Versatel will Zukäufe bei Kabelnetzbetreibern fortsetzen
Der Telekommunikationsanbieter Versatel hat 2008 die Verluste weiter gesenkt und erreichte seine Prognosen bei Erlös und operativem Gewinn. Der Umsatz kletterte um 8,8 Prozent auf 762 Millionen Euro.
Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs um 10,4 Prozent auf 219,9 Millionen Euro, wobei besonders Kostensenkungen halfen. Für das Ziel, den Jahresverlust zu halbieren, reichte die Kraft jedoch nicht aus. Der Fehlbetrag sank auf 51 Millionen Euro. Auch die Zielvorgabe, 80.000 neue DSL-Kunden zu gewinnen, wurde mit 73.000 verfehlt.
Die Zahl der DSL-Privatkundenverträge steigerten die Düsseldorfer um rund 12 Prozent auf 709.000. Im verlustreichen Wettbewerb will Vorstandschef Peer Knauer "Kundenwachstum nicht um jeden Preis" realisieren. Das Geschäftsjahr 2009 stelle für die Versatel AG eine Herausforderung dar. Bislang hatte Knauer für 2009 ein ausgeglichenes Ergebnis angestrebt. Heute nun blieb er eine Prognose schuldig.
Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Versatel ein branchenweites DSL-Kundenwachstum von nur noch 2 Millionen gegenüber 3,5 Millionen im Jahr 2008. Dementsprechend rechnet Knauer nur noch mit einem "leichten organischen Wachstum" der eigenen Kundenbasis.
Zum Ende des zurückliegenden Geschäftsjahres zählte Versatel 160.000 Kabelkunden. Die Kabelstrategie erlaubt Versatel, breitbandige Kommunikationsprodukte mit TV zu kombinieren. Mit dem Erwerb von Kabelnetzbetreibern der Netzebene 4 erschließt sich Versatel außerdem den direkten technischen Zugang zum Endkunden, macht sich auf der letzten Meile von der Deutschen Telekom unabhängiger und spart die Entgelte für Teilnehmeranschlüsse. "Auch auf der Netzwerkkosten-Seite ergeben sich erhebliche Synergien" , hieß es weiter.
Im dritten Quartal 2008 hatte Versatel den Kabelnetzbetreiber AKF übernommen. In der Folge gründete Versatel im Dezember ein Joint Venture zum Erwerb des Kabelnetzbetreibers MediaHome. "Unsere gestärkte Innenfinanzierungskraft versetzt uns in die Lage, unsere anorganische Kabelstrategie fortzusetzen" , kündigte Knauer weitere mögliche Zukäufe an.
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