MS-FlightSim nimmt Kurs auf "Games for Windows Live"
"Schließen Sie sich dem Team an, das für die unterhaltsamste und wertvollste Flugerfahrung verantwortlich ist, die es auf Games for Windows Live gibt": Mit diesem Text sucht Microsoft in einer Stellenanzeige(öffnet im neuen Fenster) nach einem leitenden Grafiker für ein neues Projekt. Bis vor kurzem hatte das Unternehmen noch eine ganze Reihe von Spieleentwicklern mit Flugsimulationserfahrung unter Vertrag – bis das für den Flight Simulator zuständige Aces Studio dichtgemacht wurde und rund 100 Mitarbeiter ihren Job verloren.
Schon bei der Schließung hatte Microsoft bekanntgegeben, dass Flight Simulator in neuer Form fortgesetzt wird. In der Stellenanzeige beschreibt das Unternehmen das neue Projekt: "Unsere Technologie stellt ganze Kontinente – möglicherweise sogar den ganzen Planeten – als detaillierte und dynamische 3D-Erfahrung bereit."
Die Stellenanzeige passt zu Meldungen aus der Flight-Sim-Community. Auch dort gibt es Hinweise darauf, dass Microsoft seine Flugsimulation als Bestandteil für Game for Windows Live umsetzt. Gerüchten zufolge sollen bereits Entwickler von Flight-Sim-Erweiterungen von Microsoft kontaktiert worden sein. Diese Add-ons spielen traditionell eine große Rolle bei dem Programm, indem sie die Welt um zusätzliche Gebiete, Flugzeuge und andere Inhalte ergänzen. Die Entwickler – zum Teil Hobbyprogrammierer, zum Teil kleine Firmen – fürchten, dass ihre Produkte künftig wie im iPhone-Store nur nach Freigabe durch Microsoft erhältlich sind und sie nur einen kleinen Teil der Erlöse bekommen.
Flight-Simulator-Fans befürchten, dass es durch die Einrichtung des Erlösmodells künftig weniger Erweiterungen geben wird. Bislang ist es so, dass große Luftfahrtunternehmen ein Auge zudrücken, wenn es beispielsweise einen neuen Lufthansa- oder Air-Berlin-Jet mit entsprechend realistischen Logos im Internet zum Download gibt. Sobald aber eine offizielle Freigabe durch Microsoft nötig ist, könnte Microsoft wiederum gezwungen sein, eine Erlaubnis der Fluggesellschaften einzuholen. Das dürfte, sofern es überhaupt gelingt, sehr viel Zeit beim Weg durch die Entscheidungsinstanzen benötigen.
Laut der Communityseite Avsim.com(öffnet im neuen Fenster) haben einige unabhängige Entwickler versucht, die Engine und den Quellcode der Flight-Simulator-Reihe zu kaufen und auf eigene Faust weiterzuentwickeln. Microsoft habe alle derartigen Offerten abgelehnt.
Weiter meldet Avsim.com, dass Microsoft im Zusammenhang mit der Schließung von Aces auch die professionelle Flugsimulations-Entwicklungsplattform ESP(öffnet im neuen Fenster) eingestellt hat. Angeblich sind Lizenznehmer wie Boeing und Northrop Grumman darüber bereits informiert.
- Anzeige Hier geht es zu Fliegen: Die Geschichte der Luftfahrt bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.