Wasserzeichen im Filmton sollen Kopierer orten
Das bereits im Februar 2009 beim "Institute of Electrical and Electronics Engineers" (IEEE) vorgelegte Papier(öffnet im neuen Fenster) schlägt vor, im Mehrkanalton von Kinofilmen ein akustisches Wasserzeichen anzubringen. In welchem Kino ein abgefilmter Streifen aufgezeichnet wurde, lässt sich schon länger über Wasserzeichen im Bildmaterial feststellen.
Dieses Verfahren ist seit Jahren gängige Praxis, erstmals wurde die Öffentlichkeit in Deutschland Mitte 2004 darauf aufmerksam. Damals versah die Constantin Film alle Kopien von Michael "Bully" Herbigs "(T)Raumschiff Surprise" zum Kinostart mit Wasserzeichen. Bereits eine Woche später tauchte eine per Camcorder erstellte Version des Films in Tauschbörsen auf, die einem kleinen Lichtspielhaus zugeordnet werden konnte. Constantin feierte das mit einer Pressemitteilung, die noch immer als PDF(öffnet im neuen Fenster) einsehbar ist.
Mit solchen Methoden ist das Abfilmen selbst nicht zu verhindern. Außerdem ist nur klar, in welchem Kino die Schwarzkopie erstellt wurde, nicht aber von wem. Wenn die Filmbranche dem Vorschlag der Forscher um Ryuki Tachibana (IBM) folgt, soll das schon bei der Vorführung sehr genau möglich sein. Das Verfahren der Ortung von Wasserzeichen soll auf 44 Zentimeter genau arbeiten. Im Idealfall reicht das, um einen einzelnen Sitz im Kino zu identifizieren.
Die verräterischen Signale werden in allen Spuren des Filmtons versteckt und sollen die Klangqualität nicht beeinträchtigen. Zeichnet ein Camcorder sie per Mikrofon in Stereo oder Mono auf, entstehen dabei Laufzeitunterschiede der einzelnen Wasserzeichen. Ähnlich wie bei anderen Ortungsverfahren, etwa GPS, soll sich so eine Peilung ergeben, die den Ort der Aufzeichnung recht genau wiedergibt. Die nötigen Signale dürften recht robust sein und auch mehrfaches Umwandeln in andere Dateiformate überleben – dazu hatte Ryuki Tachibana bereits 2002 eine Arbeit ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) veröffentlicht.
Rechtlich problematisch wird bei den nun vorgeschlagenen Wasserzeichen aber die spätere Identifizierung des Filmabfilmers. Da die Methode nicht die Aufzeichnung selbst verhindern kann, geht es darum, nach der Veröffentlichung der Kopie festzustellen, wer auf dem Platz saß, an dem die Aufnahme angefertigt wurde.
Hat sich der Schwarzkopierer mit seiner Kunden- oder Kreditkarte für das bevorzugte Kino eine Eintrittskarte gekauft, ist das einfach. In anderen Fällen müssten wohl Überwachungstechniken oder die Aufnahme von Personalien genutzt werden, um jederzeit festzuhalten, wer welchen Film auf welchem Platz gesehen hat.



