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Warhammer 40k Dawn of War 2: Konkurrenz für Starcraft 2

Brutale Strategie im Universum von Warhammer 40k. Hobby-Echtzeit-Generälen gehen momentan wegen der Flaute im Genre die Schlachtfelder aus. Glücklicherweise servieren die Macher von Dawn of War 2 Mehrspielerspaß auf fünf kostenlosen Karten in der offenen Multiplayer-Beta ihres kommenden Spiels.
/ Michael Wieczorek
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Große Hits hatte das Genre der Echteitstrategie 2008 nicht zu bieten. Einzig Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 konnte das Genre vor der Unbedeutsamkeit bewahren. Der Grund für dieses zaghafte Programmieren ist auf Starcraft zurückzuführen - und das gleich doppelt. Jeder Echtzeitstratege, der etwas auf sich hält, hat das gute alte Starcraft von 1998 noch immer auf der Festplatte. Außerdem wirft das für 2009 heiß erwartete Starcraft 2 einen riesigen, dreistöckigen Schatten voraus. Da von anderen Spezialisten auf dem Gebiet der Echtzeitstrategie wenig anderes kommt und die Ensemble Studios von Microsoft geschlossen wurden, ruhen die Hoffnungen von allen, die eine Alternative zu Starcraft suchen, auf Dawn of War 2.

Seit dem 28. Januar 2009 ist die Multiplayer-Beta von Dawn of War 2 offen. Die Warhammer-40k-Fraktionen der Menschen, Orks, Eldar und Tyraniden beballern und raufen sich in wilden Schlachten auf fünf Mehrspieler-Karten - die Tyraniden feiern sogar ihr Debüt auf dem PC. Das neue Spielkonzept der Entwickler Relic Entertainment wirkt wie ein frisch ausgewürfelter Mix der Highlights vergangener Größen des Genres, birgt aber schon jetzt sehr ausgewogenen Spielspaß.

Einen klassischen Basisbau gibt es in Dawn of War 2 nicht. Wie in Company of Heroes , das ebenfalls von Relic stammt, liegt der Fokus auf Gefechten mit Tiefgang, nicht dem möglichst eleganten simultanen Basisbau neben der Erschließung der Karte, die sowieso von Beginn an aufgeklärt ist. Wie im Vorgänger Dawn of War schickt der Spieler in den ersten Spielminuten seine Truppen los, um Kontrollpunkte einzunehmen, die Ressourcen hervorbringen. Diese werden in den Bau und Ausbau von neuen Einheiten gesteckt, die nach dem klassischen Stein-, Schere- und Papier-Konzept die Gegner bekämpfen und möglichst stark zurückdrängen. Einen Gegner zu zerstören ist nur schwer möglich. Die Heimatbasen sind von Beginn der Partie an gut verteidigt. Und auch die meisten Einheiten verfügen über massig Trefferpunkte, so dass die Flucht eines Gegners in Dawn of War 2 ein häufiger Hochgenuss ist.

Da sich der Spieler auf die Kämpfe konzentrieren kann und meist nur wenige Einheiten gleichzeitig kommandiert, steckt der Tiefgang von Dawn of War 2 im Detail: dem Mikromanagement der Einheiten. Zum einen ist es wichtig, wie die Einheiten zueinander stehen - dem Gegner in den Rücken zu fallen ist ein bedeutsamer Vorteil. Zum anderen lässt sich die Umgebung strategisch nutzen. Ruinen und verfallene Wälder sorgen für zusätzlichen Schutz und sollten, zumindest solange kein Fahrzeug in Sicht ist, schleunigst aufgesucht werden. Die Blechmonster rollen sonst so ziemlich alles platt, was ihnen in den Weg kommt.

Eine weitere Besonderheit in Dawn of War 2 ist das Heldensystem. Wie in Warcraft 3 sind Helden ein wichtiger Bestandteil der eigenen Armee. Vor der Partie wählt der Spieler einen von drei Helden jeder Fraktion aus. Er hat dabei meist die Wahl zwischen offensiven Kämpfern und Spezialisten wie einem Heiler oder Spion. Der Held, im Spiel Kommandant genannt, steigt durch absolvierte Kämpfe in Levels auf und kann mehrere Spezialfähigkeiten ausüben und sich durch neue Ausrüstung verbessern.

Bei der Bedienung von Dawn of War 2 wird dem Spieler schnell bewusst, dass bei der Entwicklung mehrere E-Sportler ihren Einfluss genommen haben. Jede Aktion hat einen Hotkey und die Produktion sowie Verbesserung von Einheiten spielt sich in einem übersichtlichen Menü in der unteren rechten Ecke ab. Auch beim Zoom wurde nicht gespart. Im Gegensatz zu den letzten beiden Command-&-Conquer-Spielen und dem ersten Dawn of War kann sich der Spieler einen angenehmen Überblick mit dem Mausrad verschaffen.

Die offene Multiplayer-Beta ist für Käufer der Dawn-of-War-Erweiterung Soulstorm seit dem 21. Januar 2009 über Valves Onlineservice Steam verfügbar. Ab heute kann sie sich jeder angemeldete Nutzer herunterladen. Zum Onlinespielen ist eine Mitgliedschaft bei Games for Windows Live erforderlich. Ursprünglich sollte die Multiplayer-Beta auch über den Games-for-Windows-Marktplatz erhältlich sein - außer der Fallout-3-Erweiterung ist dort jedoch noch nichts zu finden. Dawn of War 2 soll im Februar 2009 erscheinen und neben dem Mehrspielermodus auch eine umfangreiche Solokampagne bieten.


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