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Test: Graphic Booster - externe Grafikkarte für das Notebook

Eine Spielekiste, die auch den Büroalltag erleichtert. Fujitsu Siemens hat mit AMD die erste marktreife externe Spielegrafikkarte für Notebooks vorgestellt. Die schnelle 3D-Grafik ist nicht der einzige Vorzug des Graphic Boosters. Beim Test der Kombination aus Notebook und Grafikkarte zeigte das System auch jenseits vom Spielen Potenzial für die Zukunft.
/ Andreas Sebayang
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Fujitsu geht mit AMD einen neuen Weg beim Spielen auf dem Notebook. Die spieletaugliche Grafikkarte ist nicht in das Notebook eingebaut, sondern wird in eine Box gesteckt, die mit einem Kabel an das Notebook angeschlossen ist. AMD nennt die Technik XGP (eXternal Graphics Plattform), bei Fujitsu wird die externe Grafikkarte als Amilo Graphic Booster verkauft. Im Booster steckt eine Mobility Radeon HD 3870 mit 512 MByte Grafikspeicher. Damit kann der Spieler die Grafik sowohl auf externen Monitoren als auch auf dem Notebookdisplay beschleunigen. Zusätzlich ist der Anschluss von bis zu drei Displays möglich, was die Lösung auch für Büroarbeit interessant macht.

Das passende und derzeit einzige Notebook, an das sich der Graphic Booster anschließen lässt, ist das Amilo Sa3650 von Fujitsu. Ein 13,3-Zoll-Notebook, das mit 2,4 Kilo weder besonders leicht noch kompakt ist. Es gehört formal trotzdem zu den Subnotebooks. Im Inneren stecken ein Turion X2 ZM-86 mit 2,4 GHz, 4 GByte RAM und eine Radeon HD 3200 als interner Grafikkern des Chipsatzes, der aber höchstens für ältere Spiele taugt.

Das Notebook interessiert in diesem Test nur am Rande, denn es hebt sich technisch bis auf den Grafikkartenanschluss nicht von der Masse der Notebooks auf dem Markt ab. Der Schwerpunkt des Tests liegt deshalb auf der Spieleleistung der externen Grafikkarte und deren Handhabung. Hier gibt es Neuerungen, die das Spielen am Notebook verändern können.

Beim mobilen Spielen mit PCs gab es bisher nur die Möglichkeit, sich für einen bestimmten Grafikchip zu entscheiden. Sollte dieser schnell sein, musste das Notebook entsprechend dafür ausgelegt sein. Ein gutes Kühlsystem, ein größerer Akku, ein Netzteil, das mehr Leistung bereitstellt und meist auch laute Lüfter waren die Folge. Häufig war das Ganze in ein geräumiges und vor allem schweres 15-Zoll-Notebook eingebaut. Mit dem neuen System ändert sich da für mobile Spieler einiges.

Fernspiel, Heimspiel und das Büro

Der Amilo Graphic Booster ist aber nicht nur für Spieler von Interesse. Die stattliche Anzahl von Monitoren, die an das Notebook angeschlossen werden können, spricht für den Einsatz im Büro. Ganze drei Displays können flexibel im erweiterten Desktopmodus benutzt werden. Dazu kommt das ebenfalls nutzbare Notebookdisplay, das aber im Bildvergleich zu Desktopbildschirmen abfällt.

Die Anschlüsse sind durchweg für digitale Bildschirme ausgelegt. Jeweils ein Ausgang am Notebook und am Graphic Booster sind als DVI-I vorhanden. Per Adapter lässt sich auch ein analoger Monitor oder ein älterer Projektor anschließen. Der vierte Bildschirm wird an den Graphic Booster per HDMI gesteckt. DVI-Monitore können per Adapter auch an den HDMI-Anschluss gelegt werden. Der Graphic Booster stellt zudem zwei USB-Anschlüsse zur Verfügung.

