Drei oder vier Kerne deutlich unter 200 Euro im. Bisher gab es den Phenom II nur mit vier Kernen und anfangs zu Preisen deutlich über 200 Euro. AMD ändert das jetzt und bringt dasselbe Die mit verschiedenen Cache-Größen und auch mit einem abgeschalteten Kern auf den Markt. Gedacht sind die Prozessoren für den neuen Sockel AM3, der noch keine Vorteile bringt – aber auch keine Nachteile, wie unsere Tests zeigen.
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Insgesamt fünf neue Prozessoren mit dem Markennamen "Phenom II" hat AMD vorgestellt. Zusammen mit den beiden schon existierenden Modellen X4 920 und X4 940 ergibt sich schon vier Wochen nach dem Marktstart des Phenom II eine beträchtliche Vielfalt an verschiedenen Prozessoren.
Wie schon bei früheren CPU-Serien differenziert AMD Modelle auf Basis desselben Dies durch verschiedene Größen des L2-Caches und der aktiven Kerne. Beim Phenom II gibt es nun neben den Prozessoren mit dem Namenszusatz "X4" mit vier Kernen auch CPUs mit drei Kernen, die durch "X3" gekennzeichnet sind.
Für den Verkauf an Endkunden sind von den neuen Prozessoren nur Phenom II X4 810, X3 710 und X3 720 vorgesehen. Letzterer ist zudem eine "Black Edition", so nennt AMD seine CPUs mit frei einstellbarem Multiplikator für einfaches Übertakten. Nur für diese drei Modelle gibt AMD bisher einen 1.000-Stück-Preis für PC-Hersteller und Wiederverkäufer an. Die Modelle X4 910 und X4 805 will AMD nur direkt an PC-Hersteller verkaufen – sie tauchen dennoch bereits in Preisvergleichen auf und dürften auch bald als lose "Tray-Ware" zu haben sein.
Die drei offiziell vertriebenen neuen CPUs verkauft AMD als "Processor in a box" (PiB) samt passendem Kühlkörper und Lüfter. Auf diese Version beziehen sich auch die angegebenen Preise. Beim Kauf gilt es hier besonders zu beachten, ob die PiB-Variante oder eine lose CPU ohne Kühler (Tray) angeboten wird.
Socket AM3 – abwärtskompatibel, bisher keine neuen Mainboards
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Kurz vor Ablauf der Sperrfrist schickte AMD den X4 810 und X3 720 in Serienversionen zum Test. Der Chiphersteller dementierte dabei auch ausdrücklich Gerüchte, nach denen die neuen Prozessoren anfangs kaum lieferbar sein sollen. Ob wirklich die angepeilten Massenstückzahlen zur Verfügung stehen, lässt sich aber erfahrungsgemäß erst einige Wochen nach Marktstart beurteilen.
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Alle fünf neuen Prozessoren passen in den neuen Sockel AM3, der erstmals bei AMD auch Unterstützung für DDR3-Speicher bis effektiv 1.333 MHz Takt verspricht. Dabei darf dann aber für jeden Speicherkanal nur ein DIMM vorhanden sein. Ein AM3-Mainboard aus Serienfertigung für DDR3 ist bisher aber nicht lieferbar, selbst Prototypen konnte AMD nicht zur Verfügung stellen. Auch seine eigenen Benchmarks hat AMD bisher nur mit AM2+-Mainboards durchgeführt.
Auf Nachfragen erklärte das Unternehmen, dass die bisherigen AM3-Prozessoren vorwiegend für günstige PCs der Einstiegs- bis Mittelklasse gedacht seien. Da DDR3-Speicher immer noch deutlich teurer als DDR2-Speicher ist, würden AM2+Boards hier besser passen.
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Anders als vielfach behauptet, passen die AM3-CPUs nämlich auch in Mainboards mit dem Sockel AM2+. AMD hat beim Pinout der AM3-Prozessoren lediglich zwei Pins eingespart, was für korrekte Erkennung der Prozessoren sorgt. Ein BIOS-Update ist jedoch unerlässlich, Hersteller wie Asus, Gigabyte und MSI bieten entsprechende Aktualisierungen bereits an. So konnten wir den X4 810 und X3 720 mit der BIOS-Version "F3O" auf dem Mainboard Gigabyte GA-MA790GP-DS4H auch problemlos betreiben.
