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Google-Managern droht Haftstrafe wegen eines Handyvideos

Jugendliche schickanierten Behinderten vor laufender Handykamera. Vier hochrangigen Führungskräften von Google droht eine Haftstrafe. In Mailand war wegen eines Videos geklagt worden, das 2006 bei Google Video veröffentlicht worden war. In dem Handyvideo hänselten vier Jugendliche in Turin einen behinderten Jungen. Der Prozess beginnt heute.
/ Achim Sawall
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Vier hochrangige Manager des Internetkonzerns Google müssen sich wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte eines Jungen mit Down-Syndrom vor Gericht verantworten. Obwohl das Video nach Beschwerden sofort entfernt wurde, hätte die Veröffentlichung von dem US-Konzern verhindert werden müssen, argumentiert die italienische Staatsanwaltschaft.

David Drummond, Senior Vice President und Chefjustiziar bei Google Video in London, George Reyes, früherer Finanzchef der Sparte, und Peter Fleischer, Konzernverantwortlicher für den Datenschutz, stehen laut einem Bericht der New York Times(öffnet im neuen Fenster) vor Gericht. Ein weiterer leitender Manager bei Google Video in London, der ebenfalls angeklagt wird, werde nicht namentlich genannt, sagte ein Google-Sprecher der Zeitung. Die Manager trügen keine persönliche Verantwortung für das herabsetzende 3-Minuten-Video, das mit einem Kamerahandy aufgenommen wurde, hieß es weiter.

Google will das Video sofort nach einer Beschwerde durch eine italienische Rechtsanwaltsvereinigung entfernt haben, und lehnt die Anschuldigungen zur Haftung für nutzergenerierten Content deswegen ab.

"Wir haben wiederholt unsere Betroffenheit gegenüber dem Opfer und seiner Familie betont", erklärte das Unternehmen. "Wir sind erfreut darüber, dass die Täter durch unsere Kooperation erkannt und bestraft werden konnten. Wir meinen daher, dass diese Anklage vollständig falsch ist. Es entspräche der gleichen Logik, einen Postzusteller wegen der Verbreitung von Hassreden zu bestrafen." Der Versuch der italienischen Behörden, neutrale Plattformen für dort veröffentlichte Inhalte verantwortlich zumachen, sei ein direkter Angriff auf das freie, offene Internet, erklärte Google weiter. Die betroffenen Mitarbeiter würden vom Konzern jede erdenkliche Rechtshilfe bekommen.


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