Der Herr der Sims und die Independent Games

Sims-Chef Rod Humble über seine Erfahrungen als unabhängiger Entwickler

Ausgerechnet der Chefentwickler des Großkonzernerfolgs "Die Sims" warf sich auf der GDC für Independent Games in die Bresche. Dank neuer Geschäfts- und Vertriebsmodelle, so Rod Humble, stehen die Indies vor einem neuen Aufschwung.

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Rod Humble
Rod Humble
"Das Entwickeln von Independent Games eignet sich wunderbar dazu, viel Geld zu verlieren", sagte Rod Humble auf der GDC 2009 in San Francisco. Und dann erzählte der gebürtige Engländer, wie er einst zu Zeiten von Virgin Interactive mit einem Kumpel 200.000 britische Pfund für die Produktion eines Spiels verbriet und nach einer plötzlichen Steuernachzahlung mit 100.000 Pfund Schulden dasaß. Inzwischen muss sich Humble um derartige Summen wohl keine Sorgen mehr machen: Er ist jetzt Chef des für Die Sims zuständigen Geschäftsbereichs bei Electronic Arts. Mit inzwischen weit über 100 Millionen verkauften Einheiten ist das die bislang erfolgreichste Singleplayer-Reihe des Planeten und genau das Gegenteil eines Independent Games. Kein Wunder, dass sich Humble dem Publikum ironisch mit "ich arbeite für den großen Satan" vorstellte.

 

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  1. Der Herr der Sims und die Independent Games
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Trotzdem hat er konkrete Tipps, wie sich unabhängige Entwickler seiner Meinung nach besser am Markt behaupten können. So empfiehlt er, dass sich die Macher von Independent Games gleich zu Beginn Gedanken über ihre Geschäftszahlen machen und die möglichen Verkaufszahlen realistisch einschätzen. Sie sollten nicht mehr als 30 Prozent der erwarteten Umsätze in die Forschung und Entwicklung investieren und zwischen 10 und 20 Prozent des Budgets ins Marketing investieren. Außerdem sollte es früh einen Plan geben, wie das Überleben gesichert werden kann, falls gegen Projektende das Geld ausgeht.

Weniger Gedanken sollten sich die Teams nach Humbles Meinung über Anwälte machen. Falls es zum Rechtsstreit mit großen Publishern käme, würden sie sowieso den Kürzeren ziehen. Deshalb sei es sinnlos, bei Präsentationen auf Verschwiegenheitserklärungen ("Non-Disclosure-Agreements") zu bestehen. Bei den interessantesten Projekten, die er auf Messen zu sehen bekomme, müsse er solche Papiere nie unterzeichnen.

Für die Spielebranche und vor allem für unabhängige Entwickler sieht Humble viel Potenzial. "Die niedrige Eintrittsschwelle in der Branche besteht seit 20 Jahren", sagte er. "Wer beweisen kann, dass er ausgezeichnete Spiele hinbekommt, hat alle Möglichkeiten".

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Sein letzter Tipp für Independent Game Developer: "Geht in einen Buchladen und stellt euch vor, wo sich Spiele zu Romanen befinden würden. Einige Ecken sind völlig überfüllt, zum Beispiel die mit Science-Fiction und Action. Andere sind ziemlich leer. Da gibt es jede Menge Potenzial." In diesem Zusammenhang lobte er ausdrücklich die deutsche Entwicklerszene: Deren an die Geschichte angelehnte Titel wie Die Gilde und Die Patrizier seien fantastische Programme.

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