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EU-Kommissarin Reding will mehr Datenschutz für Jugendliche

Kritik an den Medien nach Amoklauf von Winnenden. EU-Kommissarin Viviane Reding hat die Betreiber von sozialen Netzen aufgefordert, mehr für den Schutz der Privatsphäre Minderjähriger zu tun. Deren Profile dürften nicht durch Suchmaschinen gefunden werden.
/ Werner Pluta
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Viviane Reding fordert mehr Datenschutz in sozialen Netzen, vor allem für Jugendliche. "Die Privatsphäre muss meiner Ansicht nach hohe Priorität für die Betreiber sozialer Netze und ihre Nutzer haben" , sagte die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien in ihrer wöchentlichen Videoansprache(öffnet im neuen Fenster) .

Viele Nutzer, die in den Communitys Profile mit persönlichen Daten und Fotos anlegten, seien sich nicht im Klaren, dass diese Daten von Suchmaschinen gefunden werden können. Das habe sich nach dem Amoklauf von Winnenden gezeigt, als kommerzielle Medien nach Bildern der Opfer im Internet suchten, um ihre Auflage zu steigern. Man müsse sich fragen, ob hier nicht eine Grenze des Annehmbaren überschritten worden sei, sagte die EU-Kommissarin.

Um solchen Auswüchsen vorzubeugen, fordert Reding, dass zumindest die Profile von Minderjährigen in der Standardeinstellung privat und für Suchmaschinen nicht zugänglich sein müssen. Die Europäische Kommission halte die Betreiber der sozialen Netze bereits zu mehr Datenschutz an. Sollten die Betreiber jedoch nicht sorgfältiger mit den Profilen Minderjähriger umgehen, werde sie entsprechende Richtlinien erlassen.

"Wir alle haben das fundamentale Recht auf Privatsphäre, auch wenn wir neue Technologien nutzen" , sagte Reding. Allerdings drohe diese in der "schönen neuen Welt aufdringlicher Technologien" verloren zu gehen. Weitere Bedrohungen für die Privatsphäre sieht Reding in verhaltensorientierter Werbung sowie im Gebrauch von RFID-Chips, ohne die Nutzer darüber zu informieren.


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