Indischer Softwarekonzern findet Krisenmanager
Die Führungskrise bei dem indischen Softwarekonzern Satyam Computer Services scheint überwunden. Wie das Unternehmen in Hyderabad verlautbarte, wurde der führende Satyam-Manager A.S. Murty auf den Chefsessel befördert. Er war zuletzt Leiter der Sparte "Global Delivery" und tritt seine neue Aufgabe noch am Tag der Bekanntgabe, 5. Februar 2009, an. Satyam ist neben Tata Consultancy Services (TCS), Infosys und Wipro Indiens viertgrößter IT-Dienstleister und hat 53.000 Beschäftigte. Marktkenner hatten einen externer Nachfolger erwartet, um auch nach außen einen Neuanfang zu demonstrieren.
Im Januar 2009 wurden der Aufsichtsratschef und Gründer B. Ramalinga Raju, sein Bruder und Vorstandschef B. Rama Raju sowie Finanzchef Srinivas Vadlamani inhaftiert. Gegen die drei wird wegen Verdachts auf Betrug und Urkundenfälschung ermittelt. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Bilanzen um 1 Milliarde US-Dollar aufgebläht. Die Regierung hatte eigene Vertreter in den Aufsichtsrat entsandt, um die Affäre aufzuarbeiten.
Laut Aufsichtsrat Kiran Karnik sei Murthy die beste Wahl für den Posten. "Er hat den Vorteil, dass er die Kunden und die Beschäftigten kennt", sagte er der Times of India(öffnet im neuen Fenster). Eine Übernahme durch einen Wettbewerber sei weiterhin möglich, obliege aber nun der Entscheidung Murtys.


