The Secret World: Videopremiere von Funcoms Echtwelt-MMORPG
Norwegisches Entwicklerteam arbeitet an neuem Onlinerollenspiel. Schluss mit Orks, Goblins und Paladinen! Das MMORPG The Secret World spielt in unserer Welt – in der es aber auch Abenteuer und Magie, Kämpfe und Monster und viele Geheimnisse gibt. Über das innovative Onlinerollenspiel hat Golem.de mit Chefdesigner Ragnar Tornquist gesprochen.
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Erde, auch Terra oder Gaia genannt: So heißt die Welt, in der Funcom – das Studio unter anderem hinter Age of Conan – sein nächstes großes Onlinerollenspiel The Secret World ansiedelt. Trotz des Szenarios soll das aber nichts mit virtuellen Zweitwohnsitzen à la Second Life zu tun haben. Stattdessen gibt es Abenteuer und Kämpfe, Verschwörungen und eine Handlung, Monster und Überfälle – eben alles, was ein waschechtes Massively Multiplayer Online Role Playing Game braucht. Bei der GDC 09 in San Francisco traf Golem.de Chefdesigner Ragnar Tornquist und sprach mit ihm über The Secret World. Spieleszenen mit Ingame-Grafik waren noch nicht zu sehen – die möchte Funcom später vorstellen. Momentan arbeiten rund 100 Entwickler an dem Projekt. Es erscheint für Windows-PC und Xbox 360, eine Version für Mac ist wahrscheinlich, aber noch nicht sicher. Über einen Linux-Client hat Funcom noch nicht weitergehend nachgedacht.
Die Welt von The Secret World setzt auf bekannte Umgebungen. Spieler starten in New York, London oder Seoul und merken dann, dass seltsame Dinge geschehen. Beispielsweise verschwinden Kinder, keiner weiß warum – und die Regierung versucht, die Vorgänge zu verschleiern. Eine ebenso entscheidende wie geheimnisvolle Rolle spielen Figuren und Erzählungen aus alten Legenden und Sagen. Da kann es sein, dass Pandora höchstpersönlich ihre Büchse des Bösen öffnet, dass die babylonische Gottheit Lilith Unheil anrichtet, dass nordische Sagengestalten zum Generalangriff blasen oder dass asiatische Fabelwesen in den Kampf ziehen; Elemente aus lebendigen Religionen verwendet Funcom nicht.
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"Die Handlung ist uns sehr wichtig. Die meisten Onlinerollenspiele haben eine Story, aber sie ist nicht weiter wichtig. Unsere beginnt vor 100 Millionen Jahren und umfasst ganze Zivilisationen – warum fiel das römische Imperium, warum haben die Ägypter die Pyramiden gebaut?" , sagte Tornquist. Ein ausgefeilter Singleplayer-Modus ist den Entwicklern wichtig: Es soll eine große Haupthandlung mit einem Ziel geben. Der Spieler soll aber frei entscheiden können, ob er sich darum kümmert, oder lieber seinen privaten Quests und Missionen folgt – allein oder mit anderen.
Der Aufbau von The Secret World soll weitgehend aus der Mischung von instanzierten Gebieten und für alle zugänglichen Umgebungen bestehen, wie er in MMORPGs derzeit üblich ist. Ägypten ist einer der wenigen weiteren Orte, von denen Funcom derzeit verrät, dass er im Spiel vorkommt. Wer mag, soll sogar von London nach Kairo wandern können; im Spiel soll die Strecke wesentlich schneller zu bewältigen sein als in der Realität. Ein weiterer geplanter Ort entspricht einem realen: New England in den USA.
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"Wir wollen uns von anderen MMOGs auch dadurch unterscheiden, dass es keine Klassen gibt. Der Spieler fängt an, indem er aufwacht und feststellt, dass er über enorme Kräfte verfügt" , sagte Tornquist. Die kann er durch das Verbessern seiner Fähigkeiten zum übermenschlichen Superkrieger ausbauen – oder zum düsteren Voodoopriester. Endgültig festgelegt ist der Spieler dabei nie, betonte er: "Man kann sich immer ändern, indem man neue Skills lernt" . Was das Aussehen der ausschließlich menschlichen Charaktere angeht, legen die Entwickler vor allem Wert auf Vielfalt. Vom Nerd bis zur Schönheitskönigin ist bei der Charaktererstellung alles drin. "Wir möchten, dass die Leute hip, sexy und urban aussehen" , sagte Tornquist.
Levels im herkömmlichen Sinne wird es in The Secret World nicht geben. "Ich glaube, dass die Leute keine Lust mehr haben, monatelang zu grinden. Wir wollen mit diesem MMOG da anfangen, wo anderen aufhören" , sagte Tornquist. Durch den langfristigen Ausbau seines Charakters bekommt der Spieler aber trotzdem mehr Möglichkeiten. Beispielsweise darf er zwar von Beginn an überall hin – diese Möglichkeit bleibt aber wegen teils übermächtiger Monster so lange theoretisch, bis die eigenen Kräfte groß genug sind. Über das Kampfsystem verrät Funcom derzeit nur, dass es sich an Actionrollenspiele anlehnt.
Wirklich nagelneu ist The Secret World übrigens nicht: "Wir hatten erste Ideen dazu in den späten 1990er Jahren, 2002 haben wir unter dem Titel Cabal sogar eine frühe Version auf der Spielemesse E3 gezeigt" , erinnerte sich Ragnar Tornquist.