Abo
  • Services:

Ein Kulturkampf um das Wissen

Die Medienkampagne gegen Google Books und Open Access

Derzeit empören sich Verleger und Autoren gegen Google Books, Open Access und sonstige Innovationen im Publikationswesen. Losgetreten hat den Entrüstungssturm der Heidelberger Literaturwissenschaftler Roland Reuß mit dem Kampfruf "Enteignet die schamlosen Enteigner!"

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

In einem vor knapp zwei Wochen in der Onlineausgabe der Frankfurter Rundschau erschienen Artikel über Google Books hat Reuß den Politikern heftige Vorwürfe gemacht. Sie würden nicht angemessen auf Googles "gewaltsamen Versuch" reagieren, "ein in einem langen Prozess erstrittenes Verfügungsrecht durch einfaches Verfahren in ein bloßes Einspruchsrecht zu transformieren und dabei entstehende Kollateralschäden durch ridiküle finanzielle Zahlungen abzugelten."

Inhalt:
  1. Ein Kulturkampf um das Wissen
  2. Ein Kulturkampf um das Wissen
  3. Ein Kulturkampf um das Wissen

Reuß weiter: "Man kann den Eindruck gewinnen, dass der Sektor der literarischen Produktion von Regierungsvertretern (und zwar EU-weit) so gering geschätzt wird, dass sie es nicht der Mühe wert finden, eine scharf umrissene Position in dieser Angelegenheit auszubilden und dann auch in Verhandlungen durchzusetzen. Diese Haltlosigkeit ist nicht hinnehmbar."

Briefsammlungen bei Google Books

Reußens Zorn erregte, dass er die von ihm mit herausgegebene Ausgabe von Kleist-Briefen bei Google Books entdeckt hatte. Diese Ausgabe wurde unter anderem dadurch möglich, dass das Urheberrecht an den Briefen schon vor langer Zeit abgelaufen ist. Noch nicht ganz so lange abgelaufen ist das Urheberrecht an Kafkas Schriften, an deren Herausgabe Reuß ebenfalls beteiligt ist. Ob Kleist oder Kafka mit der Verwertung ihrer Werke durch Reuß einverstanden gewesen wären, lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen.

Nicht nur Google und die tatenlosen Politiker griff Reuß in seinem FR-Beitrag an, sondern auch jene Verlage, die mit Google "peinliche Verträge" geschlossen hätten, "die teilweise marodierenden nationalen Bibliotheken" und die Open-Access-Bewegung. Ein Rundumschlag, für den sich schnell Unterstützer fanden. Rudolf Walter sekundierte vor einigen Tagen in der tageszeitung: "'Open Enteignung' durch Google Books".

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Frankfurt am Main
  2. Visteon Electronics Germany GmbH, Karlsruhe

Walther sieht in Open Access eine "Erpressung und Entrechtung der Autoren", eine unmittelbare Bedrohung der abendländischen Kultur. Schuld daran seien die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und Universitäten wie die in Zürich, die ihre angestellten Autoren "auf kaltem Weg enteignet".

Gemeint ist, dass Wissenschaftler, deren Arbeit - Forschung, Lehre und Publikationen - durch die öffentliche Hand gewährleistet wird, ihre Ergebnisse künftig auch eben dieser öffentlichen Hand kostenlos zur Verfügung stellen. Daraus schließt Walther: "Die Google-Piraterie und der 'Open-acces'-Schwindel sind gefährlicher als die Piraterie entlang der somalischen Küste." Und so geht es fast täglich Schlag auf Schlag weiter. Von Kritik in Foren und Blogs lassen sich die echauffierten Google-/Open-Access-Gegner nicht anfechten.

Ein Kulturkampf um das Wissen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 107,85€ + Versand
  2. 120,84€ + Versand
  3. bei dell.com
  4. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)

blork42 03. Apr 2009

hihi, also wenns nach mir geht, ham die Naturwissenschaftler nen Epic Win davon...

Captain 26. Mär 2009

damit bekommst aber nichts hinzu, ich hatte an Verdienst gedacht, Leute die Materielle...

Duesentrieb 25. Mär 2009

Ich kann ja verstehen das Autoren fuer Ihre Arbeit auch Geld haben moechten, aber was der...

mxcd 25. Mär 2009

OK, wenn die Idee der unbeschraenkt gueltigen Eigentumsrechte an ideelen Guetern denn...

mxcd 25. Mär 2009

Als Mama sagt, man soll nicht alles in den Mund stecken, meinte sie auch Geld. Koof Dir...


Folgen Sie uns
       


Genfer Autosalon 2018 - Bericht

Wir fassen den Genfer Autosalon 2018 im Video zusammen.

Genfer Autosalon 2018 - Bericht Video aufrufen
Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  2. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden
  3. Materialforschung Stanen - ein neues Wundermaterial?

BeA: Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet
BeA
Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet

Das deutsche Rechtsanwaltsregister hat eine schwere Sicherheitslücke. Schuld daran ist eine veraltete Java-Komponente, die für einen Padding-Oracle-Angriff verwundbar ist. Das Rechtsanwaltsregister ist Teil des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs, war aber anders als dieses weiterhin online.
Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

  1. BeA Secunet findet noch mehr Lücken im Anwaltspostfach
  2. EGVP Empfangsbestätigungen einer Klage sind verwertbar
  3. BeA Anwälte wollen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einklagen

Underworld Ascendant angespielt: Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge
Underworld Ascendant angespielt
Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge

Wir sollen unser Können aus dem bahnbrechenden Ultima Underworld verlernen: Beim Anspielen des Nachfolgers Underworld Ascendant hat Golem.de absichtlich ein kaputtes Schwert bekommen - und trotzdem Spaß.
Von Peter Steinlechner

  1. Otherside Entertainment Underworld Ascendant soll mehr Licht ins Dunkle bringen

    •  /