Abo
  • IT-Karriere:

Australien zensiert Wikileaks

Liste mit gesperrten URLs für australische Surfer gesperrt

Die australische Regulierungsbehörde AMCA verwehrt den Bürgern des Landes den Zugang zu zwei Seiten auf dem Portal Wikileaks. Zensur der Zensur: Eines der gesperrten Dokumente ist eine Liste mit knapp 4.000 URLs, die in Dänemark gesperrt sind.

Artikel veröffentlicht am ,

In der vergangenen Woche hat die Organisation Reporter ohne Grenzen noch die Regulierungsbehörde "Australian Communications and Media Authority" (ACMA) dafür kritisiert, dass sie Websites sperren lassen kann, über die sich Bürger beschweren. In dieser Woche hat die ACMA das erneut getan: Auf Verlangen der Behörde verweigern die ISPs des Landes ihren Kunden den Zugang zu einer Liste mit knapp 4.000 URLs, die in Dänemark gesperrt sind, weil auf diesen Seiten kinderpornografische Inhalte angeboten werden sollen.

Stellenmarkt
  1. GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen
  2. MACH AG, Berlin, Lübeck

Die Sperrung geht auf eine politische Aktion zurück. Ein Zensurgegner hatte die ACMA auf die Seite aufmerksam gemacht und die Sperrung beantragt. Die Behörde reagierte nach Plan: In Übereinstimmung mit ihren Regeln habe sie die Hersteller von Filtersoftware aufgefordert, die beanstandete Seite zu sperren, heißt es in einem Brief der ACMA an den Antragsteller. Auf dem Index landete neben der Liste auch die dazugehörige Pressemitteilung von Wikileaks. Wer den Inhalt einer gesperrten Seite veröffentlicht oder darauf verlinkt, kann mit einer Geldstrafe von bis zu 11.000 australischen Dollar, umgerechnet knapp 5.600 Euro, pro Tag belegt werden.

Wikileaks hatte im Dezember 2008 eine geheime Liste mit knapp 4.000 Websites veröffentlicht, die im Februar 2008 in Dänemark gesperrt wurden. Die Seiten werden von der Polizei und dem dänischen Zweig der Kinderhilfsorganisation Save the Children ermittelt. Die Liste werde ohne richterliche Aufsicht an die Provider übergeben, die die entsprechenden Seiten sperren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ein dreiviertel Jahr später seien, so Wikileaks, die meisten URLs auf der Liste immer noch nicht zugänglich gewesen, obwohl viele inzwischen den Besitzer gewechselt hätten oder offensichtlich gar nicht auf die Liste gehörten, wie die Seite einer niederländischen Spedition.

Die Maßnahme der Australier zeigt, wie heikel es ist, Internetnutzern den Zugang zu bestimmten Websites zu verweigern. "Die erste Regel der Zensur ist, nicht über Zensur zu sprechen", kommentiert Wikileaks das Vorgehen der ACMA. In Deutschland plant Familienministerin Ursula von der Leyen derzeit ebenfalls ein Gesetz, das es erlauben soll, Websites mit kinderpornografischen Inhalten zu sperren. Es soll in der kommenden Woche von der Regierung beschlossen werden.

Wikileaks, das Portal, auf dem anonym brisante Dokumente aus Politik und Wirtschaft veröffentlicht werden können, ist nicht zum ersten Mal das Ziel von Zensurmaßnahmen geworden. Im Frühjahr 2008 ließ ein Richter aus Kalifornien auf Antrag einer Schweizer Bank die Site komplett vom Netz nehmen, nachdem dort vertrauliche Dokumente der Bank veröffentlicht worden waren. Nach Protesten von Bürgerrechtsorganisationen und Medienunternehmen machte der Richter kurz darauf jedoch die Sperrverfügung wieder rückgängig.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. 20% auf ausgewählte Monitore)
  2. (u. a. Sennheiser HD 4.50R für 99€)
  3. (u. a. GRID - Day One Edition (2019) für 27,99€ und Hunt Showdown für 26,99€)
  4. (aktuell u. a. Corsair GLAIVE RGB als neuwertiger Outlet-Artikel für 32,99€ + Versand)

blork42 01. Apr 2009

Hehe, hier scheint der Vergleich von Killerspiel-Verbot und Kinderpornographie-Seiten...