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Generell betont AMD inzwischen, dass man den erhofften Gewinn an Rechenleistung durch DDR3-Speicher nicht überschätzen sollte. Oft kolportiert werden vier Prozent im Mittel über die getesteten Anwendungen, diese Zahl findet sich jedoch nicht in den Präsentationen von AMD zum Phenom II, die den Testern bisher zur Verfügung gestellt wurden. Woher sie stammt, wusste AMD auf Nachfragen auch nicht mehr genau, der Chiphersteller dementierte diese Angabe aber auch nicht.
Somit bleiben die AM3-CPUs bisher Teil der Dragon-Plattform, die aus einem Phenom-II-Prozessor, 700er-Chipsatz und einer Grafikkarte der Serie Radeon HD 4000 besteht. Neue Chipsätze hat AMD bisher nicht angekündigt – das ist für DDR3-Unterstützung auch nicht nötig, da der Speichercontroller im Prozessor sitzt.
Benchmarks
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Da die beiden AM3-Prozessoren nur kurz zur Verfügung standen und wir die Phenom-II-Architektur bereits ausführlich beleuchtet haben, beschränkten wir uns auf ausgewählte Tests, die mit der Zahl der Kerne gut skalieren. Die verwendeten Komponenten und Verfahren haben wir im ersten Test des Phenom II beschrieben.
Bis auf die beiden Prozessoren und ein BIOS-Update wurde an dieser Plattform nichts verändert, die Ergebnisse sind also voll vergleichbar. Im Zentrum stand der Vergleich mit dem Phenom II 940, um herauszufinden, wie gut die Architektur mit verschiedenen Cache-Größen und der Zahl der Kerne skaliert.
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Erwartungsgemäß verliert der Phenom II X3 720 im Vergleich mit den schnelleren Modellen vor allem in den Tests deutlich, welche Mehrkern-CPUs voll auslasten. Das ist sowohl beim Cinebench R10 als auch beim CPU-Test von 3DMark Vantage der Fall.
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Da WinRar 3.8 zwar stets alle vorhandenen Kerne nutzt, diese aber nie voll ausreizt, fällt der Dreikerner von AMD hier weniger deutlich zurück. Wie der Belastungsverlauf des Task-Managers zeigt, wird stets ein Kern mehr gefordert als die anderen. Mit um Mittel rund 75 Prozent Auslastung über alle Kerne ist WinRar 3.8 aber besser in Threads aufgeteilt als viele andere Anwendungen.
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Die kleinere Cache-Größe des X4 810 bremst bei dieser Anwendung, die aus sehr kleinen Schleifen besteht, aber ebenfalls – der Phenom II 940 ist nicht nur durch seinen höheren Takt schneller.
Leistungsaufnahme und Fazit
Wie auch die Modelle der 900er-Serie können sich die AM3-Prozessoren auf bis zu 800 MHz heruntertakten, zudem schalten sich die Kerne fast vollständig ab, auch wenn ihre Daten gebraucht werden. AMD nennt diese Funktion Smart Fetch. Das hilft deutlich beim Stromsparen, kleinere Caches oder ein ab Werk deaktivierter Kern bringen hier nur noch wenig Ersparnis.
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Unter Volllast mit Cinebench R10 wirken sich die geringeren Takte der beiden neuen Modelle deutlicher aus als Änderungen am Design. 40 Watt mehr braucht der Phenom II X4 940 als der X3 720 bei dieser Aufgabe. Wie auch Intels 45-Nanometer-Prozessoren brauchen die AMD-CPUs für viel Rechenleistung also auch viel Strom.
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Gegenwärtig ist der größte Vorteil der ersten AM3-Prozessoren ihre Abwärtskompatibilität. Mainboards mit Sockeln für DDR3-Speicher sind noch nicht lieferbar, und wenn der Leistungsvorteil durch den neuen Speicher so groß wäre wie erhofft, hätte AMD längst schnellere CPUs mit dem neuen Sockel vorgestellt. Die Mainboardhersteller würden sich zudem auf entsprechende Produkte stürzen, was bisher aber nicht der Fall ist.
Damit bleiben die deutlich günstiger als bisherige Phenom IIs angebotenen neuen Modelle vor allem interessant für PC-Hersteller. Diese können damit nun Rechner in viel mehr Preisklassen zusammenstellen, als es mit den bisherigen beiden Phenom-II-Modellen der Fall war.
Dass von solchem Wettbewerb jeder PC-Anwender etwas hat, haben bereits die massiven Preissenkungen von Intels Prozessoren nach der ersten Vorstellung des Phenom II gezeigt. Für die beiden Prozessorrivalen wird der Konkurrenzkampf angesichts der aktuellen Nachfrageschwäche nach Hardware aber finanziell immer belastender.