Bürotastatur und -maus können also direkt dort angeschlossen werden. Der Booster fungiert damit auch als Dockingstation, die so manches Businessnotebook schlecht aussehen lässt: Vier Bildschirme stehen zur Verfügung und trotzdem lässt sich die Kernkomponente, nämlich das Notebook, aus dem System einfach herauslösen.

Die Fähigkeit des Graphic Boosters, die angeschlossenen Displays mit schneller 3D-Grafik zu versorgen, ist das zweite mögliche Einsatzgebiet. Auf dem Schreibtisch stehen also zwei angeschlossene Bildschirme und der Booster. Wenn der Besitzer des Amilo-Notebooks an den Schreibtisch zurückkehrt, wird das Notebook einfach angeschlossen und losgespielt.

Aber auch das Spielen bei Freunden oder bei einer LAN-Party bietet sich an, denn der Graphic Booster kann auch die Grafik auf dem Notebookdisplay beschleunigen. Die zu berechnenden 3D-Daten werden per Kabel an den Booster geschickt und kommen fertig berechnet wieder zurück in das Notebook. AMD nennt das Crossdisplay.

Den entsprechenden Crossdisplay-Treiber konnte AMD erst Mitte Januar 2009 bereitstellen, obwohl die Hardware schon im Juni 2008 vorgeführt wurde . Die Entwicklung des Treibers war offenbar aufwendig und auch der Grund, warum die vergleichsweise alte Radeon 3870 im Graphic Booster steckt. Fujitsu Siemens bietet den Crossdisplay-Treiber noch nicht an, versicherte jedoch, dass dieser bald erscheinen soll.

Um woanders spielen zu können, muss der Anwender die kleine Grafikkartenkiste, das Notebook und zwei Netzteile mitnehmen. Zusammen macht das etwa vier Kilo Reisegepäck. Verglichen mit einem Desktop-PC, der womöglich in einem schweren und stabilen Gehäuse steckt, ist das System damit ein kompaktes Leichtgewicht, auch wenn andere 13,3-Zoll-Notebooks deutlich kleiner und leichter sind.

Konstruktion: Die Hotplug-Grafikkarte

Die Konstruktion geht einige Kompromisse ein. Statt eines standardisierten Anschlusses für die externe Grafikkarte gibt es ein neues Kabelsystem, das einen sehr zuverlässigen Eindruck hinterlässt. Über acht Leitungen (PCIe x8) werden die Signale verschickt. Da PCIe nach dem 2.0-Standard verwendet wird, ist das genauso schnell wie ein vollwertiger PEG-x16-Slot in Version 1.0 bei älteren Desktops. Das ganze System ist darüber hinaus Hotplug-fähig. Das heißt, dass der Anwender im laufenden Betrieb die Grafikkarte ein- oder ausstecken kann.

Der Treiber empfiehlt jedoch, 3D-Anwendungen zu beenden und die Hardware unter Windows – wie bei USB-Sticks – per Software sicher zu entfernen, bevor die kleine Kiste ausgeklinkt wird. Wer das nicht tut, muss mit Abstürzen und den gefürchteten Blue Screens of Death rechnen. Von den zwei getesteten Treibern war der neuere allerdings deutlich weniger empfindlich gegenüber dem rabiaten Herausziehen der externen Grafikkarte.

Für die Energieversorgung des Graphic Boosters ist nicht das Notebook zuständig. Stattdessen liegt ein zweites Netzteil bei, das an die externe Grafikkiste angeschlossen wird. Wer nur ein Netzteil dabeihat, kann übrigens auch im Akkubetrieb mit der externen Grafikkarte spielen. Das Netzteil muss aber zwingend an den Graphic Booster gesteckt werden, da dieser nicht durch einen Akku gepuffert wird.

Das Notebook selbst ist ein eher unauffälliges Gerät. Das Display spiegelt leider, was etwa beim Spielen dunkler Shooter-Passagen unangenehm ist. Das Touchpad hat eine Oberfläche, die rauer ist als die Handballenablagefläche des Gehäuses. Zudem sind die Tasten leicht versenkt, was das Treffen etwas erschwert.

