Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Nvidia sucht Streit mit Intel wegen Chipsatzlizenzen (Upd 2)

Gerichtliche Auseinandersetzung zeichnet sich ab. Laut Intels Meinung hat Nvidia keine Lizenz, um Chipsätze für Prozessoren mit integriertem Speichercontroller wie den Core i7 zu bauen. Nvidia sieht das anders und hat nun beim zuständigen Gericht seine Sicht der Dinge zur Sprache gebracht.
/ Nico Ernst
61 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Intel hat sich zu den Vorgängen bisher nicht öffentlich geäußert. In einer in scharfem Ton verfassten Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) erklärt Nvidia bisher lediglich, man habe auf die Vorwürfe von Intel geantwortet.

Laut Nvidia behauptet Intel, das vor fünf Jahren nach langem Disput zwischen Intel und Nvidia abgeschlossene Lizenzabkommen sei nicht für Prozessoren mit Speichercontroller gültig. Nvidia widerspricht dem.

Nvidia-Gründer und CEO Jen-Hsun Huang meint: "Wir sind zuversichtlich, dass unsere Lizenz so wie sie verhandelt wurde gültig ist." Er vermutet, dass Intel sich weigert, Nvidia eine Lizenz für Core-i7-Chipsätze zu erteilen, weil sich die Gewichtungen der Chips im PC verlagert hätten: "Kern dieser Auseinandersetzung ist, dass sich die CPU überlebt hat und die Seele des PCs sich schnell in die GPU verlagert. Das ist der klare Versuch, Innovation zu behindern und das schrumpfende CPU-Geschäft zu schützen."

Wie Nvidia Deutschland erklärte, hatte Intel am vergangenen Montag gegen Nvidia wegen Missbrauch des Lizenzabkommens geklagt.

Schon im Vorfeld der Markteinführung des Core i7 hatten sich Intel und Nvidia gestritten. Um beim Start der neuen High-End-CPU zumindest dabei zu sein, hatte Nvidia überraschend Mainboard-Herstellern die Möglichkeit eingeräumt, SLI-Lizenzen für Produkte mit Intels X58-Chipsatz zu erwerben. Vor kurzem hatte davon auch Intel nach langem Zögern Gebrauch gemacht .

Einen eigenen Chipsatz für den Core i7 hat Nvidia bisher aber nicht auf dem Markt. Offenbar ist dieser aber bereits recht weit entwickelt, wenn Intel jetzt wegen eines angeblichen Missbrauchs des Lizenzabkommens klagt.

Nachtrag vom 18. Februar 2009, um 17:30 Uhr:
Wie Intel Deutschland inzwischen mitteilte, handelt es sich bei dem angestrengten Verfahren um das US-Gegenstück zu einer deutschen Feststellungsklage. Intel sieht seine Rechte noch nicht von Nvidia verletzt, vertritt aber die Auffassung, dass das Lizenzabkommen die Prozessoren mit Nehalem-Architektur nicht abdeckt.

Laut Intel hatte man bei Nvidia um eine Stellungnahme zu dieser Frage gebeten, bevor man das Gericht anrief. Nvidia hat laut Intel darauf aber nicht befriedigend geantwortet.

Nachtrag vom 18. Februar 2009, um 18:30 Uhr:
Nvidia betonte im Rahmen einer Telefonkonferenz, dass Intel die Klage nach langen Verhandlungen angestrengt habe. Über ein Jahr, so Nvidia, habe man über die Frage diskutiert, ob das Lizenzabkommen vom November 2004 auch für die Nehalem-Prozessoren wie den Core i7 gültig sei. Da sich Nvidia sicher sei, dass das der Fall wäre, habe man auch nicht selbst eine Feststellungsklage eingereicht.

Die Öffentlichkeit habe man noch vor Intel gesucht, so Nvidia weiter, weil Gefahr bestanden hätte, dass durch Intels Klage Nvidias gesamtes Chipsatzgeschäft in Zweifel gezogen werden könne. Auch von Seiten Intels sei es aber unstrittig, dass die bestehenden Lizenzen auch für die Ion-Plattform gelten, die Intels Lösungen bei Netbooks und Nettops Konkurrenz machen sollen.

Auch Intels Termin für die Klage habe Nvidia zu einer Reaktion bewegt, erklärte der Chiphersteller. Das Gericht wurde nämlich am 16. Februar 2009 angerufen. Am dritten Montag im Februar feiern die US-Bürger aber stets den Geburtstag von George Washington, auch bekannt als "Presidents Day". An diesem bundesweiten Feiertag konnte Nvidia nicht unmittelbar auf die Klage reagieren, sodass das Unternehmen nun seine Entgegnung bei Gericht mit einer Pressemitteilung verbunden hat.


Relevante Themen