Abo
  • IT-Karriere:

Seehofer fordert Spieleverbote (Update)

Bayerisches Kabinett will über neuen Verbotsantrag für "Killerspiele" beraten

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will über ein Verbot von sogenannten Killerspielen beraten, deutsche Kriminalbeamte halten Ego-Shooter für verzichtbar. Und der Kriminologe Christian Pfeiffer legt eine Studie über das Suchtpotenzial von Spielen wie World of Warcraft vor.

Artikel veröffentlicht am ,

Horst Seehofer
Horst Seehofer
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will am Dienstag, dem 17. März 2009, in seinem Kabinett über einen erneuten Anlauf für ein Verbot von gewalthaltigen Computerspielen entscheiden. Der Süddeutschen Zeitung sagt Seehofer: "Das ist ein Punkt, den ich auf jeden Fall für nötig halte." Die Bayerische Landesregierung hatte bereits 2007 unter dem Titel "Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Jugendschutzes" eine Gesetzesinitiative in den Bundesrat eingebracht, die ein "Verbot von virtuellen Gewaltspielen" vorsah, so der einleitende Text. Es sah als Lösung ein Verbot der Herstellung und des Vertriebs von Spielen vor, "die grausame oder unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen".

Stellenmarkt
  1. Blickle Räder+Rollen GmbH u. Co. KG, Rosenfeld
  2. Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm

Am Wochenende wurde bekannt, dass der Amokläufer von Winnenden am Abend vor der Tat, bei der er 15 andere Menschen und dann sich selbst tötete, über zwei Stunden lang den Ego-Shooter Far Cry 2 gespielt haben soll. Außerdem seien auf seinem PC sowohl Counterstrike als auch Tactical Ops gefunden worden. Darüber, ob Tim K. ein Spielefan war oder nicht, gibt es nach wie vor widersprüchliche Angaben.

Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter hat sich für ein Verbot von gewalthaltigen Ego-Shootern ausgesprochen. Im Morgenmagazin der ARD und in einer Mitteilung stellt der Verband die Frage, ob "Ego-Shooter für die Entwicklung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unverzichtbar" sind. Nach Auffassung der Kriminalbeamten hätten alle Amokläufer von Erfurt, Emsdetten, Winnenden und bei der vereitelten Tat in Köln "Ego-Shooter extensiv in ihrer Freizeit" gespielt.

Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes besagt: "Eine Zensur findet nicht statt". Die Verfassung sieht die Schranken dieses Gesetzes unter anderem in den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend.

Nach der Veröffentlichung erster Ergebnisse einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) durch dessen Leiter Christian Pfeiffer, die sich mit dem Aspekt "Sucht" von Computerspielen beschäftigt, fordert ein Politiker ein Jugendverbot von Titeln wie World of Warcraft. Dahingehend hat sich die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) gegenüber der Zeitung Hannoversche Allgemeine geäußert. Ross-Luttmann möchte, dass die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) künftig bei ihren Freigaben von Computerspielen auch prüft, ob die Programme suchtgefährdend sind; bislang kann die USK die Spiele nur im Hinblick auf Gewalt und Sexualität einstufen. Ein entsprechendes Gesetz müsste mit den anderen Bundesländern abgestimmt werden.

Bereits im April 2008 hatte sich der Deutsche Bundestag mit Onlinespielesucht - unter besonderer Berücksichtigung von World of Warcraft - beschäftigt. Nach einer Expertenbefragung einigten sich die Politiker darauf, dass weitere Forschung zu dem Thema nötig ist.

Nachtrag vom 16. März 2009, 13:10 Uhr:
Horst Seehofer steht möglicherweise Widerstand innerhalb seiner CSU/FDP-Koalitionsregierung im Hinblick auf das von ihm geforderte Verbot von sogenannten Killerspielen bevor. Zumindest hält Julika Sandt, medienpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im bayerischen Landtag, wenig von derartigen Plänen. "Ein Mangel an Medienkompetenz manifestiert sich auch darin, dass Politiker wieder einmal sogenannte Killerspiele verbieten wollen - ungeachtet der Tatsache, dass ein solches Verbot nicht umsetzbar ist", stellte die FDP-Politikern fest. "Solche Forderungen sind nichts als blinder Aktionismus, zumal in den letzten Jahren versäumt wurde, die notwendigen Mittel bereitzustellen, um das Spieleverhalten Jugendlicher ausreichend zu untersuchen."



Anzeige
Top-Angebote
  1. (aktuell u. a. Asus PG279Q ROG Monitor 689€, Corsair Glaive RGB Maus 34,99€)
  2. 14,97€
  3. 107,00€ (Bestpreis!)
  4. 419,00€

gleitschirm 07. Apr 2009

Hallo zusammen, wer von Euch, kann mir eine Firma in Bayern nennen, die Sportflugzeuge...

clan-test.de|Hirt 04. Apr 2009

Spieleverbot am 10. Mai 2009 - Auftaktveranstaltung Berlin Opernplatz und so sieht das...

E-bull 24. Mär 2009

Du hast mit allem recht. Wieso Ego-shotter spiele abschaffen anstatt waffen. Jaja, die...

Bogomil 17. Mär 2009

Das Regime das Du kommen siehst wird auch eintreffen. Das ist kein schlechter Apltraum...

spanther 17. Mär 2009

Ja leider x.x


Folgen Sie uns
       


Doom 1 in der Doom 3 Engine angespielt

Doom Reborn benötigt eine Vollversion von Doom 3 und ist bei moddb.com kostenlos erhältlich. Die Mod wurde von Michael Hanlon entwickelt.

Doom 1 in der Doom 3 Engine angespielt Video aufrufen
Ursula von der Leyen: Von Zensursula zur EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen
Von "Zensursula" zur EU-Kommissionspräsidentin

Nach der "Rede ihres Lebens" hat das Europäische Parlament am Dienstagabend Ursula von der Leyen an die Spitze der EU-Kommission gewählt. Die Christdemokratin will sich in ihrem neuen Amt binnen 100 Tagen für einen Ethik-Rahmen für KI und ambitioniertere Klimaziele stark machen. Den Planeten retten, lautet ihr ganz großer Vorsatz.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. Adsense for Search Neue Milliardenstrafe gegen Google in der EU

Transport Fever 2 angespielt: Wachstum ist doch nicht alles
Transport Fever 2 angespielt
Wachstum ist doch nicht alles

Wesentlich mehr Umfang, bessere Übersicht dank neuer Benutzerführung und eine Kampagne mit 18 Missionen: Das Schweizer Entwicklerstudio Urban Games hat Golem.de das Aufbauspiel Transport Fever 2 vorgestellt - bei einer Bahnfahrt.
Von Achim Fehrenbach

  1. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
  2. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle
  3. Bright Memory angespielt Brachialer PC-Shooter aus China

Ricoh GR III im Test: Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom
Ricoh GR III im Test
Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom

Kann das gutgehen? Ricoh hat mit der GR III eine Kompaktkamera im Sortiment, die mit einem APS-C-Sensor ausgerüstet ist, rund 900 Euro kostet und keinen Zoom bietet. Wir haben die Kamera ausprobiert.
Ein Test von Andreas Donath

  1. Theta Z1 Ricoh stellt 360-Grad-Panoramakamera mit Profifunktionen vor
  2. Ricoh GR III Eine halbe Sekunde Belichtungszeit ohne Stativ

    •  /