Zusätzlich hat Fujitsu-Siemens noch drei Sensortasten verbaut. Eine davon ist besonders wichtig, da sie sich um den Auswurf optischer Medien kümmert. Das Slot-In-Laufwerk hat keinen Auswurfknopf.

Der Spieleadministrator

Beim Fujitsu Amilo ist die Handhabung von Spielen schwieriger als bei normalen Systemen. Nicht selten startet ein Spiel erst gar nicht. Der eigentliche Grund: Pfusch bei dem ein oder anderen Spieleentwickler. Nachdem die Windows-Entwickler-Schar erst vor kurzem gelernt hat, wie Breitbildschirme angesprochen werden, müssten die Entwickler jetzt anfangen, sich mit mehr als einer Grafikkarte zu beschäftigen, obwohl Windows schon lange mehrere Grafikkarten unterstützt. Aber es gab auch positive Beispiele.

Auf dem Fujitsu Amilo testete Golem.de unter Windows Vista verschiedene Spiele: X3 Terran Conflict, GTA 4 , Crysis , Far Cry 2 , Flight Simulator X und World in Conflict . Außerdem musste der 3DMark Vantage für synthetische Benchmarks herhalten. Spielbar waren alle Spiele. Doch ohne sich mit Windows und dem Treiber auseinanderzusetzen, ließen sich nicht alle Spiele anständig zum Laufen bringen.

Insbesondere der Benchmark 3DMark Vantage zeigte sich von seiner zickigen Seite. Auf dem Radeon HD 3200 wollte der Benchmark partout nicht durchlaufen. Hier meldete sich allerdings der Treiber zu Wort und ließ den Benchmark mit einer Exception aussteigen. Auf der Radeon HD 3870 startete der Benchmark zunächst nicht. Auch hier gab es eine Exception, diesmal war allerdings Hersteller Futuremark schuld.

Der 3DMark war nicht in der Lage herauszufinden, welche Auflösung das externe Display, auf dem er gestartet wurde, überhaupt unterstützt. Mehr als 1.280 x 800 (also die Auflösung des internen Notebookdisplays) wurde nicht angeboten. Und das wohlgemerkt, obwohl der Benchmark auf einem Display mit einer Auflösung von 1.680 x 1.050 Pixeln gestartet wurde.

3DMark Vantage lief nur unter einer Bedingung auf einem externen Monitor: Das Notebookdisplay musste vor dem Programm versteckt, also abgeschaltet werden, und der externe Monitor am Graphic Booster musste der Primärbildschirm sein. Auf dieselbe Problematik stießen auch World in Conflict und Crysis. Ersteres stürzte gleich beim Start ab und Letzteres wollte nur im lahmen Fenstermodus bei 1.280 x 800 Pixeln laufen. Der Versuch, den Vollbildmodus in Crysis zu nutzen, sorgte für einen Absturz des Spiels. Bei World in Conflict stellte sich zudem heraus, dass das Spiel in keiner Displaykonfiguration den Mehrschirmbetrieb erkennen konnte.

GTA 4 genügte es, wenn der primäre Bildschirm entsprechend unter Windows neu gesetzt wurde. Etwas unberechenbar war der Flight Simulator X. Unterschiedliche Teile des Spiels – Menü, Einstellungsdialoge, das Spiel selbst – wurden teils auf unterschiedlichen Monitoren gestartet. Selbst die Zuweisung der zu nutzenden Grafikkarte im Einstellungsdialog vom Flight Simulator X klappte nicht zuverlässig.

Vorbildlich war einzig Egosofts X3 Terran Conflict. Der sauber programmierte Einstellungsdialog erlaubte die Auswahl der Grafikkarte und des Monitors und lief dann ohne Probleme – unabhängig von den Einstellungen der Monitore unter Windows.

