Qimonda: Entlassungen auch mit neuem Investor

Geschäftsleitung macht Hoffnungen der Belegschaft zunichte

Der DRAM-Hersteller Qimonda wird auch mit einem neuen Investor weiter entlassen. Das gab das Unternehmen heute in München bekannt. Die Gleichung der Belegschaft, nach der staatliche Kredite oder neue Geldgeber die Rettung der Arbeitsplätze bedeutet, geht damit nicht auf.

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Den Beschäftigten des insolventen Speicherchipherstellers Qimonda droht auch im Fall einer Rettung des Unternehmens weiterer Stellenabbau. "Auch bei erfolgreichem Abschluss der Investorensuche sind jedoch weitere Restrukturierungsmaßnahmen und Entlassungen nicht ausgeschlossen", so die Konzernführung am 23. Februar 2009 in München. Dazu würden diese Woche erste Gespräche mit den Betriebsräten in Dresden und München geführt, bei denen es um die Regelungen für mögliche Transfer- oder Auffanggesellschaften gehe. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 13.000 Menschen.

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Die Hoffnung der Belegschaft, dass staatliche Kredite oder neue Geldgeber die Rettung der Arbeitsplätze bedeuten, geht damit nicht auf. Die IG-Metall-Betriebsräte forderten auf einer Demonstration am 18. Februar 2009 den Kampf für den Erhalt aller Arbeits- und Ausbildungsplätze. Ein Zug mit fast 3.000 Qimonda-Kollegen zog durch die Dresdner Innenstadt. Teilnehmer berichteten Golem.de von einer nachdenklichen Stimmung bei den Demonstranten. Es gab weniger Forderungen nach Subventionen, manche redeten auch über die Notwendigkeit eines Streiks. Sie haben aber damit keinerlei Erfahrung.

Qimonda hatte am 23. Januar 2009 Insolvenz angemeldet. Der Freistaat Sachsen, Infineon und ein portugiesisches Kreditinstitut sollten Qimonda im Dezember 2008 insgesamt 325 Millionen Euro zur Verfügung stellen, hatte der Konzern gefordert. 150 Millionen Euro waren aus dem sächsischen Steuertopf und weitere 100 Millionen Euro aus Portugal angefragt und galten als gesichert. Doch Anfang Januar hatte die CDU-Fraktion den Nachtragshaushalt des Finanzministers blockiert. Kurz vor der Insolvenz scheiterte der Plan erneut im Landtag am Votum beider Regierungsparteien, die die Debatte von der Tagesordnung nahmen.

Ein Investor müsse bis Ende März gefunden sein, um die Fortführung des Geschäftsbetriebs bei Qimonda zu gewährleisten. Ansonsten würde Qimonda voraussichtlich liquidiert, hieß es am 10. Februar 2009.

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Gegenwärtig führten ein Team des vorläufigen Insolvenzverwalters, Michael Jaffé, und das Management "konkrete Gespräche mit zahlreichen internationalen Interessenten", hieß es heute weiter. Darüber hinaus werde intensiv an Finanzierungsmöglichkeiten gearbeitet, die es ermöglichen sollen, den Betrieb befristet für einige Monaten auch nach dem 31. März 2009 aufrechtzuerhalten, um den Investorenprozess erfolgreich abzuschließen. "Parallel zur Investorensuche wird der Verkauf von Beteiligungen vorbereitet, um Liquidität für die Fortführung des Kerngeschäftes zu gewinnen."

Unterdessen haben die US-amerikanischen Tochtergesellschaften Qimonda Nordamerika und Qimonda Richmond am 20. Februar 2009 Gläubigerschutz nach Chapter 11 angemeldet.

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