Abo
  • Services:

Nicht auf die Tools kommt es an, sondern auf die Idee

Die digitale Obama-Wahlkämpferin Mary C. Joyce im Gespräch

Von Obama lernen und Erfolg haben, das wollen auch deutsche Parteien mit Blick auf die Bundestagswahl. Doch die Begeisterung für digitale Werkzeuge reicht nicht aus, erklärte Mary C. Joyce Golem.de im Gespräch. Sie war in Obamas Wahlkampfteam.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Eigentlich ist die US-Amerikanerin Mary C. Joyce digitale Aktivistin. Sie ist Gründerin von Digiactive.com, einer Seite, die Menschen weltweit dabei behilflich ist, politische Aktionen via Internet zu organisieren. Doch im vergangenen Jahr hat sie für einige Monate US-Wahlkampf gemacht. Als New Media Operation Manager in der Wahlkampfzentrale von Barack Obama war sie zuständig fürs Digitale.

 

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Mannheim
  2. Hochschule Kaiserslautern, Zweiburücken

Hat Obama sich das Wissen junger Aktivisten gezielt zunutze gemacht? "Ich habe von den Wahlkämpfern viel mehr über digitale Aktionen gelernt als sie von mir", sagt Joyce bescheiden. Gelernt hat sie vor allem eins: "Das Wichtigste sind nicht die Tools, das Wichtigste ist die Strategie."

Ein möglicherweise hilfreicher Hinweis für deutsche Politiker, die seit Obamas Sieg überlegen, wozu Onlineauftritte, Blogs und Twitter gut sein könnten. Offenbar muss man diese Werkzeuge nutzen, um Erfolg zu haben. Aber lässt sich der Obama-Erfolg wiederholen?

"Viele digitale Aktivisten sind Technikfanatiker", sagt Joyce. "Sie wissen über Blogs, Videos und Twitter Bescheid. Sie glauben, dass sie politisch etwas verändern können, wenn sie diese Tools nutzen." Der Obama-Wahlkampf aber sei die ausgefeilteste digitale Kampagne gewesen, die es je gegeben hat. Es war klar definiert, welches Publikum angesprochen werden sollte - die Jungen. Und es war klar, welches Ziel es zu erreichen galt - den Wahlsieg. Erst dann wurde überlegt, welche Werkzeuge zu diesem Zweck eingesetzt wurden.

Mitmachcharakter

"Anders als bei früheren Wahlkämpfen hat Obama die Leute nicht nur dazu aufgerufen, wählen zu gehen, sondern auch dazu, sich zu beteiligen. Sie sollten selbst zum Wandel beitragen." So konnte jeder, der wollte, beim sozialen Netzwerk Mybarackobama bloggen, Gruppen bilden, Veranstaltungen organisieren. "Das war ganz typisch für den Mitmachcharakter des Obama-Wahlkampfs." Und in den USA waren dank der guten Internetanbindung Menschen in ländlichen Gegenden so ebenso erreichbar wie in den großen Städten - entscheidend bei der Mobilisierung eines großen Landes.

Eine klare Strategie und perfekte Organisation. Aber dass die Menschen sich auch beteiligen wollten, hatte laut Joyce seinen Grund jenseits des Internets. "Das lag zum großen Teil daran, dass Obama selbst so inspirierend war. Als er die Menschen aufgefordert hat mitzumachen, haben sie einfach Ja gesagt. Das Internet war nur noch ein Mittel, tatsächlich etwas zu tun."

Der Mut, Macht zu teilen

Dieser entscheidende Faktor lässt sich wohl kaum kopieren. Und schließlich hatte Obama auch den Mut, betont Joyce, einen Teil der Kontrolle über den Wahlkampf abzugeben. Weil die Nutzer eigene Inhalte erstellten, bekamen sie Macht. Und genau das machte den Wahlkampf so populär. "Die Menschen können sehr gut unterscheiden, ob man nur ihre Stimme und ihr Geld will, oder ob sie aktiv mitmachen dürfen. Die zweite Variante ist viel inspirierender. Und das könnte auch anderswo funktionieren", überlegt Joyce.

Sie selbst nimmt ihre Erfahrungen mit, um auf Augenhöhe mit digitalen Aktivisten in aller Welt dafür zu sorgen, dass Kampagnen jenseits der großen Politik erfolgreich sind - zum Beispiel zur Befreiung inhaftierter Blogger. "Es reizt mich nicht, an der US-Regierung beteiligt zu sein. Mich interessieren digitale Aktionen im internationalen Kontext."



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Deadpool, Alien Covenant, Assassins Creed)
  2. (u. a. Der Marsianer, Spaceballs, Titanic, Batman v Superman)
  3. (u. a. 3 Blu-rays für 20€, Boxsets im Angebot, Serien zum Sonderpreis)

GodsBoss 05. Apr 2009

Wahlkampfausgaben: Barack Obama 740.557.859 John McCain 231.609.656 Siehe: http://de...

Bundaxt 04. Apr 2009

Und beim "Selbst-Denken" biste drauf gekommen, dass Obarna der Heiland des 21...

grommmllln 03. Apr 2009

es kommt nicht aufs äußere an sondern auf das innere, so ein schwachsinn, es muss...

Und schöh 03. Apr 2009

Löscher, kannst Feierabend machen. https://www.golem.de/0904/66293-marytitel.jpg

innovator 03. Apr 2009

yep, genau so ist es!


Folgen Sie uns
       


Golem.de lässt Alexa schlecht lachen und rappen

Alexa kann komisch lachen und schlecht rappen - wie man im Video hört.

Golem.de lässt Alexa schlecht lachen und rappen Video aufrufen
HTC Vive Pro im Test: Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf
HTC Vive Pro im Test
Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf

Höhere Auflösung, integrierter Kopfhörer und ein sehr bequemer Kopfbügel: Das HTC Vive Pro macht alles besser und gilt für uns als das beste VR-Headset, das wir bisher ausprobiert haben. Allerdings ist der Preis dafür so hoch, dass kaufen meist keine clevere Entscheidung ist.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. VR-Headset HTCs Vive Pro kostet 880 Euro
  2. HTC Vive Pro ausprobiert VR-Headset hat mehr Pixel und Komfort
  3. Vive Focus HTC stellt autarkes VR-Headset vor

Xperia XZ2 Compact im Test: Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos
Xperia XZ2 Compact im Test
Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos

Sony konzentriert sich beim Xperia XZ2 Compact erneut auf die alte Stärke der Serie und steckt ein technisch hervorragendes Smartphone in ein kompaktes Gehäuse. Heraus kommt ein kleines Gerät, das kaum Wünsche offenlässt und in dieser Größenordnung im Grunde ohne Konkurrenz ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Xperia XZ2 Premium Sony stellt Smartphone mit lichtempfindlicher Dualkamera vor
  2. Sony Grundrauschen an Gerüchten über die Playstation 5 nimmt zu
  3. Playstation Sony-Chef Kaz Hirai verabschiedet sich mit starken Zahlen

BeA: Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet
BeA
Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet

Das deutsche Rechtsanwaltsregister hat eine schwere Sicherheitslücke. Schuld daran ist eine veraltete Java-Komponente, die für einen Padding-Oracle-Angriff verwundbar ist. Das Rechtsanwaltsregister ist Teil des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs, war aber anders als dieses weiterhin online.
Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

  1. BeA Secunet findet noch mehr Lücken im Anwaltspostfach
  2. EGVP Empfangsbestätigungen einer Klage sind verwertbar
  3. BeA Anwälte wollen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einklagen

    •  /