Benchmarks

Ein direkter Vergleich zwischen den beiden Grafikkernen fällt schwer. Der Unterschied zwischen XGP und der internen Radeon HD 3200 ist drastisch: Grand Theft Auto 4 ist auch in niedrigsten Einstellungen mit der Chipsatzgrafik unspielbar. Das gilt auch für World in Conflict oder Crysis. Halbwegs aktuelle Spiele laufen auf der internen Chipsatzgrafik in der Regel nicht in akzeptabler Geschwindigkeit. Folglich werden in den Benchmarks nur Resultate betrachtet, die auf dem Graphic Booster entstanden sind.

Antialiasing wurde grundsätzlich nicht benutzt. Dafür reichen die Reserven des Graphic Boosters nur bei älteren Titeln. Mit der externen Grafikkarte war ein Spiel mit mittleren Einstellungen bei 1.680 x 1.050 Pixeln und in den meisten Fällen möglich.

Respektable Ergebnisse erreichte der Graphic Booster in dem Spiel Far Cry 2. In den höchsten Einstellungen bei 1.680 x 1.050 wurden im Benchmark im Durchschnitt 29 Bilder pro Sekunde erzielt. Wer die Einstellungen auf "High" heruntersetzt, gewinnt nochmals 2 FPS.

Ausreichend hohe Werte lieferte auch das Echtzeitstrategiespiel World in Conflict. Auf mittleren Einstellungen bei 1.680 x 1.050 Pixeln waren im Schnitt 31 Bilder pro Sekunde möglich. Das Spiel neigt in bestimmten Situationen allerdings zu Einbrüchen: Wird etwa eine Atombombe gezündet, sinkt die Bildrate auf 13 FPS ein. Für Mehrspielergefechte müssten die Einstellungen also nochmals gesenkt werden. Im Einzelspielermodus kann vor allem bei kleinen Szenarien die Grafikqualität nochmals angehoben werden.

GTA 4 ist für ATI-Grafikkarten eine schwer zu nehmende Hürde . Ohne den Patch 1.2 konnte das Spiel auf dem Amilo Sa 3650 zudem nur ohne Soundeffekte betrieben werden. Trotzdem ist das Spiel von allgemeinem Interesse, mit weiteren Patches will Rockstar die noch zahlreichen vorhandenen Fehler beheben.

Spielbar ist GTA 4 auf jeden Fall auf dem Notebook. Das gilt vor allem, wenn die Konsolenfassungen als Maßstab genommen werden, denn diese ruckeln auch auf PS3 und Xbox 360 etwas. Mit rund 20 Bildern pro Sekunde kann der Spieler in mittleren Einstellungen bei 1.680 x 1.050 durchaus rechnen. Allerdings muss man mit Einbrüchen der Bildrate leben. Selbst bei besonders niedrigen Details wird die minimale Bildrate nicht über 25 FPS gehoben. Für höhere Einstellungen bietet die Grafikkarte nicht genug Arbeitsspeicher. Die Ergebnisse der Benchmarks streuten recht stark. Bei 1.680 x 1.050 Pixeln wurden 20,18 FPS in mittleren Einstellungen erreicht (Detaileinstellungen auf Mittel, andere Werte 24,36,24,2).

Im 3DMark erreichte das System 3.492 3DMark-Punkte bei einer Auflösung von 1.280 x 1.024. Genutzt wurde das Profil "Performance".

Auf prinzipielle Funktion wurden Crysis, X3 Terran Conflict und Flight Simulator X getestet.

Wie Crysis in mittleren Einstellungen läuft, ist auf dem Video zu sehen. Es ist gut spielbar, auch wenn die Bildrate von 20 bis 25 FPS nicht ideal ist. Es reicht zumindest für den Einspielermodus trotz gelegentlicher Einbrüche. Es ist sogar möglich, in 1.680 x 1.050 Pixeln noch akzeptabel zu spielen. In der Einstellung High sinkt die Bildrate unter 20. Problematisch sind Hänger des Spiels, die dann auftreten, wenn Daten nachgeladen werden müssen.

