Das Mobiltelefon wird zum Hörgerät
Lippen lesen ist für Hörgeschädigte, die keine Implantate im Ohr tragen, oft die einzige Methode, um Sprache zu verstehen. Allerdings hat diese Methode auch ihre Schwächen, da einige Konsonanten kaum zu unterscheiden sind. Taktile Hörgeräte können Unterstützung bieten: Sie wandeln Schallwellen in Vibrationen auf der Haut. Die unterschiedlichen Laute erzeugen verschiedene Vibrationsmuster und ermöglichen es den Nutzern so, sie auseinanderzuhalten.
Ein solches Gerät mache es dem Hörgeschädigten leichter, einem Gespräch zu folgen, als mit Lippenlesen allein, das große Konzentration erfordere, sagt Moallem. Gegenüber einem Innenohrimplantat habe es den Vorteil, dass es nicht operativ eingesetzt werden muss und deutlich günstiger ist. "Die meisten Gehörlosen werden keinen Zugang zur Implantat-Technologie haben, solange wir leben."
Die Forscher vom Research Laboratory of Electronics um Projektleiterin Charlotte Reed entwickeln nun eine Software, die die Töne in Vibrationen wandeln soll. Zu ihrer Arbeit gehört auch Grundlagenforschung, etwa herauszufinden, welche Frequenzen die Haut am besten erkennt. Denn während das Ohr Frequenzen bis zu 20.000 Herz wahrnimmt, reagieren die Berührungssensoren in der Haut besser auf Frequenzen unter 500 Hertz.
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