Abo
  • Services:
Anzeige

Britische Regierung will soziale Netze überwachen

Staatssekretär Vernon Coaker: Vorratsdatenspeicherung ist nicht genug

Dem neuen Staatssekretär für Sicherheit im britischen Innenministerium geht die Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug. Er will auch Verkehrsdaten aus sozialen Netzen wie Facebook oder Bebo erfassen. Seine Gegner fürchten um Datensicherheit und Datenschutz.

Anfang April tritt in Großbritannien die Vorratsdatenspeicherung in Kraft. Dann werden auch auf der Insel die Verkehrsdaten der E-Mail-Kommunikation, Internetnutzung und von Telefonaten erfasst. Doch einigen Politiker reicht das nicht aus. Nach Ansicht von Vernon Coaker, des neuen Staatssekretärs für Sicherheit und Terrorismusabwehr im Innenministerium, sollte auch die Kommunikation in sozialen Netzen überwacht werden.

Anzeige

Plattformen wie MySpace oder Bebo würden nicht von der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung berücksichtigt, kritisiert Coaker. Da "bestimmte Aspekte der Kommunikation nicht durch die Richtlinie abgedeckt werden", überlege die Regierung, wie das Programm zur Modernisierung des Abhörens (Intercept Modernisation Programme, IMP) angepasst werden könne.

Das sei sicher ein heikles Unterfangen, so Coaker. "Die Grenzen zwischen der Erfassung von Daten, der privaten Sicherheit und anderen Fragen der Privatsphäre sind extrem wichtig." Aber es müsse zwischen den Anforderungen der nationalen Sicherheit und dem Schutz der Privatsphäre abgewogen werden.

Das Innenministerium begründet den Vorstoß damit, dass Kriminelle oder Terroristen die sozialen Netze zur Kommunikation nutzen könnten. Die Kommunikation habe sich immens schnell verändert. Deshalb müsse sich "auch die Art und Weise, wie wir Kommunikationsdaten sammeln, ändern, um sicherzustellen, dass Strafverfolgungsbehörden auch weiterhin Terrorismus bekämpfen und Beweise zusammentragen können", zitiert die BBC eine Sprecherin des Ministeriums.

Nach den Plänen der britischen Innenpolitiker sollen die Betreiber der Plattformen erfassen, wer auf ihren Seiten mit wem kommuniziert. Es gehe allein um diese Verkehrsdaten, nicht aber die Inhalte der Kommunikation, so die Behörden.

Die Pläne des Innenministeriums hat die Kritiker auf den Plan gerufen, berichtet die Tageszeitung Independent. Tom Brake, der innenpolitische Sprecher der liberaldemokratischen Partei, sagte, er halte es für "sehr besorgniserregend", dass die Regierung beabsichtige, die sozialen Netze zu überwachen, "wo sich sehr vertrauliche Informationen etwa über die sexuelle Orientierung, den Glauben oder politische Ansichten finden". Die Vorratsdatenspeicherung sei ohnehin schon "der teuerste Freibrief für Schnüffler in der Geschichte".

Dazu kommt die Sorge um die Sicherheit der gesammelten Daten. Aus Kostengründen soll die zentrale Datenbank, in der die Verkehrsdaten gespeichert werden, von einem Privatunternehmen aufgebaut und betrieben werden. Für mehrere der britischen Datenpannen in den letzten Jahren waren Dienstleister der Regierung verantwortlich, wie im Fall des verloren gegangenen USB-Speichers mit vertraulichen Daten von Strafgefangenen oder im Fall des USB-Sticks mit Nutzerkennungen und Passwörtern für das E-Government-Portal der Regierung, der auf einem Parkplatz vor einer Gaststätte gefunden worden war. "Angesichts der desaströsen Geschichte der großen IT-Projekte und der Datensicherheit der Regierung ist es wahrscheinlich, dass Daten aus jedem Speicherstick, Port und Laufwerk entweichen, wenn sie erst damit anfangen, Facebook, Bebo und MySpace zu überwachen", befürchtet Brake.