Nach einiger Konfigurationsarbeit ist auch ein Spiel mit dem Flight Simulator X möglich, auch mit zwei Bildschirmen mit 1.680 x 1.050 Pixeln. Das galt auch für X3 Terran Conflict in den höchsten Einstellungen.

Von besonderem Interesse war ein möglicher Leistungsverlust der externen Grafikkarte, wenn der interne Bildschirm beschleunigt wird. Schließlich muss das Signal zur weißen Box und wieder zurück ins Notebook. In der Praxis war ein Unterschied nicht zu bemerken, er ist aber durch Benchmarks durchaus messbar. Die Unterschiede lagen beim 3DMark Vantage im unteren einstelligen Prozentbereich (extern 5.420 zu intern 5.274 Punkten). Eine Geforce GTX 260 erreicht mehr als 13.000 Punkte bei gleichen Einstellungen. Es liegen also immer noch Welten zwischen dem Graphic Booster und einer aktuellen Desktopgrafikkarte. Etwas deutlicher waren die Ausschläge bei Messungen des Spiels World in Conflict. Statt 18 FPS waren es auf dem Notebookdisplay im Schnitt nur 16 FPS im Benchmark (1.024 x 768 Pixel, Einstellung "Very High").

Ebenfalls angetestet wurde der Betrieb an einem Full-HD-Fernseher (1.980 x 1.080) per HDMI. GTA 4 lief in voller Auflösung in gerade noch annehmbarer Geschwindigkeit, nachdem die Details nochmals heruntergestuft wurden. Dem Flight Simulator X ging offenbar der Speicher aus. Texturen konnten teilweise nicht mehr dargestellt werden und bei höheren Einstellungen stürzte das Spiel ab.

Bei 1.920 x 1.080 reicht die Leistung der Grafikkarte nicht mehr aus. Ab und an gab es zudem Probleme bei der Erkennung des Signals auf Seiten des Fernsehers. Wenn der Fernseher als Primärbildschirm eingestellt war, ging teilweise gar nichts mehr – bis zu einem erzwungenen Neustart des Notebooks. Die Übertragung des Tons per HDMI war dagegen unproblematisch.

Auffälligkeiten in der Handhabung

Während der Testphase fiel auf, dass einige Spiele im Laufe der Zeit immer langsamer wurden. Die Benchmarks selbst spiegelten dieses Phänomen nicht wider. Außerdem war das System nach dem Spielen schlecht ansprechbar. Es traten längere Wartezeiten auf, die für die Auslagerung großer Teile des Arbeitsspeichers auf der Festplatte typisch sind. Allerdings sollte das nicht passieren, wenn sich im System 4 GByte RAM befinden.

Unglücklicherweise nutzt Fujitsu Siemens nur die 32-Bit-Version von Windows Vista. Ein Teil des Arbeitsspeichers geht verloren, und zwar mindestens 512 MByte. Obendrein reserviert sich der Treiber stolze 1,3 GByte RAM für das sogenannte HyperMemory, das der Grafikkarte zusätzlich helfen soll. Am Ende bleiben also nur 2,2 GByte für Windows, Anwendungen und Spiele. Viel zu wenig bei modernen Spielen. Und so bricht GTA 4 bei wiederholten Benchmarks um 20 bis 30 Prozent ein. Auf dem Testsystem wurde keine zusätzliche Software installiert, die im Hintergrund lief. In der Praxis dürfte der Mangel an verfügbarem Speicher schneller in Erscheinung treten. Ein Abschalten von Displays ändert an dem Umstand übrigens nichts.

Im Mehrschirmbetrieb bei Spielen fiel zudem auf, dass sich beim Abschalten des Notebookdisplays im Treiber auch der zweite Monitor mit abschaltet, der direkt am Notebook angeschlossen ist. Zudem ließ sich auf dem DVI-Ausgang des Notebooks kein primärer Bildschirm einstellen.

