Abo
  • Services:

Hollywood präsentiert: Filmpiraten der Karibik

DVD-Kopien, Speerkämpfe und die IRA

Der konservative Think Tank RAND Corporation hat eine von der Motion Picture Association finanzierte Studie mit dem Titel "Film Piracy, Organized Crime, and Terrorism" veröffentlicht. Sie soll zeigen, wie sehr Raubkopieren und Verbrechen zusammenhängen.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

"Raubkopierer sind Verbrecher", lautet das Mantra der Filmindustrie. Wer daran bisher nicht glauben wollte, den will Hollywood jetzt eines Besseren belehren. Zu diesem Zweck haben die großen Hollywood-Studios in Gestalt ihres Interessenverbandes Motion Picture Association (MPA) bei der RAND Corporation eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis trägt den Titel Film Piracy, Organized Crime and Terrorism, und ist ab sofort als kostenloses PDF oder kostenpflichtiges Druckwerk zu beziehen.

Stellenmarkt
  1. Haufe Group, St. Gallen (Schweiz)
  2. Bank11 für Privatkunden und Handel GmbH, Neuss

Der Titel des 160-Seiten-Werkes macht klar, wohin die Reise geht. "Filmpiraten sind Terroristen" - fast jedenfalls. Im Vorwort der Studie heißt es: "Dieser Bericht... präsentiert detaillierte Fallstudien aus der ganzen Welt aus einem spezifischen Bereich der Produktfälschung - der Filmpiraterie -, um zu illustrieren, wie Kriminelle - und vielleicht Terroristen - neue und wenig diskutierte Wege zu Finanzierung ihrer ruchlosen Aktivitäten finden." Auf dem Cover der Druckversion ist neben mehreren DVDs und einer Geldrolle auch eine Pistole mit zugehörigen Patronen zu sehen.

Wie sieht das in der Praxis aus? Dazu liefert der Bericht in der Zusammenfassung mehrere Beispiele aus verschiedenen Ländern, unter anderem aus Italien, Großbritannien und Russland. Aus Malaysia wird Folgendes berichtet: "Die Ang-Bin-Hoey-Triade hat sich an Gebietskämpfen um die Kontrolle über Piratenmärkte beteiligt, in deren Verlauf es zu Messer- und Speerkämpfen kam; unbeteiligte Beobachter wurden ausgeraubt, darunter Familien, die an der Haltestelle auf den Bus warteten; die Anführer rivalisierender Banden wurden ermordet."

Finanzierung von Verbrechen

Die Autoren der RAND-Studie schlussfolgern aus den Beispielen ihrer Studie: "Wie diese Fälle nahelegen, ist die DVD-Piraterie wegen ihrer hohen Profite bei minimalem Risiko attraktiv für Kriminelle in aller Welt, die damit ihr Portfolio aus Drogenhandel, Geldwäsche, Erpressung und Menschenhandel ergänzen... Produktpiraterie trägt in großem Umfang dazu bei, unterschiedliche kriminelle Organisationen mit Geld zu versorgen. Im Fall der DVD-Piraterie sind kriminelle Gruppen dabei, die Kontrolle über die gesamte Lieferkette zu übernehmen..." In einer tabellarischen Übersicht über alle 17 untersuchten Verbrechersyndikate wird dargestellt, dass sich alle an Filmpiraterie beteiligen.

Die Studie sieht zwar einen Unterschied hinsichtlich der Handlungsmotive des organisierten Verbrechens und von Terroristen, weist aber zugleich darauf hin, dass sich "die Motivation eines Gruppenmitglieds angesichts veränderter Umstände ändern kann". Zur Illustration wird das Beispiel der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) angeführt, die sich zum Teil mit kriminellen Aktivitäten finanzierte.

Aus ihren Befunden leiten die RAND-Forscher eine Reihe von Forderungen ab. Um die aus dem "Diebstahl geistigen Eigentums" resultierenden Gefahren für die öffentliche Sicherheit und die globale Wirtschaft einzudämmen, bräuchte es laut Studie fünf Zutaten: einen verstärkten politischen Willen; eine starke Gesetzgebung; eine konsistente Durchsetzung; abschreckende Strafen und innovative Lösungen.

