Larry Holland und die Secret Weapons of Cisco Systems
Für Jerry Bush, bei Cisco zuständig für das Projekt, geht es dabei nicht nur um Experimente – sein Unternehmen will mit dem Programm von Totally Games langfristig Geld verdienen. Bush erzählte, dass Cisco bereits länger auf Spielinhalte setzt, um Wissen zu vermitteln – das seien aber eher unkomplizierte Casualgames gewesen, sowie ein virtueller Campus in Second Life. "Unser Ziel ist es, dass das Spiel den Inhalt eines gesamten Lernplans vermittelt", sagte Jerry Bush.
Die beiden schilderten ausführlich, wie die Programmentwicklung ablief. Zuerst mussten sich drei Teams zusammenfinden: einmal Experten für die Vermittlung von Wissen, dann Experten für das Wissen an sich – und dann die Spieledesigner von Totally Games. Die hatten keinen einfachen Job, so Holland: "Das ist trockener Stoff, es gibt viele technische Ausdrücke und komplexe Inhalte. Und es musste korrekt zugehen, weil die Leute da ja etwas lernen müssen, das überprüft wird."
Für die eigentliche Produktion waren bei Totally Games fünf Mitarbeiter zuständig, die parallel am Design, der Engine und weiteren Elementen gearbeitet und das Programm mit klassischen Elementen des Spieldesigns angereichert haben, um Spannung zu erzeugen: einen Highscore, angreifende digitale Bugs in Form von Käfern, eine ansprechende Grafik, unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Medaillen für besondere Erfolge zur Motivation. Allerdings: Zu spielerisch durfte das Werk nicht werden, weil die Zielgruppe es sonst womöglich nicht mehr ernst nehmen würde.
Was dann herauskam und auf der Leinwand präsentiert wurde, hat immer noch wenig mit den bunten Welten klassischer Actiontitel zu tun – Spieletester würden über den Charme von Tabellenkalkulationen lästern (leider haben die Unternehmen keine verwendbaren Screenshots zur Verfügung gestellt). Aber es zeigt, dass sich selbst vermeintlich trockene Inhalte mittlerweile durch Elemente des Computerspiels vergleichsweise unterhaltsam in der Form eines Serious Games darstellen lassen.