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Welchen Datenschutz braucht die Informationsgesellschaft?

Die anwesenden Politiker sahen sich vor allem aus der Offlinewerbewirtschaft mit Forderungen nach einer Beibehaltung des sogenannten Listenprivilegs konfrontiert. Das Listenprivileg erlaubt Direktwerbern den Handel mit zu Listen zusammengefassten Verbraucherdaten, ohne die Betroffenen um Erlaubnis bitten oder informieren zu müssen. Die Bundesregierung plant nach einem Gesetzentwurf vom Dezember 2008 die weitgehende Abschaffung dieses Privilegs und bringt damit Adresshändler und -käufer auf die Barrikaden.

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Auch eine zweite Gesetzesbaustelle wird von der Werbewirtschaft heftig attackiert. Die Bundesregierung plant, die Auskunftsrechte Betroffener beim sogenannten Scoring auszubauen. Auskunfteien müssten demnach mehr Transparenz im Hinblick auf ihren Umgang mit Verbraucherdaten schaffen. Wem beispielsweise ein Kreditkauf auf Grund der Aussagen einer Auskunftei verweigert wird, der hätte in Zukunft das Recht, eine ausführliche Erläuterung dazu zu bekommen.

Ein völlig anderes Datenschutzbedürfnis

Ob solche Diskussionen für die erste und zweite Generation der "digital Natives" besonders interessant sind, bezweifelte nicht nur Klaus Siebenhaar von der Freien Universität Berlin. Siebenhaar erforscht die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen - ohne selbst E-Mail zu nutzen, wie er freimütig eingestand. Siebenhaar unterstützte die von Markus Gerstmann (jugendinfo.de) anhand von ausgewählten SchuelerVZ- und StudiVZ-Profilen demonstrierte Aussage, dass die internetaffine Jugend offensichtlich völlig andere Datenschutzbedürfnisse habe als die Generation ihrer Eltern und Lehrer. Teenager und Twens, die massenhaft erotisierte Fotos von sich selbst im Internet veröffentlichen, legen ein grundsätzlich anderes Verständnis von Privatsphäre an den Tag.

Auf die Frage, wie die Gesellschaft damit umgehen solle, gab es bestenfalls halbherzige Antworten. Die Reaktionen reichten von: "Internet als Schulfach, so früh wie möglich" (Sascha Lobo von Riesenmaschine.de) über: "Ich bin ratlos" (Ursula Heinen, Staatssekretärin im Vebraucherschutzministerium) bis hinzu: "Man kann nicht alles auf die Schulbildung abwälzen" von Manfred Zöllmer (MdB, SPD).

Zöllmer brachte die allgemeine Verunsicherung auf den Punkt: "Kann informationelle Selbstbestimmung unter den Bedingungen des [Internets] noch funktionieren?"

Heimliches Foto von Klaus Siebenhaar
Heimliches Foto von Klaus Siebenhaar
Die praktische Antwort auf diese Frage gab Sascha Lobo. Während der Podiumsdiskussion machte er, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen, heimlich ein Foto von Klaus Siebenhaar und schickte es über den Äther an TwitPic. Anschließend wies er die Anwesenden auf den "Vorfall" hin, der in ähnlicher Weise jederzeit und überall geschehen könnte. Siebenhaar nahm es mit Humor. Die Reaktion des Publikums ließ sich zwischen Verblüffung und Resignation verorten.

Wie soll der richtige Datenschutz im 21. Jahrhundert aussehen? Keine Antwort, nirgends. [von Robert A. Gehring]

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spanther 12. Feb 2009

Das glaubst aber auch nur du :D Dann müssen die nämlich wie Drogenhändler extreme Panik...

2laky 12. Feb 2009

Es gibt zwar Gesetze gegen den Missbrauch von Daten, aber keine Gesetze, die dir das...

Alex Keller 12. Feb 2009

Der User/Benutzer deklariert seine Informationen mit einem "Wasserzeichenstempel", der...

Datenschützer-XYZ 11. Feb 2009

(k.T.)

Datenschützer-XYZ 11. Feb 2009

Datenschutz ist nicht "veraltet". Nur weil ein höheres Wirtschaftliches Interesse...


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