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Big Brother fährt Auto in Manchester

Polizei setzt Kamerawagen zur Verkehrsüberwachung ein. Wer am Lenkrad isst oder mit dem Handy telefoniert, muss in Manchester künftig damit rechnen, gefilmt zu werden. Die unfreiwilligen Hauptdarsteller erhalten polizeiliche Verwarnungen und Strafbescheide per Post.
/ Jens Ihlenfeld
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Autos mit Rundumkamera auf dem Dach müssen nicht für Google fahren. In Manchester könnte es auch die Polizei sein. Zur besseren Überwachung des Straßenverkehrs hat die Polizei der nordenglischen Stadt die ersten Fahrzeuge mit eingebauten Überwachungskameras angeschafft, berichtet die BBC(öffnet im neuen Fenster) . Die Kameras sind ähnlich wie bei den Google-Autos an einem Mast auf dem Dach der Autos befestigt. Mit Hilfe der Kameras werden vorbeifahrende Fahrzeuge überwacht.

Fahrzeuglenker, die abgelenkt sind, werden gefilmt und müssen mit einer Bestrafung rechnen. Wer etwa mit dem Handy am Steuer gefilmt wird, erhält mit der Post einen Strafbescheid über 60 Pfund. Zusätzlich werden auf seinem Strafpunktekonto drei Extrapunkte aufgeschlagen. Die Vereinigung für Verkehrssicherheit in Manchester schätzt(öffnet im neuen Fenster) , dass bei gut der Hälfte aller Unfälle die Handynutzung am Steuer ursächlich war. Der Vorsitzende der Vereinigung, Mike Downes, hält die neuen Überwachungsmaßnahmen daher für "verhältnismäßig, angemessen und fair" .

Das sieht Paul Watters vom Automobilverband AA etwas anders. Er erklärte gegenüber der BBC: "Bei der Durchsetzung [der Verkehrsregeln] mit Hilfe von Videokameras fehlt die unmittelbare Verbindung mit dem Fahrer, die Reaktion erfolgt erst hinterher. Manche werden [die Kameraautos] auch als Big Brother ansehen." Watters würde es vorziehen, wenn Autofahrer bei Fehlverhalten auf der Stelle bestraft würden. Das hätte stärker eine erzieherische Wirkung.

Sollte das neue Überwachungsprogramm die Unfallzahlen tatsächlich reduzieren, könnten Überwachungsfahrzeuge bald auch in anderen britischen Orten zum Einsatz kommen. [von Robert A. Gehring]


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