Handyempfang in der Münchner U-Bahn ab Sommer 2009
Während das Telefonieren in U- und S-Bahn in Städten wie Berlin und Hamburg seit Jahren möglich ist, war München in diesem Punkt bisher unterversorgt. Nur auf der sich von West nach Ost durch die Stadt ziehenden sogenannten "Stammstrecke" der S-Bahn gab es Empfang, in der U-Bahn und auch deren Bahnhöfen heißt es bis heute "Kein Netz gefunden".
Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) zufolge soll sich das nun bald ändern. Die Installation der Sendeanlagen soll demnächst beginnen, bis zum Sommer 2009 werden sie einsatzbereit sein. Im ersten Schritt werden dabei aber nur die meistfrequentierten U-Bahnhöfe wie Hauptbahnhof, Karlsplatz (Stachus), Sendlinger Tor, Marienplatz und Odeonsplatz vernetzt werden.
Der Bahnhof Theresienwiese am Ort des Oktoberfestes wird ebenso mobilfunktauglich gemacht wie die Strecke U2 zum Messegelände und die Linien U3 und U6, die zur Allianz Arena führen. Dort spielen der FC Bayern und 1860 München Fußball. Das gesamte U-Bahn-Netz soll bis etwa 2012 Handyempfang bieten.
In Berlin wurde das U-Bahn-Netz seit 1995 von Mobilfunkanbietern erschlossen, Vorreiter war einst E-Plus. Seit 2000 kann in der Berliner U-Bahn flächendeckend mit T-Mobile, Vodafone und E-Plus telefoniert werden, O2 baut derzeit sein Netz aus.
Die Motivation hinter der Vernetzung in München ist der Süddeutschen zufolge aber nicht ein verbesserter Service für die Fahrgäste. Die Verhandlungen mit den Mobilfunkbetreibern hätten erst im Januar 2008 kurz nach einem Überfall zweier Jugendlicher auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn begonnen. Der Sicherheitsgedanke steht also im Vordergrund.
Parallel zu den Mobilfunkarbeiten sollen so auch bis zum Ende 2009 ganze 800 Überwachungskameras installiert werden, seit 2008 werden neue Busse der MVG standardmäßig mit Kameras ausgestattet.
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