Spieletest: Sonic trifft auf Artus, Sega haut daneben

Sonic und der Schwarze Ritter ist ein klassisches Actionadventure. Es gibt viele Kämpfe gegen mystische Kreaturen, ein paar Geschicklichkeitspassagen wie Sprünge mit Katapulten oder das Entlangschlängeln an Burgmauern sowie ein paar kleinere Rätsel.
Leider spielt sich das Ganze äußerst einfallslos: Die meiste Zeit rennt Sonic einfach durch die Level, ohne dass der Spieler viel mehr machen müsste als den Nunchuck beständig nach vorne zu drücken und ab und zu mal seitlich auszuweichen. Die durch Wiimote-Schütteln absolvierten Gefechte bieten ebenfalls keinerlei Tiefgang, selbst die unvermeidbaren Bosskämpfe enttäuschen. Überhaupt wird trotz 13 unterschiedlicher Welten kaum spielerische Abwechslung geboten, die beständig ungünstig stehende Kamera sorgt zudem ebenso für Frust wie die häufig sehr träge Umsetzung von Wiimote-Kampfbewegungen.
Immerhin kann Sonic und der Schwarze Ritter ansonsten optisch überzeugen: Das Intro begeistert schon fast mit seiner gelungenen Inszenierung, die unterschiedlichen Welten bieten – gerade auf der von optischen Highlights nicht verwöhnten Wii – sehenswerte Landschaften mit vielen Details. Gerettet wird das Spiel dadurch allerdings nicht. Auch der schönste Level kann Probleme wie mangelhaftes Spieldesign sowie fehlende Ideen und Tempo nicht ausgleichen.
Sonic und der Schwarze Ritter ist exklusiv für Nintendo Wii im Handel erhältlich und kostet etwa 50 Euro. Das Spiel hat von der USK eine Altersfreigabe ab sechs Jahren erhalten.
Fazit
Seit den klassischen Jump&Run-Zeiten hat sich Sonic mehrfach erfolglos in unterschiedlichsten Genres, Kostümen und Szenarien versucht. Sonic und der Schwarze Ritter erweitert die lange Liste des Scheiterns um einen zusätzlichen Titel. Selbst große Anhänger des Igels werden diesem Spiel nur wenig abgewinnen können. Besonders enttäuschend ist, wie lieblos und uninspiriert das Spieldesign ausgefallen ist. Schade um die ansprechende Optik, die das Spiel nicht vor der Unterdurchschnittlichkeit retten kann.