Börsenverein will Universität Würzburg verklagen

Streit um digitalisierte Lehrbücher

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels bereitet eine Musterklage gegen die Universität Würzburg vor. Der Börsenverein glaubt, die Universitätsbibliothek in Würzburg lege das Urheberrecht zu großzügig aus.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Der Weg in die Informationsgesellschaft kann steinig sein. Diese Erfahrung muss jetzt auch die Universität Würzburg machen. Die dortige Universitätsbibliothek wollte mit insgesamt 70.000 Euro aus Studiengebühren ihren Studenten die Lektüre von Fachbüchern erleichtern. Das Geld wurde in das Scannen der 500 meistausgeliehenen Fachbücher und die Bereitstellung der elektronischen Fassungen an Leseterminals in der Bibliothek investiert.

Stellenmarkt
  1. Fachinformatiker als Mitarbeiter IT User Helpdesk (m/w/d)
    Salo Holding AG, Hamburg
  2. Senior Software Entwickler / Technischer Projektleiter (w/m/d)
    EURO-LOG AG, Hallbergmoos
Detailsuche

Der neue Pragraf 52b des Urheberrechtsgesetzes - Wiedergabe von Werken an elektronischen Leseplätzen in öffentlichen Bibliotheken, Museen und Archiven - gestattet solches Vorgehen unter bestimmten Umständen. Bibliotheken, Museen oder Archive, die von der gesetzlichen Ausnahmebestimmung Gebrauch machen, müssen dafür im Gegenzug eine "angemessene Vergütung" an die Verwertungsgesellschaft Wort zahlen.

In Würzburg allerdings schlugen die Bibliothekare etwas über die Stränge, wie der Buchreport berichtet. Die Studenten durften die gescannten Bücher nicht nur am Terminal lesen, sondern "komplett herunterladen, ausdrucken und mitnehmen". Der Börsenverein, dem das nicht verborgen blieb, ließ der Bibliothek prompt eine Abmahnung zukommen, die die Universität auch unterschrieb. Seitdem lassen sich die Bücher nicht mehr ausdrucken oder kopieren. Die Studenten müssen also Textpassagen, die sie in eigenen Arbeiten verwenden wollen, wieder vom Bildschirm abschreiben oder abtippen.

Dem Börsenverein genügen diese Einschränkungen allerdings noch nicht. Nach seiner Auffassung dürfte die Bibliothek überhaupt nur Werke einscannen, die von den Rechteinhabern nicht selbst in elektronischer Form angeboten werden. Um diese Frage zu klären, will der Börsenverein vor Gericht ziehen.

Golem Karrierewelt
  1. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    04.-06.07.2022, Virtuell
  2. Elastic Stack Fundamentals – Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats: virtueller Drei-Tage-Workshop
    26.-28.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Auch die Intranetregelung des Paragrafen 52a des Urheberrechtsgesetzes möchte Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang gerichtlich prüfen lassen, da seiner Meinung nach manche Hochschulen zu wenig Lehrbücher empfehlen. Stattdessen würden sie lieber Lehrbuchteile im Intranet anbieten. [von Robert A. Gehring]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


student 05. Mär 2009

ehrlichgesagt sind meiner meinung nach die dinge, die rein des geldes wegen gemacht...

sl0w 02. Mär 2009

Die geldgeilen Verlage wollen natürlich, dass ein Student selbst wenn er nur kurz aus...

Bremmi 01. Mär 2009

Das mag stimmen, ist aber immer noch Sache zwischen Autor und Verlag. Die haben sich...

GG-Leser 01. Mär 2009

Das musst du schon verstehen - so ein Börsenverein ist nunmal grundsätzlich zu den...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
US-Streaming
Abonnenten immer unzufriedener mit Netflix

Wenn Netflix-Abonnenten das Abo kündigen, wird vor allem der hohe Preis sowie ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis als Grund dafür genannt.

US-Streaming: Abonnenten immer unzufriedener mit Netflix
Artikel
  1. Covid-19-Fälle: Homeoffice bleibt bei Apple die Regel
    Covid-19-Fälle
    Homeoffice bleibt bei Apple die Regel

    Apple kann die Rückkehr ins Büro nicht wie geplant durchführen. Die Coronapandemie verhindert drei Tage Mindestanwesenheit.

  2. Elektro-SUV: Drako Dragon soll Teslas Model X Plaid deutlich übertreffen
    Elektro-SUV
    Drako Dragon soll Teslas Model X Plaid deutlich übertreffen

    Das Elektroauto Drako Dragon soll mit seinen vier Motoren eine Leistung von 1.470 kW entwickeln und 320 km/h Spitze fahren.

  3. Evari 856: Minimalistisches E-Bike mit Monocoque-Rahmen und Titan
    Evari 856
    Minimalistisches E-Bike mit Monocoque-Rahmen und Titan

    Evari 856 heißt das E-Bike, das mit einem Monocoque-Rahmen aus Carbon ausgestattet ist. Dadurch soll es besonders leicht und stabil sein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MSI RTX 3080 Ti Ventus 3X 12G OC 1.049€ • Alternate (u. a. Corsair Vengeance LPX 32 GB DDR4-3600 106,89€) • be quiet! Pure Rock 2 26,99€ • SanDisk microSDXC 400 GB 29€ • The Quarry + PS5-Controller 99,99€ • Samsung Galaxy Watch 3 119€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti 1.700€ [Werbung]
    •  /