SAP stoppt Vermarktung von Business ByDesign
Der Hersteller von Unternehmenssoftware SAP ringt laut einem Bericht des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) weiter mit Schwierigkeiten bei seinem neuen Produkt "Business ByDesign". Firmenchef Leo Apotheker soll wegen technischer Probleme einen Stopp der Vermarktung der Mittelstandssoftware verfügt haben, die sich an Firmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern richtet. So groß seien die Hindernisse, dass die Entwicklung eines Nachfolgers bereits erwogen werde, berichtet die Zeitung aus Unternehmenskreisen.
SAP erklärt dagegen: "Wir führen wie geplant auch 2009 unsere kontrollierte Markteinführung in Deutschland, den USA, Frankreich, England, China und Indien fort."
Business ByDesign ist ein von SAP im Rechenzentrum gehostetes Produkt, bei dem das Anwenderunternehmen eine Funktionsauswahl treffen kann. Neben technischen Problemen soll es Ängste bei potenziellen Business-ByDesign-Kunden davor geben, SAP oder einem Dienstleister die Firmendaten zu überantworten. Deswegen war im Oktober 2008 ein weiteres Geschäftsmodell angedacht worden, bei dem die SAP-Software auf einer Appliance beim Kunden laufen sollte. Support und Wartung wollte SAP per Fernzugriff anbieten.
Das Ziel von 1.000 Kunden für Business ByDesign im Jahr 2008 musste SAP im April 2008 deutlich zusammenstreichen. Die Markteinführung des Produkts, das unter dem Codenamen A1S entwickelt wurde, wurde auf sechs Länder beschränkt, in denen aktuelle Kunden ansässig seien, und die Investitionen reduziert.
Am 21. Oktober 2008 kündigte SAP vier Add-ons für Business ByDesign an, die Funktionen für das Management von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Zahlungsprozessen und die Unternehmensbesteuerung bieten.



