Wissenschaftler: Qimonda verfügt über wichtige Umwelttechnik
Josef Lutz, Experte für Leistungselektronik an der TU Chemnitz(öffnet im neuen Fenster) , tritt für den Erhalt des Qimonda-Werks in Dresden ein. Seine Begründung für die Rettung des insolventen Unternehmens: Das Werk werde wegen der dort entwickelten Energiespartechnik für Arbeitsspeicher im Interesse des Erhalts der natürlichen Umwelt dringend gebraucht.
"Qimonda in Dresden hat eine Technologie entwickelt, die den Stromverbrauch der Speicher um 40 Prozent verringert" , sagte Lutz Golem.de. "Im Interesse des Erhalts einer lebenswerten Umwelt ist es dringend erforderlich, diese Technologie so schnell wie möglich und im Massenumfang einzusetzen. Dies wird nicht im Selbstlauf erfolgen. Es bedarf Vorschriften für energiesparsamere Speicher." Qimonda hatte im Juli 2008 das Energiesparen in Serveranwendungen mit DDR3-Server-Modulen vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) .
Lutz möchte, dass politische Forderungen aufgestellt werden, die den Herstellern von Rechnern und Servern vorschreiben, in kurzer Zeit energiesparsame Techniken einzusetzen. Neue Rechner und Server müssten mit energieeffizienten Speichern ausgestattet werden. "Es wäre auch angebracht, vorhandene energieverschwendende Server mit effizienten Speichern nachzurüsten. Wird dies durchgesetzt, so wird das Qimonda-Werk in Dresden dringend gebraucht. Alle 3.000 Arbeitsplätze. Neueinstellungen würden erforderlich werden" , so Lutz, der sich mit der Umformung elektrischer Energie durch elektronische Bauelemente beschäftigt.
10 Prozent allen elektrischen Stroms weltweit werde von Rechnern und Servern verbraucht, rechnet Lutz vor. Das sei mehr als alle Erzeugung elektrischer Energie durch neue regenerative Energiequellen wie Windräder und Solaranlagen. Weltweit gab es 2006 eine Anzahl von 9,5 Millionen Servern, bis zum Jahr 2011 soll ihre Zahl auf 30 Millionen steigen. Mit dem Stand der Technik 2009 werde dies eine gewaltige Zunahme des Verbrauchs elektrischer Energie bedeuten, sagt Lutz.
Der Stromverbrauch von Rechnern und Servern habe unterschiedliche Anteile. Der Löwenanteil der Verluste entfalle auf die Prozessoren und Speicher. Sogenannte "Low Power Design Tools" für Prozessoren hätten sich noch nicht durchgesetzt, da die Optimierung der Hersteller einseitig auf höhere Rechenleistung abziele.



