Studie: Über 14.000 Jugendliche computerspielsüchtig
Kriminologisches Forschungsinstitut stellt Studie über Onlinespielesucht vor. 8,5 Prozent der Spieler von World of Warcraft sind onlinespielsüchtig – so das Ergebnis einer neuen Studie. Für die hat das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachen des als Spielegegner bekannten Christian Pfeiffer mehr als 40.000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren befragt.
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Mehr als 14.000 Jugendliche sind computerspielsüchtig, über 23.000 weitere gelten als akut gefährdet, hat laut einem Bericht von Spiegel.de(öffnet im neuen Fenster) das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachen (KFN) in einer neuen Studie herausgefunden. Besonders betroffen sollen Spieler von Blizzards Onlinerollenspiel World of Warcraft sein. Die WoW-Nutzer unter den befragten 15-jährigen Jungen würden im Schnitt 3,9 Stunden am Tag spielen. Der Anteil der Schüler, die dabei ein suchtartiges Verhalten mit Kontrollverlust und Entzugserscheinungen zeigen, liege bei 8,5 Prozent. Laut Spiegel.de fordert Christian Pfeiffer, Leiter des KFN, die Alterseinstufung für das Spiel von derzeit zwölf auf 18 Jahre heraufzusetzen. Die gleiche Forderung hatte Pfeiffer im Februar 2009 im Interview mit Golem.de erhoben – allerdings vor allem wegen der seiner Meinung nach für Jugendliche ungeeigneten Gewaltinhalte.
Frank Pearce, einer der Gründer von Blizzard, hatte im August 2008 im Gespräch mit Golem.de über das Suchtpotenzial von World of Warcraft darauf hingewiesen, dass Eltern die Möglichkeit hätten einzustellen, wie lange ihre Kinder spielen können. Außerdem habe sein Team "in die Benutzeroberfläche von World of Warcraft eine Stoppuhr integriert – wer genauer darauf achten möchte, wie lange er spielt, kann das jetzt ebenfalls" , so Pearce.
Laut der neuen Studie des KFN würden Jungen an Schultagen im Schnitt 130 und an Wochenenden 167 Minuten mit Spielen vor dem Rechner verbringen – bei einer Erhebung im Jahr 2005 habe der Wert bei 91 Minuten an Schultagen und bei 140 Minuten am Wochenende gelegen. Mädchen würden zwar deutlich weniger spielen, aber auch bei ihnen habe es eine Erhöhung gegeben: im Schnitt eine Verdreifachung an Schultagen und eine Verdopplung an Wochenenden.
Das KFN hat für die vom Bundesinnenministerium geförderte Studie 44.610 Jugendliche im Alter von 15 Jahren zu ihrem Umgang mit Computerspielen befragt. Die Studie und weitere Ergebnisse sollen am Montag, 16. März 2009 in Hannover vorgestellt werden.