Der Stoßdämpfer als Kraftwerk

Stoßdämpfer sorgen im Auto für eine ruhige und sichere Fahrt. Studenten des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben einen Stoßdämpfer entwickelt, der noch mehr kann: Er erzeugt elektrische Energie aus den Stößen durch Bodenwellen und anderen Fahrbahnunebenheiten.
Zu Beginn ihres Projektes hatten die Studenten zunächst erforscht, wo in einem Auto die meiste Energie verschwendet wird. Da Hybridfahrzeuge bereits Bremsenergie zurückgewinnen, suchten die Studenten nach anderen Möglichkeiten und fanden die Radaufhängung. Sie statteten verschiedene Fahrzeugtypen mit Sensoren aus, um zu messen, wie viel Energie hier gewonnen werden kann. Die Messungen ergaben, dass herkömmliche Radaufhängungen eine signifikante Energiemenge verschwenden, erklärt Zack Anderson. Die Studenten glauben, dass ihre Stoßdämpfer die Effizienz eines Autos um 10 Prozent steigern können. Da zudem eine Elektronik die Dämpfung aktiv steuert, ermöglichen die neuartigen Stoßdämpfer auch eine ruhigere Fahrt als herkömmliche Stoßdämpfer.
Die meiste Energie lässt sich laut Anderson bei schweren Fahrzeugen gewinnen. In Tests fanden er und seine Kommilitonen heraus, dass bei einem dreiachsigen Lkw jeder der sechs Stoßdämpfer auf einer normalen Straße bis 1 kW Energie erzeugen kann. Mit dieser Energie könne beispielsweise das Kühlaggregat eines Anhängers betrieben werden. In Hybridfahrzeugen könnten die Stoßdämpfer die Akkus laden.
Energy Harvesting wird die Versorgung eines Systems mit Energie aus seiner unmittelbaren Umgebung genannt, zum Beispiel aus Vibrationen, Luftströmungen oder mechanischen Bewegungen. So kann das Hemd , der Schuh , das Knie oder sogar der eigene Kiefer zum Kraftwerk werden.



