Hälfte der Anschuldigungen gegen Pirate Bay fallengelassen
Die vier Angeklagten im Pirate-Bay-Prozess in Stockholm können mit milderen Strafen rechnen. Das berichtet die BBC(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Frederik Neik, der dort zusammen mit Peter Sunde Kolmisoppi, Carl Lundström und Gottfrid Svartholm Warg unter Anklage steht. Die Anklage lautet nur noch auf Beihilfe zur Bereitstellung von "urheberrechtlich geschütztem Material" . Bislang lautete die Beschuldigung auf "Unterstützung von Urheberrechtsverletzungen" .
The Pirate Bay stellt selbst keine Tauschdateien bereit, sondern nur Informationen zu vorhandenem Content im .torrent-Format. Die bisherige Anklage zeige, so Neik, dass die Staatsanwaltschaft die Technologie nicht begriffen habe.
Die Musikindustrie nannte die Änderung(öffnet im neuen Fenster) beschönigend eine "Vereinfachung der Anklagepunkte" . Peter Danowsky, Anwalt der Kläger aus der Musikindustrie, sagte dem britischen Sender: "Es handelt sich weitgehend um eine technische Frage, und ändert nichts in Bezug auf unsere Schadenersatzansprüche und hat keinen Einfluss auf das Hauptverfahren gegen The Pirate Bay." In einer zivilrechtlichen Klage fordern die Medienkonzerne 20th Century Fox, Columbia Pictures, EMI, MGM Pictures, Sony BMG, Universal und Warner Bros zudem 120 Millionen schwedische Kronen (11 Millionen Euro) Schadensersatz.
Der Urheberrechtsprozess begann am Montag, dem 16. Februar. Die Mitbetreiber erklärten, dass The Pirate Bay ein legales Angebot sei und der Prozess keinen Einfluss auf den Betrieb hätte. Der Dienst habe ein eigenes Leben, auch ohne die vier. 22 Millionen Menschen nutzen im Februar 2009 weltweit das kostenlose Pirate-Bay-Angebot.
Die Wende im Prozess sei "eine Sensation. Es komme in einer Verhandlung sehr selten vor, die Hälfte der Ziele in nur anderthalb Tagen zu erreichen" , sagte der Pirate-Bay-Anwalt Per E Samuelson.