Beim Spielen des Flight Simulator X gelang es nicht, alle vier Monitore zu nutzen. Das Spiel schaffte es nur selten, mit vier Monitoren zu starten. Die bereits erwähnten Probleme beim Start des Spiels tauchten immer wieder auf: Es war schwer vorhersehbar, in welcher Auflösung und auf welchem Bildschirm das Spiel startet. Wurde ein Instrument etwa über Grafikkarten hinweg (von Monitor 3,4 zu Monitor 1,2) bewegt, quittierte Windows das mit einem Bluescreen. Laut AMD ist das System für diesen Extremfall nicht ausgelegt. Vielleicht ändert sich das mit neueren Treibern noch.

Immerhin gelang der Betrieb mit zwei Bildschirmen: entweder mit beiden am XGP oder mit einem Bildschirm am XGP und dem Notebookdisplay. Im letztgenannten Szenario war es sogar möglich, 3D-beschleunigte Fenster über Grafikkarten hinweg zu bewegen. Die Grafikdarstellung war auf dem Notebookdisplay nur erheblich langsamer. Es ist also anscheinend prinzipiell möglich, den Flight Simulator X auf allen Monitoren zu spielen. Für so manchen Freund einer Simulation sicherlich eine interessante, wenngleich derzeit nicht brauchbare Lösung.

Lautstärke und Leistungsaufnahme

Die kleine Box ist auch unter Last recht leise. Das Laufwerk und die Lüfter des Notebooks übertönen den Graphic Booster. Ohne Last ist der Graphic Booster kaum wahrzunehmen. Der Lüfter des Amilo hingegen rauscht unentwegt, was beim Spielen aber in der Regel kaum stört.

Die beiden 90-Watt-Netzteile sind für Notebook und externe Grafikkarte ausreichend dimensioniert. Ohne 3D-Last nahm die Grafikkarte etwa 17 Watt Leistung auf. Unter Last wurden daraus schnell 50 bis 66 Watt. Das Notebook nahm 66 Watt unter Last und 33 Watt bei ruhendem Desktop auf.

Fujitsu Siemens Amilo Graphic Booster ist nur im Paket mit dem Amilo Sa 3650 verfügbar. Der Preis beginnt bei etwa 1.100 Euro.

Fazit:

In mittleren Einstellungen lassen sich viele Spiele auf dem Fujitsu Amilo Sa3650 spielen. Wenn der Anwender bereit ist, etwas Zeit zu investieren, ist das Notebook samt Graphic Booster eine interessante Möglichkeit, das Hobby Spielen zu verfolgen, ohne sich einen Spiele-PC zuzulegen. Beim Test war es möglich, die Probleme so weit zu beheben, dass jedes getestete Spiel ansprechend lief.

Auch wenn das System teuer ist und die Grafikkarte nicht zu den aktuellsten gehört, ist die Kombination aus Notebook und externer Grafikkarte derzeit konkurrenzlos. Leider ließ die langwierige Treiberentwicklung die Grafikkarte veralten. Andere Hersteller beißen sich aber noch die Zähne an einem solchen Konzept aus, das kompliziert in der Umsetzung ist.

In Zukunft erwartet den mobilen Spieler vielleicht eine deutlich schnellere Grafikkartenbox mit mehr Anschlüssen, die als echte Dockingstation dienen kann. Ein schnelleres Notebook mit 64-Bit-Betriebssystem würde zusätzlich nicht schaden.

Uneingeschränkt empfehlenswert ist das System aus Notebook und externer Grafikkarte nicht. Wer neben dem Spielen auf mittleren Einstellungen auch an den Bürofähigkeiten interessiert ist, dürfte an dem Paket aber Gefallen finden. Das gilt auch für diejenigen, die bereits ein Amilo Sa3650 besitzen.

Alle anderen warten lieber auf die nächste Generation. Für ein Erstlingswerk verdient die Umsetzung jedenfalls Respekt. Die Idee ist einfach gut.


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