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Ein Kulturkampf um das Wissen

Heidelberger Appell

Reuß und seine Gefährten haben mittlerweile auf den Seiten des gemeinnützigen Heidelberger Instituts für Textkritik einen Heidelberger Appell "Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte" veröffentlicht. Dort heißt es unter anderem:

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"Autoren und Verleger lehnen alle Versuche und Praktiken ab, das für Literatur, Kunst und Wissenschaft fundamentale Urheberrecht, das Grundrecht der Freiheit von Forschung und Lehre sowie die Presse- und Publikationsfreiheit zu untergraben. Es muss auch künftig der Entscheidung von Schriftstellern, Künstlern, Wissenschaftlern, kurz: allen Kreativen freigestellt bleiben, ob und wo ihre Werke veröffentlicht werden sollen. Jeder Zwang, jede Nötigung zur Publikation in einer bestimmten Form ist ebenso inakzeptabel wie die politische Toleranz gegenüber Raubkopien, wie sie Google derzeit massenhaft herstellt."

Geisteswissenschaftler gegen Naturwissenschaftler

Die Liste der Unterzeichner des Appells umfasst mittlerweile eine stattliche Zahl von Verlegern, Gelehrten, Literaten, anderen Kreativen und Aspiranten. Bei den Wissenschaftlern dominieren unübersehbar die Geisteswissenschaftler. Die abwesenden Naturwissenschaftler hingegen haben schon 2004 die "Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" unterzeichnet. Sie fordern, "im Urheberrecht faire und ausgewogene Bedingungen gesetzlich so zu regeln, dass die Nutzung von geschützten Werken angemessen vergütet, aber gleichzeitig deren Zugänglichkeit für Zwecke der Bildung und Wissenschaft nicht behindert wird". Das ist auch heute noch nicht gewährleistet.

Die meisten Autoren werden von den Verlagen dazu gedrängt, sogenannte Total-Buy-Out-Verträge (TBO) zu unterzeichnen, in denen sie alle Verwertungsrechte abtreten. Im Gegenzug erhalten sie ein meist lächerlich geringes Entgelt für die allumfassende Verwertung ihrer Werke, wenn überhaupt. Allenfalls Bestsellerautoren können daher von ihren Büchern leben - und natürlich die Verleger. Das geltende Urheberrecht unterstützt diese für die meisten Autoren hoffnungslose Situation.

Dazu der Übersetzer und Autor Ilja Braun: "Wenn der Urheber seine Rechte per Total-Buy-Out-Vertrag an den Verlag abgetreten hat, hat er von seinem Urheberrecht sowieso nichts mehr. Der Ruf nach einem stärkeren Urheberrecht hilft dann immer nur denen, die ohnehin schon stärker sind. Was wir bräuchten, wären Urheberrechtsreformen, die entweder solche Rechteübertragungen zeitlich begrenzen oder Nutzungsrechte und Vergütungsansprüche entkoppeln." Doch Protest gegen die für die Verlage so profitablen Knebelverträge mit den Autoren kommt von den Google- und Open-Access-Kritikern nicht.

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blork42 03. Apr 2009

hihi, also wenns nach mir geht, ham die Naturwissenschaftler nen Epic Win davon...

Captain 26. Mär 2009

damit bekommst aber nichts hinzu, ich hatte an Verdienst gedacht, Leute die Materielle...

Duesentrieb 25. Mär 2009

Ich kann ja verstehen das Autoren fuer Ihre Arbeit auch Geld haben moechten, aber was der...

mxcd 25. Mär 2009

OK, wenn die Idee der unbeschraenkt gueltigen Eigentumsrechte an ideelen Guetern denn...

mxcd 25. Mär 2009

Als Mama sagt, man soll nicht alles in den Mund stecken, meinte sie auch Geld. Koof Dir...


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