Telekomkonkurrenz rechnet mit Preissenkung auf letzter Meile

VATM hofft auf Einschreiten der Bundesnetzagentur

Der Wettbewerberverband VATM fordert eine Absenkung des Mietpreises für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) auf der letzten Meile durch die Deutsche Telekom. Die von der Telekom geforderte Erhöhung würde die Abnehmer eine Viertelmilliarde Euro pro Jahr kosten.

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VATM-Chef Jürgen Grützner hat sich erneut gegen eine Erhöhung des TAL-Preises ausgesprochen. "Ein höherer TAL-Preis entzieht dem Markt das Kapital für weitere Investitionen", sagte er auf der Jahrestagung "Telecom Trends" in Düsseldorf.

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Der Preis der letzten Meile spielt für den Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt eine bedeutende Rolle. Eine Erhöhung um 1 Euro koste die Abnehmer 120 Millionen Euro pro Jahr, so Grützner. Setzt die Telekom ihre Preise von 12,90 Euro statt der bislang abgerechneten 10,50 Euro durch, würde sich dies auf 250 Millionen Euro summieren, erklärte er. Damit würden die Telekommunikationsbetreiber besonders gegenüber den TV-Kabelnetzbetreibern deutlich geschwächt, deren Infrastruktur meist bis zum Endkunden reicht.

Der VATM erwarte bei der anstehenden Entscheidung der Bundesnetzagentur im März 2009 eine weitere Absenkung des TAL-Preises.

Um diese Argumentation zu stützen, lege der VATM in der kommenden Woche ein Gutachten vor. "Wir stellen darin eine neue Berechnungsgrundlage vor, die weggeht von der einseitigen Betrachtungsweise nur nach den Wiederbeschaffungskosten, und begründen, warum auch die historischen Netzkosten zu berücksichtigen sind", erklärte Grützner. Die Telekom müsse durch die Umstellung auf Glasfaser nicht weiter in ihr Kupfernetz investieren. Bei den Abschreibungskosten auf das Kupfernetz pochen die im VATM organisierten Netzbetreiber deshalb auf eine Gleichbehandlung mit der Telekom.

Die vier Telekommunikationsnetzbetreiber Alice (Hansenet, Telecom Italia), QSC, Telefónica und Versatel hatten kürzlich in einer gemeinsamen Erklärung eine deutliche Senkung der TAL-Entgelte um 25 Prozent von Politik und Regulierung gefordert. Die neuen Entgelte werden zum 1. April 2009 in Kraft treten.

Etwa acht Millionen Anschlüsse sind auf der letzten Meile von der Telekom an Wettbewerber vermietet. Die Vermietung bringt der Telekom Einnahmen von fast 1 Milliarde Euro im Jahr, aber zugleich auch die Abwanderung ihrer Kunden. Die Zahl der Festnetzanschlüsse der Deutschen Telekom sank von 36,56 Millionen Ende 2007 auf 33,82 Millionen Ende 2008, ein Rückgang von rund 7,5 Prozent. Derweil legte die Zahl der Breitbandanschlüsse um 8 Prozent zu, auf 15,05 Millionen.

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