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Streit um Fallout Online

Rechtliche Auseinandersetzung zwischen Interplay und Bethesda bahnt sich an. Interplay arbeitet mit einem bulgarischen Entwicklerstudio an einem Onlinerollenspiel im Fallout-Universum – doch so richtig hat die Produktion wohl noch nicht begonnen. Deshalb warnt Interplay seine Aktionäre jetzt: Es sei damit zu rechnen, dass Bethesda seine Lizenz zurückhaben möchte, die zuletzt mit Fallout 3 höchst profitabel war.
/ Peter Steinlechner
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"We may not be able to successfully develop a 'Fallout' MMOG" , schreibt Interplay in dicken Buchstaben in einer aktuellen Information an seine Aktionäre. Das Unternehmen – aus dessen einst erfolgreichen Studios 1997 das erste Fallout kam – hatte Mitte 2004 die Rechte an Fallout an Bethesda verkauft. Die Onlinerollenspielrechte allerdings sind als Lizenz von Bethesda bei Interplay verblieben – unter einer Bedingung: Bis zum Stichtag 4. April 2009 muss Interplay mit der eigentlichen Entwicklungsarbeit an einem Fallout-MMOG beginnen, auch die Finanzierung muss stehen. Andernfalls erhält Bethesda die MMOG-Rechte an der Serie.

Interplay bastelt seit längerem unter dem Arbeitstitel "Project V13" an Konzepten für das Spiel, besonders weit ist das kleine Team aber noch nicht gekommen. Am 2. April 2009 – also zwei Tage vor Ablauf der Frist – hat Interplay eine Kooperation mit dem bulgarischen Entwicklerstudio Masthead bekanntgegeben. Masthead produziert bereits ein Science-Fiction-Onlinerollenspiel namens Earthrise, die dafür programmierte Engine soll auch beim Fallout-MMOG Verwendung finden.

Interplay gibt nun bekannt, Bethesda habe sich gemeldet und wolle seine Lizenz zurückhaben. Bethesda sei der Auffassung, Interplay habe es nicht geschafft, rechtzeitig die volle Entwicklungsarbeit an einem Fallout-MMOG zu beginnen und dafür eine tragfähige Finanzierung aufzubauen. Interplay sieht das anders; noch hat keine der Seiten rechtliche Schritte eingeleitet. Interplay selbst rechnet zumindest theoretisch damit, dass es die Lizenz verlieren könnte.

Bethesda hat sich zu dem Thema öffentlich noch nicht geäußert, aber wahrscheinlich möchte das Unternehmen früher oder später selbst ein Onlinerollenspiel im Fallout-Universum entwickeln. Das höchst erfolgreiche Fallout 3 hat die Serie neu aufgebaut, das Szenario der postnuklearen Welt eignet sich prächtig für ein MMOG. Aber selbst wenn Bethesda keine derartigen Pläne hat, könnte ein bei Interplay halbgar produziertes Onlinerollenspiel für negative Schlagzeilen sorgen und so den Wert der Marke "Fallout" mindern.

Das 1983 gegründete Unternehmen Interplay gehörte in den 1980er und 1990er Jahren zu den wichtigsten Entwicklern und Publishern in der Computerspielebranche. 2004 musste die Firma Insolvenz anmelden, 2006 kam sie mit einem Investor zurück. Ein schlagkräftiger Entwickler oder Publisher ist sie allerdings nicht: Nach eigenen Angaben hatte Interplay Ende 2008 sieben Beschäftigte – vier Spieldesigner und drei in der Verwaltung.


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