Fast neue Mittelklasse-Grafikkarte für Desktops und High-End-GPUs für Notebooks. Cebit Auf der Cebit 2009 stellt Nvidia nicht nur seine schon vorab bekanntgewordene Mittelklasse-Grafikkarte Geforce GTS-250 vor, sondern auch eine neue Linie an Notebook-GPUs. Diese sind zwar auch nicht taufrisch, weisen aber gegenüber der GTS-250 mehr Neuerungen auf.
Durch eine verfrühte Ankündigung von Asus waren die Daten der Geforce GTS-250 schon vorab bekanntgeworden, nun hat Nvidia diese Angaben bestätigt. Zwar handelt es sich im Wesentlichen um eine Umbenennung des bisherigen 9800 GTX+, einige Neuheiten stecken aber doch in der Grafikkarte.
So wird die GPU nun mit 55 Nanometern Strukturbreite gefertigt, frühere 9800 GTX ohne "+" waren noch mit 65-Nanometer-Technik hergestellt. Die Taktfrequenzen von GPU, Shader-Einheiten und Speicher betragen nun 738, 1.836 und 1.100 MHz. Das gilt auch für die Modelle mit 1 GByte GDDR3-Speicher. Bei der 9800 GTX+ waren es hier bei sonst gleichen Takten noch mit 1.000 MHz für den Speicher zehn Prozent weniger Takt.
Beim Vergleich der Taktraten ist jedoch Vorsicht geboten. Zuerst sollen ab dem 3. März 2009 1-GByte-Versionen der Karten mit den genannten Frequenzen auf den Markt kommen. Am 10. März sollen Karten mit 512 MByte bei gleichen Takten folgen und am 17. März dann 1-GByte-Versionen mit langsamerem Speicher. Spätestens Ende März hat der potenzielle Kunde dann keinerlei Überblick über die GTS-250-Karten – und die 9800-Serie dürfte bis dahin auch noch nicht aus dem Handel verschwunden sein.
Durch die kleinere Strukturbreite und ein neues Platinendesign konnte Nvidia die "board power" der Grafikkarte von 168 auf 150 Watt drücken. Die GTS-250 braucht folglich nur noch einen 6-poligen Anschluss für PCI-Express-Karten, bei der 9800 GTX+ waren es noch zwei. Damit lassen sich mit günstigen Netzteilen, die aber dennoch für diesen Zweck auch über 500 Watt Nennleistung erreichen sollten, nun zwei GTS-250 per SLI koppeln. Netzteile mit vier PCI-Express-Anschlüssen sind deutlich teurer als solche mit zweien.
Dennoch gibt es GTS-250-Karten mit zwei Strombuchsen, diese dürften dann ein höheres Übertaktungspotenzial besitzen. Von dem neuen Platinendesign mit nur noch 9 statt vorher 10,5 Zoll machen nach bisherigem Stand noch nicht alle Hersteller Gebrauch. Was jedoch laut Nvidia ab sofort gelten soll, ist der geringere Preis der GTS-250 gegenüber der 9800+. Nur noch 149 US-Dollar zuzüglich örtlich verschiedener Steuern soll die Karte mit 1 GByte in den USA kosten, eine Preisempfehlung in Euro liegt nicht vor. Damit soll die GTS-250 vor allem der Radeon HD 4850 Konkurrenz machen, die mit 1 GByte derzeit um 170 Euro zu haben ist. Preissenkungen von AMD sind hier abzusehen.
Dass Nvidia die GPU mit G92-Architektur der 9800 GTX+ nun unter einem Namen auf den Markt bringt, der eine Nähe zu den High-End-Modellen der Serie GTX-200 zeigt, soll laut Aussagen des Unternehmens die Kunden aber nicht täuschen. Vielmehr will man durch den neuen Namen die Produktklassen klarer voneinander abgrenzen, dass eine GTS-250 langsamer als eine GTX-260 ist, soll die Modellnummer ausdrücken. Laut Nvidia hatten auch viele PC-Hersteller und Händler um ein einfacheres Namensschema gebeten.
Das gilt auch für die neuen Notebook-GPUs, die sich GTX-280M, GTX-260M und GTS-160M nennen. Zwar basieren auch sie auf G92-Technik und haben mit der Serie GTX-200 der Desktop-GPUs so wenig gemein. Im Vergleich zum bisher schnellsten Notebookchip von Nvidia namens 9800M GTX mit 96 Shader-Einheiten sind beim 280M nun aber 128 der Stream-Kerne und beim 260M noch 112 der Rechenwerke geboten, beim GTS-160M sind es 64. Zusammen mit höheren Takten sollen die neuen Notebook-GPUs bis zu 50 Prozent schneller sein als ihre Vorgänger.
Konkrete Angaben zur Leistungsaufnahme der GPUs macht Nvidia nicht, betont aber, sie würden nicht mehr Strom in Wärme umsetzen als die früheren Modelle. Ein GTX-280M wäre dann also nicht hungriger als ein 9800M GTX und sollte in dieselben Notebooks passen. Bei den Taktfrequenzen für die neuen GPUs von bis zu 600 MHz passen die Notebookhersteller den Wert aber in der Regel ohnehin an die Leistungsfähigkeit der Kühlung an. Wie bei den GTS-250-Karten für Desktoprechner gilt es, auch bei den neuen Notebooklösungen von Nvidia genau auf die technischen Daten zu achten.