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"Rugby statt GTA 4" - Christian Pfeiffer im Interview

Der Pate Don Edition: 'Exzessive Gewaltorgien'
Der Pate Don Edition: 'Exzessive Gewaltorgien'
Golem.de: Ich weiß nicht, was die amerikanische Armee mit unserem täglichen Leben zu tun hat. Es ist doch vielmehr so, dass in Deutschland die schweren Gewalttaten zurückgehen, und zwar seit Jahren.

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Pfeiffer: Weil das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt, sinken "Junge Männer"-Delikte wie Mord und Totschlag, Autodiebstahl, Wohnungseinbruch. Zudem werden die verbleibenden Fälle viel öfter aufgeklärt, und das schreckt ab. Doch gleichzeitig nehmen die Körperverletzungen junger Menschen zu!

Golem.de: Wir sind in Deutschland in der glücklichen Situation, seit sechs Jahrzehnten keinen Krieg mehr erlebt zu haben. Könnte es nicht sein, dass die mediale Auseinandersetzung mit Gewalt eine Kompensation für das Erleben echter Gewalt darstellt - und somit einen wichtigen, gesunden Prozess?

Pfeiffer: Das ist ja eine schöne Idee. Aber Entwicklungspsychologen und Neurobiologen sehen das anders: Im Mann existiert aus Arterhaltungsgründen ein hohes Potenzial an Selbstverteidigungsfähigkeit. In Regionen, in denen es keinen funktionierenden Rechtsstaat gibt, wird dieses Kämpferbild noch heute praktiziert - und ist dort funktional. Doch in unseren Breitengraden wird das Gewaltpotenzial der jungen Männer nicht mehr richtig abgerufen.

Golem.de: Dann müsste es Sie doch freuen, dass es Spiele mit Gewaltdarstellung gibt.

Pfeiffer: Nein, nein. Diese Kampfbereitschaft der Jungen kann man dadurch auffangen, dass man ihnen in Ganztagsschulen nachmittags Rugby anbietet. Ein exzessiver Gewalt-Männersport, wunderbar in den Rollen und im Austobepotenzial! Die Umsetzung dieser Männerpotenziale in Richtung fantasiehaftes Töten am Computer ist hingegen überflüssig wie ein Kropf.

Golem.de: Sie empfehlen Rugby statt GTA 4?

Pfeiffer: Genau. Es ist auch gar nicht so, dass Männer, die diese Gewaltspiele spielen, damit ihre Gewaltpotenziale abarbeiten. Die Schulen bieten Jugendlichen generell nur Wissensvermittlung, aber keine Möglichkeit, ihre Männlichkeit positiv zu erfahren. Dort, wo in Deutschland solche Freizeitangebote in erhöhtem Maße bestehen, nämlich im wohlhabenden Süden, greifen erheblich weniger Jugendliche zu gewalttätigen Spielen. In München spielen 10 Prozent der zehnjährigen Jungen Spiele ab 16, in Dortmund sind es 24 Prozent.

Golem.de: Sie wettern auch gegen World of Warcraft und fordern dafür USK 18.

Pfeiffer: Das erste World of Warcraft ist nicht mehr vergleichbar mit dem heutigen, das exzessive Gewalt zeigt. Ich kann nachvollziehen, dass die USK das erste Spiel - in Unkenntnis seiner Suchtwirkung - als ab zwölf eingestuft hat. Aber in der aktuellen Version werden Menschen getötet, und dann kommt die Aufforderung, Ratten zu fangen, damit diese die Körper abnagen. Es gibt Folterszenen, es werden Splitterbomben eingesetzt. Kleine Schimpansenbabys müssen gefangen und mit Elektroschocks gequält werden, damit sie ihre Mütter herbeirufen, die man dann töten muss. World of Warcraft ist keine Märchenstunde mehr!

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Exportforce 14. Feb 2009

Saubere Kommentare von Kardinal und Gorf. Eventuell könnt ihr ja mal zu einigen Themen in...

Roland2 13. Feb 2009

...immer einem auf so wichtig macht und alles besser weis wie die Gegenseite. Verbieten...

spanther 04. Feb 2009

Ich finde deine Ansicht darüber sehr vernünftig und kann dir da nur beipflichten. Lass...

klemme61 04. Feb 2009

klar strotz GTA vor Klischees. Aber das mit "Jud Süß" muß extrapoliert werden. Vielleicht...

klemme61 04. Feb 2009

ja und? Es gibt auch Leute die trinken Bier und fahren Auto.



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