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Potsdamer Informatiker erhält Google-Forschungspreis

Preis für Entwicklung eines lernfähigen Algorithmus. Der Potsdamer Tobias Scheffer hat für die Entwicklung eines lernfähigen Algorithmus den von Google ausgelobten Research Award erhalten. Scheffers Algorithmus wird in einer Software eingesetzt, die Nutzer vor Phishing und Viren schützt.
/ Werner Pluta
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Für die Entwicklung eines lernenden Algorithmus, der Malware erkennt, hat der Informatiker Tobias Scheffer den mit 60.000 US-Dollar dotierten Google Research Award bekommen. Mit dem Preis zeichnet Google universitäre Forschung aus, deren Ziel es ist, den Zugriff auf Informationen zu verbessern.

Scheffers Arbeitsgruppe an der Universität in Potsdam entwickelt Algorithmen, die wie Menschen ihre Umwelt beobachten. Aus ihren Beobachtungen bilden sie Modelle, an Hand derer sie das Verhalten ihrer Umwelt verstehen. Ziel der Informatiker sind Algorithmen, die erkennen, ob es sich bei einer Mail um Phishing oder eine erwünschte Nachricht oder bei einem Seitenaufruf um einen Angriff oder normalen Internettraffic handelt. Da Angreifer im Internet ihre Strategien jedoch ständig ändern, müssen sich auch die Algorithmen schnell anpassen können.

Auf der Basis von Scheffers Arbeit ist in Zusammenarbeit mit Strato eine Software entstanden, die auch neue Phishing-Angriffe und Computerviren erkennen soll, die herkömmlichen Virenscannern und Spamfiltern noch unbekannt sind.

Scheffers Algorithmus erkennt aber nicht nur digitale Viren: Algorithmen, die nach denselben Prinzipien aufgebaut sind, sollen vorhersagen, welche Kombinationen von Präparaten gegen das sich schnell verändernde Aidsvirus wirksam eingesetzt werden können. Diese Algorithmen sollen künftig Ärzten bei der Auswahl der geeigneten Therapien helfen.


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