Auch bei den Plattformbetreibern stößt die Initiative auf wenig Begeisterung. Chris Kelly, Chefdatenschützer bei Facebook, nannte den Vorschlag "zu viel des Guten" und kündigte an, er wolle sich dagegen stark machen.


eye home zur Startseite
Sandmännchen 26. Mär 2009

mein gott, wie schlecht *kopf abwend*

SirFartALot 26. Mär 2009

Schade. Dachte ich koennte bei euch als Terroristenazubi anfangen. Das hat mir mein...

SirFartALot 26. Mär 2009

Auch schon erkannt? Blitzkneisser, gell? *SCNR* Dass das aber tatsaechler immer noch...

Der Nordstern 26. Mär 2009

Aber bei dem Dreck am Stecken dieser Kriegstreiber, Lügner und Staatschmarotzer muss man...

:-) 26. Mär 2009

Zu dieser Freu wird es nicht kommen, da er englische Verhältnisse importieren wird, um...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. AEVI International GmbH, Berlin
  2. Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG, München
  3. AVL List GmbH, Graz (Österreich)
  4. LivingData GmbH, Landshut, Nürnberg


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Sony Xperia L1 für 139€)
  2. 139€
  3. 499,99€ - Wieder bestellbar. Ansonsten gelegentlich bezügl. Verfügbarkeit auf der Bestellseite...

Folgen Sie uns
       


  1. Bundestagswahl 2017

    Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher

  2. IFR

    Zahl der verkauften Haushaltsroboter steigt stark an

  3. FTTH

    CDU für Verkauf der Telekom-Aktien

  4. Konkurrenz

    Unitymedia gegen Bürgerprämie für Glasfaser

  5. Arduino MKR GSM und WAN

    Mikrocontroller-Boards überbrücken weite Funkstrecken

  6. Fahrdienst

    London stoppt Uber, Protest wächst

  7. Facebook

    Mark Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

  8. Merged-Reality-Headset

    Intel stellt Project Alloy ein

  9. Teardown

    Glasrückseite des iPhone 8 kann zum Problem werden

  10. E-Mail

    Adobe veröffentlicht versehentlich privaten PGP-Key im Blog



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestagswahl 2017: Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
Bundestagswahl 2017
Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
  1. Zitis Wer Sicherheitslücken findet, darf sie behalten
  2. Merkel im Bundestag "Wir wollen nicht im Technikmuseum enden"
  3. TV-Duell Merkel-Schulz Die Digitalisierung schafft es nur ins Schlusswort

Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300: Die Schlechtwetter-Kameras
Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300
Die Schlechtwetter-Kameras
  1. Mobilestudio Pro 16 im Test Wacom nennt 2,2-Kilogramm-Grafiktablet "mobil"
  2. HP Z8 Workstation Mit 3 TByte RAM und 56 CPU-Kernen komplexe Bilder rendern
  3. Meeting Owl KI-Eule erkennt Teilnehmer in Meetings

E-Paper-Tablet im Test: Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
E-Paper-Tablet im Test
Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
  1. Smartphone Yotaphone 3 kommt mit großem E-Paper-Display
  2. Display E-Ink-Hülle für das iPhone 7

  1. Re: Ich denke es gibt

    FreierLukas | 00:58

  2. Hihi @ AfD'ler

    Analysator | 00:55

  3. Re: Und bei DSL?

    bombinho | 00:40

  4. Re: Wir verkaufen die Kühe um den Kuhstall zu...

    Dietbert | 00:37

  5. Re: Jamaika wird nicht halten

    Svenson0711 | 00:33


  1. 19:04

  2. 15:18

  3. 13:34

  4. 12:03

  5. 10:56

  6. 15:37

  7. 15:08

  8. 14:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel