Interview: DRM sollte den Kunden nicht vergraulen

Golem.de: Kaufen Sie noch PC-Spiele mit Kopierschutz?

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Mayer-Wegelin: Ich kaufe PC-Spiele mit Kopierschutz, zuletzt GTA 4. Bei diesem Spiel war der Installationsvorgang durch die zahlreichen Hürden sehr mühselig und zeitintensiv, was die Frage aufwirft, wie sinnvoll ein so weitgehendes DRM-System ist. Man will den eigenen Kunden ja nicht vergraulen, sondern im Gegenteil für den Kauf belohnen. Auf der anderen Seite kann der kommerzielle Erfolg eines einzigen Spiels gerade für kleine Entwicklerstudios existenzwichtig sein. Und das Internet ermöglicht ganz andere Dimensionen der unerlaubten Weitergabe von Spielen, als das früher auf dem Schulhof war... Im Endeffekt geht es mir nicht anders als jedem anderen Nutzer. Tauchen Probleme auf, ärgere ich mich. Tauchen keine auf, wirkt der Kopierschutz abstrakt.

Golem.de: Wie ist das bei kommerziellen Downloadplattformen wie Steam: Ein einmal gekauftes Spiel kann ich nicht nach Belieben weiterverkaufen, was mit einem "echten" Spiel ja möglich ist. Würden Sie als Jurist Spiele auf solchen Plattformen kaufen?

Mayer-Wegelin: Tja, Steam ist schon ein Spezialfall. Die Plattform hat gewisse Vorzüge, etwa dass ich die Spiele auf beliebig vielen Rechnern installieren kann, solange ich sie mit meinem Nutzeraccount verknüpft habe. Außerdem kann ich Sicherungen meiner online gekauften Spiele anlegen. Auf der anderen Seite kann ich die Programme nicht weiterverkaufen und einzelne Spiele nicht mehr aus meinem Account herauslösen. Über Steam selbst, als reiner Download, habe ich noch kein Computerspiel erworben, dazu bin ich zu sehr Sammler. Ich möchte gerne eine Packung und einen Datenträger in der Hand halten. Aber ich habe sehr wohl Spiele gekauft, die eine Verknüpfung mit Steam voraussetzen, die "Half-Life 2 Orange Box" zum Beispiel. Als "Sammler" bin ich an einem Weiterverkauf nicht interessiert, so dass das eine Entscheidung ist, die jeder für sich selbst treffen muss. Steam wirft eher datenschutzrechtliche Fragen auf, die ich aber nicht untersucht habe.

Golem.de: Sie haben auch die EULA von Computerspielen untersucht. Mit welchen Ergebnissen?

Mayer-Wegelin: Das Problem vieler EULA ist, dass sie gar nicht auf die deutsche und europäische Rechtslage angepasst werden. Oftmals wird schlicht eine EULA, die auf die Rechtslage in den USA ausgelegt worden ist, ins Deutsche übersetzt. Dass eine solche EULA gar nicht auf die deutsche Rechtslage passen kann, ergibt sich von selbst. Dabei könnten die Hersteller mit vertretbarem Aufwand ihre EULA an den deutschen Markt anpassen lassen. Durch solche angepassten EULA könnten sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie könnten sich selbst und ihre Programme gut schützen und zum Kunden fair sein. Der damit verbundene Image-Gewinn dürfte sich für die Hersteller von Computerspielen auszahlen und dem Interesse der Kunden wäre damit entgegengekommen.

 

Golem.de: Halten Sie die EULA für kompatibel mit den Möglichkeiten der Kopierschutzsysteme und mit geltendem deutschen Recht?

Mayer-Wegelin: Grundsätzlich ja, wobei in der Praxis darauf zu achten ist, dass die EULA auf die deutsche Rechtslage angepasst und nicht einfach nur übersetzt werden. Ich würde es als sehr reizvolle Aufgabe empfinden, einmal EULA zu entwerfen, die den Käuferrechten und den Interessen der Rechteinhaber gleichermaßen gerecht werden. Derzeit weisen die EULA einige Mängel auf, die aber ausgebessert werden können.

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Balla-Mann 25. Feb 2009

Das stimmt nicht. Es steht im selben Paragraphen unter (2). Es ist nur sehr allgemein...

Balla-Mann 25. Feb 2009

Keine Sorge. Das kommt erst in der 6. Klasse dran.

surfenohneende 25. Feb 2009

Entweder habe Ich deine Ironie nicht gefunden oder DU bist ein Anfänger oder ein DAU...

surfenohneende 25. Feb 2009

Welcome @ Nintendo 64 http://de.wikipedia.org/wiki/Nintendo_64

surfenohneende 25. Feb 2009

Weil es die meisten Konsolenspieler nicht interessiert, was da abläuft. Die behandeln...



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