Wie Eltern Kinder im Internet schützen können

Eltern ahnen nicht, wie sich ihre Kinder in Gefahr bringen

Jugendliche stellen persönliche Informationen oft bedenkenlos online, bekommen aber auch immer häufiger unangenehme Folgen zu spüren, berichtete eine Jugendkoordinatorin der Polizei beim Europäischen Datenschutztag. Eltern sollten darauf mit Regeln statt mit Verboten antworten, rät sie.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

"Früher war das Kinderzimmer ein geschützter Raum. Das ist heute nicht mehr der Fall", sagte die Jugendkoordinatorin des Polizeipräsidiums Westhessen, Petra Kain, beim Europäischen Datenschutztag beim ZDF in Mainz. Kinder seien mit Computern, schnellen Internetanschlüssen und Fotohandys ausgerüstet und stellten großzügig persönliche Daten aller Art ins Internet. Bei SchülerVZ werden nach ihren Angaben täglich 600.000 Bilder hinzugefügt - zum Teil mit ehrverletzenden Inhalten. 160 Millionen Bilder seien bei SchülerVZ vorhanden.

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Drei Viertel der 14- bis 19-Jährigen haben schon einmal persönliche Informationen, Vorlieben und Hobbys online gestellt, berichtete Beate Frees, Chefin der Onlineforschung des ZDF von repräsentativen Umfrageergebnissen der ZDF-Medienforschung. Demnach nutzen 85 Prozent der Jugendlichen ICQ, IRC und Co. 72 Prozent halten sich in Gesprächsforen, Newsgroups und Chats auf. 63 Prozent bevölkern die Onlinecommunitys.

Mit diesem Kommunikationsverhalten stellen die Jugendlichen die Gesamtheit der Bevölkerung in den Schatten: Bei den Älteren nutzen zum Beispiel nur knapp 30 Prozent Instant Messaging. Doch die Jugendlichen sehen die Gefahr nach Frees' Angaben durchaus: Ein Viertel der Jugendlichen habe den Eindruck, dass im Internet Persönlichkeitsrechte - etwa durch Mobbing - verletzt würden. Knapp 40 Prozent der Mitglieder der besonders beliebten virtuellen Gemeinschaften wie SchülerVZ hatten bereits negative Erfahrungen gesammelt - etwa weil Fotos ohne Wissen des Betroffenen veröffentlicht wurden.

Die Eltern aber, so Polizei-Jugendkoordinatorin Kain, sitzen allzu oft ahnungslos im Wohnzimmer und fallen bei Informationsveranstaltungen der Polizei dann aus allen Wolken. Dabei gelte auch im Internet das Recht am eigenen Bild. "Das wissen aber die wenigsten. So werden mit unerlaubten Fotos jeden Tag viele Straftaten begangen, denen aber kein Mensch nachgehen kann."

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Wenn Eltern Kinder im Internet einfach gewähren lassen, können die Folgen laut Kain sehr unangenehm sein. Elfjährige sähen Foltervideos, 'Schülerhasser'- und 'Lehrerhasser'-Gruppen hätten sich zum Ziel gesetzt, Einzelne fertigzumachen. Schüler könnten so Straftatbestände wie Beleidigung, Verleumdung und üble Nachrede erfüllen. Mit ihrem Kommunikationsbedürfnis seien Kinder dazu leicht Opfer von Pädophilen.

Von Verboten rät Kain aber ab. Besser sei es, Regeln zu vereinbaren: Vor- und Nachnamen, Adresse, E-Mail-Adresse, ICQ-Nummer, Passwörter oder Handynummern nicht im Internet weiterzugeben, weder Alter noch Geschlecht verraten und niemals unbekannte Freunde allein treffen. [von Joachim Jakobs]

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spanther 30. Jan 2009

Naja zumindest höre ich sie nicht *gg*

FedoraUser 30. Jan 2009

Erwachsen sein hat nichts mit alter zu tun. Es gibt genügend Menschen die mit 30 noch...

Xyrus 29. Jan 2009

Sklaverei kennt keine Schichten ;-)

Django79 29. Jan 2009

Was sind denn bitteschön "damalige Verhältnisse"? "Damals" waren die Mädels mit 13 unter...



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