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Spieletest: World of Goo - Spaß mit Schleim

Intelligentes Independent-Puzzlespiel. Wer hätte gedacht, dass Schleim so niedlich sein kann? In World of Goo geht es darum, aus klebrigen Kügelchen imposante Gebilde zu formen und so zahlreiche Hindernisse zu überwinden. Eine ebenso faszinierende wie schnell süchtig machende Angelegenheit, entwickelt von einem unabhängigen Studio.
/ Thorsten Wiesner
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Aufregende 3D-Grafik, zahlreiche Zwischensequenzen, ein dickes Marketingbudget – nichts von alledem hat World of Goo zu bieten, das erste Spiel von 2DBoy aus Kalifornien. Dafür tritt das bereits 2008 veröffentlichte Denkspiel wieder einmal den Beweis an, dass auch heutzutage noch Independent-Entwicklungen eine Chance auf dem Spielemarkt haben. Das von den ehemaligen EA-Mitarbeitern Kyle Gabler und Ron Carmel entwickelte Programm überzeugt mit einem ebenso simplen wie genialen Spielprinzip, so dass der zunächst nur als Download verfügbare Titel mittlerweile auch ganz regulär als Verkaufsversion über den Handel vertrieben wird.

Prinzipiell geht es darum, in jeder von fünf Welten mit ihren zahlreichen Unterlevels eine bestimmte Anzahl von Schleimkugeln vom Startpunkt zu einer Röhre am Levelende zu bringen; eine gewisse Ähnlichkeit mit Titeln wie Lemmings liegt auf der Hand. In World of Goo muss der Spieler allerdings Gebilde in Form von Gitternetzen bauen, auf denen die Kugeln dann zum Ausgang gelangen. Der Kniff dabei: Die Kugeln sind auch das eigentliche Baumaterial für die Konstruktionen; wer zu viele von ihnen zum Basteln benötigt, kann den Level nicht erfolgreich abschließen.

Mit einfachen Mausbewegungen nimmt der Spieler Kugeln auf und fügt sie der eigenen Konstruktion hinzu. Allerdings gilt es, einige Besonderheiten zu beachten. So gehorchen die Konstruktionen den Gesetzen der Physik – was nicht nur für Schwankungen sorgt, sondern im Extremfall auch zum Einsturz führt. Auch auf die Besonderheiten der jeweiligen Level will natürlich Rücksicht genommen werden; da gilt es dann nicht nur Hügeln, Steigungen und Abgründen, sondern auch Flammen oder Zahnrädern auszuweichen, die den Schleimkugeln zuleibe rücken.

Der Schwierigkeitsgrad steigt von Level zu Level an, aber auch die Bandbreite an Möglichkeiten wächst, da Kugeln mit besonderen Fähigkeiten hinzukommen. Etwa solche, die sich aus den Konstruktionen herauslösen und wiederverwenden lassen. An anderer Stelle darf der Spieler mit Luftballons dafür sorgen, dass die Konstruktion nicht kippt. Wenn auch das nicht hilft, gibt es immerhin begrenzt die Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen und so die letzten Schritte rückgängig zu machen.

Optisch überzeugt World of Goo weder mit hoher Auflösung noch mit vielen Details, dafür aber durch seinen ganz eigenen liebenswerten Stil. Hier wurde mit knappen Mitteln etwas äußerst Eigenständiges erschaffen. Auch das gesamte Drumherum, vom Menü über kleine Intros bis zur Hintergrundmusik, folgt diesem Muster und macht World of Goo mit wachsender Spieldauer zu einem immer stärker faszinierenden Knobelspaß.

World of Goo ist für Windows-PC und Mac verfügbar und kostet etwa 20 Euro. Die Systemanforderungen sind angenehm niedrig: Ein Windows-PC mit XP oder Vista, 1,0-GHz-Prozessor, 3D-Grafikkarte und 1 GByte RAM sowie 100 MByte freier Festplattenspeicher reichen ebenso wie ein Mac mit MacOS X 10.4 oder höher, 1,0-GHz-Prozessor, OpenGL 1.1 und 100 MByte freier Festplattenspeicher. Eine Linux-Version ist in Vorbereitung(öffnet im neuen Fenster) . Außerdem ist das Spiel als WiiWare erhältlich. Die USK hat World of Goo ohne Altersbeschränkung freigegeben.

Fazit:
Intelligent, witzig, einfach zu bedienen und immens motivierend: World of Goo hat alles, was ein Puzzlespiel benötigt, um schnell süchtig zu machen. Die geforderten 20 Euro kann somit jeder Spieler mit dem Hang zu außergewöhnlichen Knobeleien bedenkenlos investieren.


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