Eve Online Apocrypha - Tech-3-Schiffe und noch mehr Sterne
Wurmlöcher, die in unzählige unbekannte Sternensysteme führen, tausende neue Schiffe aus Modulen, zusätzliche Produktionslinien für die Industrie, epische Geschichten in zusammenhängenden Missionen, eine verbesserte künstliche Intelligenz, aufgewertete Grafikeffekte, eine neue Soundengine, eine exportierbare Spieloberfläche und eine "New Player Experience": Das sind einige der Neuerungen, auf die sich Spieler von Eve Online mit der Erweiterung Apocrypha freuen können.
Für Neulinge wird die überarbeitete Einführung interessant. Eve Online galt bisher als eines der anspruchsvollsten Onlinerollenspiele, die Lernkurve ist steil. So steil, dass Spieler oft verfrüht das Handtuch werfen. Um das Universum anfangs für Einsteiger etwas erträglicher zu machen, hat der Entwickler CCP Games den Anfang des Spiels überarbeitet. Ein neues Tutorial, auch New Player Experience genannt, soll sanft in die Welt einführen.
Damit am Anfang das Trainieren von relativ leicht erlernbaren Fähigkeiten den Spieler nicht zwingt, ständig online zu sein, soll ein Skill-Planer dafür sorgen, dass Fähigkeiten, die innerhalb der nächsten 24 Stunden gestartet werden können, automatisch gestartet werden. Der Spieler kann also abends zu Bett gehen und während er offline ist, bis zu 50 Skills trainieren. Viele Fähigkeiten im Spiel können innerhalb einer halben Stunde gelernt werden. Nur erfahrene Spieler, die schon Jahre spielen, müssen für hochspezialisierte Fähigkeiten Wochen warten. Wer etwas weiter im Spiel ist, soll zudem seine Fähigkeiten umverteilen können.
Für Neulinge und erfahrene Spieler gleichermaßen interessant sind die überarbeitete Soundengine und die neue Grafik. Abgeschafft wurde die alte Classic-Engine, die Eve Online mehr als ein halbes Jahrzehnt mit einer, zumindest für damalige Verhältnisse, guten Grafik ausstattete. Im Jahr 2003 sah Eve Online noch ganz anders aus und bot kaum spielerische Möglichkeiten. Statt der Classic-Engine gibt es jetzt die Premium-Light-Version für schwächere Rechner, die deutlich effizienter arbeiten soll.
Die Grafikhardware muss jetzt allerdings das Shader Model 2 unterstützen. Das bedeutet, dass eine Grafikkarte wie die Geforce 5 oder eine Radeon 9500 laut Entwickler das Minimum ist; auch viele Notebookgrafikchips beherrschen bereits das Shader Model 2. Nutzer der Mac-Version müssen dabei aufhorchen, denn diese bekommen erstmals die effizienter arbeitende Premiumgrafik zu sehen, die im Windows-Lager schon längst angekommen ist. Linux-Nutzer schauen dagegen in die Röhre: Mit Apocrypha endet offiziell das Dasein des Linux-Clients .
Obendrein wird es schwer, für Nachschub zu sorgen, denn wie der Spieler dort wieder hinkommt, ist unklar. Die Wurmlöcher sind nicht von Dauer, die Ziele unterschiedlich und selbst der Weg zurück nach Hause soll nicht einfach sein. Die Beständigkeit der Wurmlöcher ist von der Masse abhängig, die ein Wurmloch nutzt. So ist es zwar möglich, Basen in den entfernten Sternensystemen aufzubauen – mit Pech bleibt allerdings der Nachschub aus, weil die Versorgungsflotte den Weg nicht mehr findet. Das macht ein Unternehmen in diesen Regionen in höchstem Maße riskant. Allerdings verspricht CCP, dass sich das trotzdem lohnen kann.
Und sollte das noch nicht genug sein, so werden selbst die Gesetze der Physik verändert. Schiffe könnten in einzelnen Systemen schneller fliegen, die Schilde können durch Strahlung weniger effektiv arbeiten, die Waffensysteme haben Schwierigkeiten, die Ziele zu treffen. Das kann unangenehme Folgen haben. Auch Nicht-Spieler-Charaktere können ihren Gegnern im unbekannten Raum das Leben mit ihrer verbesserten KI und härter zuschlagenden Waffen schwer machen.
Statt einer einzelnen Schiffshülle, die nur mit Waffen, Schildsystemen und anderen elektronischen Systemen bestückt wird, kann der Spieler nun sehr viel freier seine Schiffe zusammenstellen. Tech-3-Schiffe bestehen aus einer Grundhülle und fünf Subsystemen: Elektrik, Verteidigung, Angriff, Leistung und Triebwerke werden je durch ein Subsystem bestimmt. Davon hängt auch das Aussehen der strategischen Kreuzer ab. Die Zeiten, in denen nur ein paar Dutzend Schiffe durch das Universum flogen, sind also vorbei.
Will der Spieler die neuen Tech-3-Schiffe fliegen, muss er sich darauf spezialisieren. Das soll laut CCP nicht allzu schwer sein. Einen Haken haben die Tech-3-Schiffe jedoch – was den ein oder anderen Spieler davon abhalten dürfte, sie zu fliegen. Die über eine lange Zeit erlernten Fähigkeiten zum Fliegen der Schiffe kann der Spieler nämlich auch verlieren. Nur wer rechtzeitig aus einem kurz vor der Explosion stehenden Schiff aussteigt, kann das verhindern. Auch die kontrollierte Selbstzerstörung soll ohne Schaden zu überstehen sein.
Die Erweiterung ist, wie bei Eve Online üblich, auch dieses Mal für Abonnenten des Onlinerollenspiels kostenlos. Wer das Spiel noch nicht hat, hat zudem die Möglichkeit, Eve Online inklusive Apocrypha zu kaufen: Ab 12. März 2009 soll das Spiel wieder in den Läden stehen und neben 60 Tagen Spielzeit auch ein besonderes Schiff enthalten.