oceanic 19. Mär 2009

Fehlalarm, werd schon paranoid. Und auch wenn ich mir allzu gerne ansehen würde welche...

Captain 19. Mär 2009

Selbst wenn die Leyen einen Vertrag mit Providern abschliesst, die Sperren einzurichten...

Chatlog 19. Mär 2009

Das Wort "ahm" ist bewusst falsch geschrieben, um gewissen Chef-Zensoren unter dem Radar...

redwolf 18. Mär 2009

Angst die journalistische Neutralität zu verlieren? In die Ecke geschoben zu werden? Als...


Folgen Sie uns
       


Golem-Akademie - Trainer Florian stellt sich vor

Vom Junior-Projektleiter zum IT-Director konnte Florian Schader sämtliche Facetten der IT-Welt gestalten und hat eine Leidenschaft entwickelt, diese Erfahrungen weiterzugeben. Seine Grundmotivation ist die aktive Weitergabe seiner 20-jährigen Projekt- und Leitungserfahrung im IT-Umfeld, der Erfolg von Projekten und die aktive Weiterentwicklung von Menschen. Dabei stellt er immer den Bezug zur Praxis her. Als Trainer und Coach ist er spezialisiert auf Projektmanagement und Führungskräfteentwicklung.

Golem-Akademie - Trainer Florian stellt sich vor Video aufrufen
Atari Portfolio im Retrotest: Endlich können wir unterwegs arbeiten!
Atari Portfolio im Retrotest
Endlich können wir unterwegs arbeiten!

Ende der 1980er Jahre waren tragbare PCs nicht gerade handlich, der Portfolio von Atari war eine willkommene Ausnahme: Der erste Palmtop-Computer der Welt war klein, leicht und weitestgehend DOS-kompatibel - ideal für Geschäftsreisende aus dem Jahr 1989 und Nerds aus dem Jahr 2019.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Retrokonsole Hauptverantwortlicher des Atari VCS schmeißt hin

Elektromobilität: Warum der Ladestrom so teuer geworden ist
Elektromobilität
Warum der Ladestrom so teuer geworden ist

Das Aufladen von Elektroautos an einer öffentlichen Ladesäule kann bisweilen teuer sein. Golem.de hat mit dem Ladenetzbetreiber Allego über die Tücken bei der Ladeinfrastruktur und den schwierigen Kunden We Share gesprochen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Elektromobilität Hamburg lädt am besten, München besser als Berlin
  2. Volta Charging Werbung soll kostenloses Elektroauto-Laden ermöglichen
  3. Elektromobilität Allego stellt 350-kW-Lader in Hamburg auf

SSD-Kompendium: AHCI, M.2, NVMe, PCIe, Sata, U.2 - ein Überblick
SSD-Kompendium
AHCI, M.2, NVMe, PCIe, Sata, U.2 - ein Überblick

Heutige SSDs gibt es in allerhand Formfaktoren mit diversen Anbindungen und Protokollen, selbst der verwendete Speicher ist längst nicht mehr zwingend NAND-Flash. Wir erläutern die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Solid State Drives.
Von Marc Sauter

  1. PM1733 Samsungs PCIe-Gen4-SSD macht die 8 GByte/s voll
  2. PS5018-E18 Phisons PCIe-Gen4-SSD-Controller liefert 7 GByte/s
  3. Ultrastar SN640 Western Digital bringt SSD mit 31 TByte im E1.L-Ruler-Format

    •  /