Was stellen sich die RAND-Autoren unter abschreckenden Strafen vor? "Schlüsselfälle von Piraterie sollten von den Abteilungen für organisierte Kriminalität oder Geldwäsche bearbeitet werden. Die strikte Anwendung der Geldwäschegesetze... kann dazu beitragen, die finanzielle Attraktivität dieser Verbrechen zu reduzieren. Zusätzlich sollte Piraterie zu einem Vebrechenstatbestand hoher Priorität bei der Bekämpfung von Gang-Kriminalität gemacht werden." [von Robert A. Gehring]



Anzeige
Top-Angebote
  1. 219€ (Vergleichspreis 251€)
  2. 19,89€ inkl. Versand (Vergleichspreis ca. 30€)
  3. (nur für Prime-Mitglieder)
  4. 77€ (Vergleichspreis 97€)

Dumpfbacke 06. Mär 2009

Für mich liest sich der Text irgendwie etwas merkwürdig: "Die Ang-Bin-Hoey-Triade hat...

kritikmänn 06. Mär 2009

Der Sauger wird aber hier mit den Terroristen gleich gesetzt. Erst saugte er nur Filme...

Der Kaiser! 06. Mär 2009

klein wenig Text: Korrekt.

Der Kaiser! 06. Mär 2009

Im ernst?

redwolf 06. Mär 2009

Künstler emanzipiert euch!


Folgen Sie uns
       


Sonnet eGFX Box 650W - Test

Die eGFX Box von Sonnet hat 650 Watt und ist ein externes Grafikkarten-Gehäuse. Sie funktioniert mit AMDs Radeon RX Vega 64 und wird per Thunderbolt 3 an ein Notebook angeschlossen. Der Lüfter und das Netzteil sind vergleichsweise leise, der Preis fällt mit 450 Euro recht hoch aus.

Sonnet eGFX Box 650W - Test Video aufrufen
Garmin Fenix 5 Plus im Test: Mit Musik ins unbekannte Land
Garmin Fenix 5 Plus im Test
Mit Musik ins unbekannte Land

Kopfhörer ins Ohr und ab zum Joggen, Rad fahren oder zum nächsten Supermarkt spazieren - ohne Smartphone: Mit der Sport-Smartwatch Fenix 5 Plus von Garmin geht das. Beim Test haben wir uns zwar im Wegfindungsmodus verlaufen, sind von den sonstigen Navigationsoptionen aber begeistert.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Garmin im Hands on Alle Fenix 5 Plus bieten Musik und Offlinenavigation

Battlefield 5 Closed Alpha angespielt: Schneller sterben, länger tot
Battlefield 5 Closed Alpha angespielt
Schneller sterben, länger tot

Das neue Battlefield bekommt ein bisschen was von Fortnite und wird allgemein realistischer und dynamischer. Wir konnten in der Closed Alpha Eindrücke sammeln und erklären die Änderungen.
Von Michael Wieczorek

  1. Battlefield 5 Mehr Reaktionsmöglichkeiten statt schwächerer Munition
  2. Battlefield 5 Closed Alpha startet mit neuen Systemanforderungen
  3. Battlefield 5 Schatzkisten und Systemanforderungen

Esa: Sonnensystemforschung ohne Plutonium
Esa
Sonnensystemforschung ohne Plutonium

Forscher der Esa arbeiten an Radioisotopenbatterien, die ohne das knappe und aufwendig herzustellende Plutonium-238 auskommen. Stattdessen soll Americium-241 aus abgebrannten Brennstäben von Kernkraftwerken zum Einsatz kommen. Ein erster Prototyp ist bereits fertig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Jaxa Japanische Sonde Hayabusa 2 erreicht den Asteroiden Ryugu
  2. Mission Horizons @Astro_Alex fliegt wieder
  3. Raumfahrt China lädt die Welt zur neuen Raumstation ein

    •  /