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Französische Sony-Arbeiter hielten Topmanager gefangen

Setzen höhere Abfindung und verbesserte Weiterbildungsmaßnahmen durch. Arbeiter in einer Sony-Fabrik im Südwesten Frankreichs haben den Landeschef Serge Foucher und seinen Personalchef für einige Zeit festgesetzt. Die Beschäftigten der Fabrik, die geschlossen werden soll, setzten so bessere Weiterbildungsmaßnahmen und höhere Abfindungszahlungen durch.
/ Achim Sawall
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Serge Foucher, Vorstandsvorsitzender von Sony France, und Personalchef Roland Bentz sind von wütenden Arbeitern eine Nacht lang festgehalten worden. Am Freitag wurden die Manager freigelassen, sie mussten seit dem Nachmittag des Vortages in der Fabrik ausharren. Lokalpolitiker hatten beschwichtigend auf die Arbeiter eingewirkt und so die Wiederaufnahme von Verhandlungen außerhalb der Fabrik und die Freilassung der Manager erreicht.

Die Fabrik, die in Pontonx-sur-l'Adour im Süden von Bordeaux liegt, hat 311 Beschäftigte. "Wir werden alle gefeuert. Wir wollen wenigstens mit Respekt behandelt werden" , sagte Patrick Hachaguer, lokaler Sprecher des französischen Gewerkschaftsbunds Confédération générale du travail (CGT). "Wir wollen genauso behandelt werden, wie alle anderen Beschäftigten von Sony France, die gekündigt wurden" , so Hachaguer zum Figaro(öffnet im neuen Fenster) . Der Protest der Sony-France-Arbeiter zeigte Wirkung: Sie erreichten eine Erhöhung der Abfindungen und bessere Fortbildungsmaßnahmen.

Im Dezember 2008 hatte die Konzernführung in Japan den Abbau von 16.000 Arbeitsplätzen und die Schließung von sechs Fabriken angekündigt. Damit sollen jährlich 100 Milliarden Yen (860 Millionen Euro) eingespart werden. Die Hälfte der 57 Sony-Fabriken ist in Japan angesiedelt, wo ein Drittel der 180.000 Konzernmitarbeiter tätig ist.


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