Qimonda-Pleite gefährdet auch Infineon
Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) ist auch Infineon mittelfristig von der Pleite der Konzerntochter Qimonda bedroht. Rückzahlungen staatlicher Subventionen und Abfindungen für Gekündigte könnten Kosten in dreistelliger Millionenhöhe verursachen. Das könnte die bereits dünne Finanzdecke bei Infineon weiter durchlöchern.
Durch die hohen Verluste im Speicherchipbereich war das Eigenkapital des Konzerns im vergangenen Geschäftsjahr schon um über die Hälfte auf knapp 2 Milliarden Euro geschrumpft. Bis 2010 werden zudem zwei Anleihen im Wert von über 900 Millionen Euro zur Rückzahlung fällig und Kredite mit einem Volumen von 300 Millionen Euro müssen verlängert werden.
Eine für den 12. Februar 2009 geplante Kapitalaufstockung mit bis zu 450 Millionen Euro durch die Aktionäre dürfte nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei Qimonda in der nächsten Zeit kaum noch möglich sein.
Unterdessen widerspricht Qimonda Vorwürfen, durch immer neue Geldforderungen das geplante Rettungskonzept selbst belastet zu haben. Ein hochrangiger Manager des Münchner Konzerns wies gegenüber der Welt am Sonntag(öffnet im neuen Fenster) Angaben aus der Politik zurück, dass Qimonda zusätzliche 300 Millionen Euro Hilfe gefordert habe. "Wir brauchten eine Bürgschaft über 200 Millionen Euro. Die weiteren 100 Millionen Euro hätten wir aus selbst organisierten Finanzierungsmaßnahmen schließen können" , erklärte der Manager. Die Insolvenz des Speicherchipherstellers hätte so angeblich vermieden werden können.