Amoklauf in Winnenden - Politiker kritisieren USK
Nach dem Amoklauf in einer Schule in Winnenden bei Stuttgart, bei dem am 11. März 2009 ein 17-Jähriger 15 Menschen tötete und anschließend sich selbst, ist die Bestürzung groß, auch unter Politikern.
Die Ermittlungen ergaben bislang, so die Polizei am 12. März 2009, dass der Täter offenbar psychische Probleme hatte. Das Thema Gewaltspiele spielte dabei keine entscheidende Rolle, auch wenn bei der Durchsuchung des Computers des Attentäters neben Pornofilmen auch das Spiel Counterstrike gefunden wurde.
Doch es gibt auch weniger zurückhaltende Stimmen. "Bei dem Amoklauf in Winnenden zeigt sich erneut, dass der Täter im Vorfeld seiner Tat sich intensiv mit sogenannten Killerspielen beschäftigt hat" , schreibt etwa der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Hans-Peter Uhl, (CSU), in einer offiziellen Mitteilung.
Er sieht Probleme vor allem bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die die Einstufung der Altersfreigabe von Spielen vornimmt. Uhl meint, "dass nach Expertenurteil eine hohe Zahl von Alterskennzeichnungen zu lax vergeben worden sind." Er fordert eine "Umgestaltung der Struktur und Arbeitsweise der USK, um Herstellerinteressen zurückzudrängen und effektive behördliche Überprüfungsmechanismen zu verankern."
Uhl betont außerdem, dass der Amokläufer den umstrittenen, ab 16 Jahren freigegebenen Shooter Counterstrike gespielt habe und fordert "strafrechtlich konkretisierte Verbotsnormen" . Schon länger liegt im Bundesrat eine Gesetzesinitiative Bayerns vor, die Verbreitung und Herstellung sogenannter "Killerspiele" unter Strafe zu stellen.
Ähnlich äußerte sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der in Interviews mit mehreren Fernsehsendern seine Forderung nach einem Verbot von 'Killerspielen' wiederholte .
Die Verantwortung der Eltern
Der CSU-Politiker Georg Schmidt, Abgeordneter des bayerischen Landtags, betonte hingegen die Verantwortung der Eltern für den Spielekonsum von Minderjährigen: "Gewaltverherrlichende Killerspiele, bei denen die Opfer in abscheulicher Brutalität vernichtet werden, braucht diese Gesellschaft nicht. Aber wir können und wollen die Polizei nicht in alle Kinderzimmer schicken. Deshalb müssen sich die Eltern damit befassen, welche Spiele ihre Kinder auf dem PC nutzen."
Ähnlich sieht das Rosemarie Hein, die Mitglied des Parteivorstands der Linken ist: "In Zeiten des Internet ist es kaum möglich, das Herankommen an Gewalt verherrlichende Videospiele zu verhindern. Aber wir können etwas tun, dass sie nicht genutzt werden, dass sie vor allem nicht das reale Handeln junger Menschen bestimmen. Das erfordert mehr Aufmerksamkeit auf die Entwicklung einer kritischen Medienkompetenz zu legen."