eBay fährt Marktplatz für Neuware zurück (Update)
EBay-Chef John Donahoe will den Onlinemarktplatz künftig wieder auf Gebrauchtwaren und Lagerrestbestände konzentrieren, statt beim Verkauf mit Neuwaren gegen den Marktführer Amazon anzutreten. "Wir sind keine Einzelhändler" , sagte Donahoe, der den Chefsessel Anfang 2008 von Meg Whitman übernahm. "Wir konzentrieren uns auf Geschäftsfelder, in denen wir gewinnen können."
Im Herbst 2006 hatte eBay auch in Deutschland mit eBay Express einen Marktplatz gestartet, auf dem gewerbliche Anbieter Neuware zum Festpreis verkaufen. Als eigenständige Plattform wurde eBay Express im April 2007 eingestellt, und die Angebote in andere Bereiche von eBay und Shopping.com integriert. In den USA startete eBay Express schon im Frühjahr 2006. Konkurrenten sind dort neben Amazon auch Buy.com und Wal-Mart.com.
Auf den Onlinebezahldienst Paypal, den viele Internetshops anbieten, setzt eBay künftig seine wichtigsten Wachstumserwartungen, so Donahoe weiter. Bis 2010 soll der Umsatz des Konzerns auf 10 bis 12 Milliarden US-Dollar anwachsen. 2008 wurden 8,5 Milliarden US-Dollar erreicht. PayPal werde bis 2011 4 bis 5 Milliarden US-Dollar (2008: 2,4 Milliarden US-Dollar) einspielen und könnte zum wichtigsten Geschäftsbereich aufsteigen.
Im Bereich eBay Marketplaces werde bis 2011 ein Umsatz im Bereich von 5 bis 7 Milliarden US-Dollar angepeilt. Die Entwicklung hin zu mehr Festpreisangeboten werde weiter gehen, so Donahoe. Wachstum soll es auch in den Geschäftsfeldern Kleinanzeigen und Werbung und im Bereich verbilligter Waren aus Lagerbeständen, Geschäftsaufgaben oder Auslaufmodellen geben.
Nachtrag vom 12. März 2009, um 11:28 Uhr:
Ein Sprecher von eBay Deutschland betonte gegenüber Golem.de, dass die Äußerungen Donahoes nicht als Rückzug aus dem Marktplatzbetrieb für Neuware zu verstehen sei. Das Angebot für gewerbliche Verkäufer habe man im vergangenen Jahr sogar "umfassend ausgeweitet" . Aktuell seien ständig mehr als 30 Millionen Angeboten auf dem deutschen eBay-Marktplatz verfügbar - der Anteil verkaufter Artikel von privaten und gewerblichen Verkäufern betrage dabei jeweils circa 50 Prozent.



