehmen Interplay gehörte in den 1980er und 1990er Jahren zu den wichtigsten Entwicklern und Publishern in der Computerspielebranche. 2004 musste die Firma Insolvenz anmelden, 2006 kam sie mit einem Investor zurück. Ein schlagkräftiger Entwickler oder Publisher ist sie allerdings nicht: Nach eigenen Angaben hatte Interplay Ende 2008 sieben Beschäftigte – vier Spieldesigner und drei in der Verwaltung.