Börsenverein: Kultusminister sind Raubkopierer

Streit um Vergütung für Intranetnutzung von Lehrbüchern

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Hochschulverband streiten mit der Kultusministerkonferenz über die angemessene Vergütung für die Nutzung von Lehrbüchern in den Intranets von Bildungseinrichtungen. Der Börsenverein wirft der Kultusministerkonferenz gesetzwidriges Verhalten vor.

Artikel veröffentlicht am ,

Die "Kultusministerkonferenz enteignet Autoren und Verlage", erklärt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Der Geschäftsführer des Deutschen Hochschulverbandes sekundiert dem Börsenverein: "Diese Politik gefährdet die Versorgung mit hochwertiger Studienliteratur und entbehrt jeder bildungspolitischen Weitsicht."

Stellenmarkt
  1. Teamleitung Business Intelligence (w/m/d)
    HUK-COBURG Versicherungsgruppe, Coburg (Home-Office möglich)
  2. Head of Scientific Computing (m/f/d)
    Max Planck Institute for Neurobiology of Behavior - caesar, Bonn
Detailsuche

Stein des Anstoßes ist die Weigerung der Kultusministerkonferenz, "Autoren und Verlagen [eine] titelbezogene angemessene Vergütung für die Nutzung ihrer Werke in den Intranets von Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen [zu] bezahlen", wie es der Börsenverein formuliert.

Auslöser der wütenden Verbalattacke ist eine Äußerung des Staatssekretärs im Sächsischen Kultusministerium, Knut Nevermann, in einem Interview mit dem Börsenblatt, der Hauszeitung des Börsenvereins. Nevermann hatte angekündigt, dass Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke im Intranet auch in Zukunft nicht einzeln erfassen würden.

Zum Jahresende 2008 hatten die Regierungsfraktionen beschlossen, den sogenannten "Intranet-Paragrafen" 52a des Urheberrechtsgesetzes bis Ende 2012 zu verlängern. Danach dürfen Bildungseinrichtungen für Unterrichtszwecke urheberrechtlich geschützte Texte aus Büchern und Zeitschriften einem eng begrenzten Personenkreis in elektronischer Form im Intranet zur Verfügung stellen. Im Gegenzug müssen die Bildungsreinrichtungen für diese Form der Werknutzung "eine angemessene Vergütung" an die Verwertungsgesellschaft Wort zahlen. Die Mittel dafür müssen aus dem Bildungsetat der Länder aufgebracht werden.

Golem Akademie
  1. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    21.–22. März 2022, Virtuell
  2. Scrum Product Owner: Vorbereitung auf den PSPO I (Scrum.org): virtueller Zwei-Tage-Workshop
    3.–4. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Zwischen Rechteinhabern auf der einen Seite und Kultusministern auf der anderen Seite wird nun heftig darüber gestritten, wie die "angemessene Vergütung" errechnet und gezahlt werden soll. Geht es nach den Kultusministern, die für die Bildung zuständig sind, soll die Vergütung in Form einer Pauschale erfolgen. Die Rechteinhaber fordern stattdessen, jede einzelne Werksnutzung getrennt zu erfassen und an die VG Wort zu melden. Die VG Wort könnte dann anhand der tatsächlichen Nutzungsvorgänge die Höhe der angemessenen Vergütung feststellen und für die Ausschüttung der Beträge an die betroffenen Verlage und Autoren sorgen. Ohne getrennte Erfassung käme bloß eine Ausschüttung der Abgaben nach dem Gießkannenprinzip in Frage.

Der Streit zwischen der VG Wort, die die Rechteinhaber vertritt, und der Kultusministerkonferenz hatte vor der zuständigen Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes Ende Dezember in einen Kompromissvorschlag gemündet, den die Kultusminister in der vergangenen Woche ablehnten. Sie fürchten eine Kostenexplosion, die die ohnehin defizitären Bildungshaushalte der Länder über Gebühr beanspruchen würde. [von Robert A. Gehring]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Elvenpath 11. Feb 2009

Wenn die Verlage meinen, sie könnten ihr schmarotzerisches Verhalten ungeniert...

Nolan ra Sinjaria 03. Feb 2009

tja wir zahlen halt dafür, dass wir kopieren dürfen, was aber dank kopierschutz auf CDs...

spyro 03. Feb 2009

Wem's nicht passt der soll sich halt einen anderen Kunden suchen. Dieses Rumgeheule ist...

. 02. Feb 2009

Ich werde noch verrückt. Ich weiss nicht wie das ganze genau läuft, aber meiner Meinung...

Toreon 02. Feb 2009

super idee. Dauert aber lange, bis wir so etwas aufgesetzt haben. Bis dahin: ...wie wäre...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Raumfahrt
SpaceX-Rakete stürzt voraussichtlich im März auf den Mond

Ob sich Elon Musk so die erste Ankunft einer SpaceX-Rakete auf dem Mond vorgestellt hat?

Raumfahrt: SpaceX-Rakete stürzt voraussichtlich im März auf den Mond
Artikel
  1. Remaster angespielt: Legacy of Thieves bringt Uncharted auf die PS5
    Remaster angespielt
    Legacy of Thieves bringt Uncharted auf die PS5

    Kurz vor dem Start des Uncharted-Films veröffentlicht Sony die letzten beiden Serienteile mit angepasster Technik auf der Playstation 5.

  2. In die Programmierung mit C# und Java EE 8 einsteigen
     
    In die Programmierung mit C# und Java EE 8 einsteigen

    In zwei virtuellen Workshops bringt die Golem Akademie Programmierern und Entwicklern die Programmierung mit C# und Java EE 8 näher.
    Sponsored Post von Golem Akademie

  3. Musterfeststellungsklage: Parship kann eine Kündigungswelle erwarten
    Musterfeststellungsklage  
    Parship kann eine Kündigungswelle erwarten

    Die Verbraucherzentrale ruft zur Kündigung bei Parship und zur Teilnahme an einer Musterfeststellungsklage auf. Doch laut Betreiber PE Digital ist das aussichtslos.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3090 24GB 2.349€ • RTX 3070 Ti 8GB 1.039€ • 1TB SSD PCIe 4.0 127,67€ • RX 6900XT 16 GB 1.495€ • Razer Gaming-Tastatur 155€ • LG OLED 65 Zoll 1.599€ • Razer Gaming-Maus 39,99€ • RX 6800XT 16GB 1.229€ • GOG New Year Sale: bis zu 90% Rabatt • Razer Gaming-Stuhl 179,99€ [Werbung]
    •  /