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"Rugby statt GTA 4" - Christian Pfeiffer im Interview

GTA 4: 'Hat Untertöne, die völlig inakzeptabel sind.'
GTA 4: 'Hat Untertöne, die völlig inakzeptabel sind.'
Golem.de: Ich spiele GTA 4 mit großem Vergnügen. Besonders freut mich die satirische Abrechnung mit den Auswüchsen der US-Populärkultur. Ihnen ist das nicht aufgefallen?

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Pfeiffer: Ich sehe diese ironischen Elemente sehr wohl, aber GTA 4 trainiert viel zu sehr exzessive Gewalt. Und es hat Untertöne, die völlig inakzeptabel sind: Einmal wird ein Diamantenhändler getötet, der ist Jude und verhält sich genauso wie "Jud Süß". GTA 4 sollte konsequenter von Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden. Und das geht heutzutage über Indizierung.

Golem.de: Die Gewaltdarstellung in den Medien, bis hin zu den Nachrichtensendungen, hat deutlich zugenommen. Das scheint ein gesellschaftliches Phänomen zu sein. Wie wollen Sie das stoppen?

Pfeiffer: Man kann die Konsequenzen deutlich machen. In Filmen hat man auch lange Zeit hemmungslos Humphrey Bogart und seine Partnerinnen qualmen lassen, heute werden Sie solche Szenen nicht mehr sehen. Weil es jedem bewusst geworden ist, dass Rauchen schädlich ist. Die Spieleindustrie behauptet immer noch, Gewaltexzesse in Computerspielen hätten keine gewaltsteigernde Wirkung, und stützt das mit gekaufter Forschung.

Das Rauchen allein bringt keinen ins Grab, und GTA 4 allein macht niemanden zum Amokläufer. Es müssen immer andere Belastungsfaktoren hinzukommen, etwa innerfamiliäre Gewalt, Misserfolg in der Schule oder soziale Außenseiterrolle. Eine einmalige Befragung ist kein Beweis.

Aber wir sind länger an denselben Probanden drangeblieben, und siehe da: Diejenigen, die intensiv in der 3. und 4. Klasse solche Spiele genutzt haben, sind im Alter von elf oder zwölf Jahren deutlich stärker gewalttätig geworden. Dasselbe gilt für die Schulleistung: Wir haben fünf Gruppen von 18- bis 25-Jährigen jeweils eine Beschäftigung vorgegeben: Sport, harmloser Film, Sims, brutaler Film, brutales Spiel. Im Anschluss mussten sie Matheaufgaben lösen. Die Spieler des brutalen Spiels schafften 10 Punkte, die Sporttreibenden 15 Punkte, und die, die den brutalen Film sahen, lagen in der Mitte.

Golem.de: Daraus folgern Sie wohl, Computerspiele seien schlimmer als brutale Filme?

Pfeiffer: Nicht nur wir! Und auch Empathieverluste sind beim Computerspielen viel stärker ausgeprägt als beim Filmegucken.

Golem.de: Wann wurden bei dem Test die Matheaufgaben gestellt: Direkt nach der Tätigkeit?

Pfeiffer: Fünf Minuten später.

Golem.de: Bei den von Ihnen erwähnten Empathiemessungen ist nur unmittelbar nach dem Spielen ein auffälliger Wert festgestellt worden, wenig später hat sich das nivelliert.

Pfeiffer: Natürlich, das würde auch für den Mathetest gelten. Nur: Wenn die Kinder täglich solche Spiele spielen, reduzieren sie ihre Empathie nachhaltig. Das macht sich die amerikanische Armee zunutze: In großen, computerspielähnlichen Kinos probt man den Ernstfall. Mit dem Ergebnis, dass die Soldaten viel stärker befähigt sind, ohne Hemmungen den Gegner zu töten. Wenn die amerikanische Armee das gezielt einsetzt, ist es ja wohl absurd zu behaupten, dass das keine Folgen hat!

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Exportforce 14. Feb 2009

Saubere Kommentare von Kardinal und Gorf. Eventuell könnt ihr ja mal zu einigen Themen in...

Roland2 13. Feb 2009

...immer einem auf so wichtig macht und alles besser weis wie die Gegenseite. Verbieten...

spanther 04. Feb 2009

Ich finde deine Ansicht darüber sehr vernünftig und kann dir da nur beipflichten. Lass...

klemme61 04. Feb 2009

klar strotz GTA vor Klischees. Aber das mit "Jud Süß" muß extrapoliert werden. Vielleicht...

klemme61 04. Feb 2009

ja und? Es gibt auch Leute die trinken Bier und fahren Auto.



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